Festival bei Eberswalde
: Was kann Brandenburg von den Hugenotten lernen?

„Brandenbourg, mon amour!“, heißt das deutsch-französische Festival bei Eberswalde. Neben Tanz und Theater zaubert Sternekoch Stephan Hentschel hugenottische Leckereien.
Von
Janine Reinschmidt
Eberswalde
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Die Fanfare xy aus xy ist Teil des deutsch-französischen Festivals , welches vom 27-31. Mai in Klandorf bei Eberswalde stattfindet

Die Fanfare Gertrude aus Berlin ist Teil des deutsch-französischen Festivals „Brandenbourg, mon amour!“, das in Klandorf bei Eberswalde stattfindet

Fanfare Gertrude
  • Festival „Brandenbourg, mon amour!“ in Eberswalde vom 29. Mai bis 1. Juni 2025.
  • Hugenotten-Nachfahren bieten historische Gespräche; französische Küche von Sternekoch Stephan Hentschel.
  • Aktivitäten: Theaterpremieren, Konzerte, Back- und Tanzworkshops, Bouleturniere, Kinderprogramm.
  • 25-köpfige Brassband „Fanfare Gertrude“ am 31. Mai.
  • Eintritt kostenlos, Spenden erwünscht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was haben Hugenotten und Brandenburger gemeinsam? Um die Frage zu beantworten, ist eine kleine Zeitreise ins 17. Jahrhundert notwendig. Denn der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), der als Religionskrieg begann und in einem territorialen Machtkampf endete, forderte nicht nur etliche Todesopfer, sondern ließ einen Teil der Überlebenden ohne Dach über dem Kopf zurück. Darunter die Hugenotten – französische Protestanten, die fast zwei Jahrhunderte wegen ihres Glaubens verfolgt wurden.

Mit dem Edikt von Potsdam im Jahr 1685 bot der damalige Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, den französischen Flüchtlingen besondere Schutzbedingungen: Gottesdienste in ihrer Muttersprache auf Kosten des Fürsten, Befreiung von Steuern in den ersten Jahren, Erleichterungen im Einbürgerungsprozess. Zudem profitierten die Hugenotten von denselben Rechten und Privilegien wie Einheimische.

Im Verlaufe der nächsten Jahre bekamen sie sogar eigene Schulen und französische Kirchen. Ein Relikt aus dieser Zeit ist die Französische Kirche Potsdam, auch Temple de Potsdam genannt.

Auf den Spuren der Hugenotten in Klandorf bei Eberswalde

Um weiteren – vor allem kulturellen und kulinarischen – Spuren der Hugenotten in Brandenburg auf den Grund zu gehen, findet in diesem Jahr zum dritten Mal das deutsch-französische Festival „Brandenbourg, mon amour!“ im Theatersaal und Garten Klandorf bei Eberswalde statt, die von Schauspielerin Corinna Harfouch und Literaturwissenschaftler Erdmut Wizisla geleitet werden.

Vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2025 können Interessierte auf dem Gelände des Klandorfer Theatersaals unter anderem zwei Theaterpremieren und diverse Konzerte genießen sowie an Backworkshops, Tanzkursen und Bouleturnieren teilnehmen. Am 31. Mai tritt zudem die 25-köpfige Brassband „Fanfare Gertrude“ auf und präsentiert ein buntes Repertoire aus Rock- und Popliedern.

Lernstoff gibt es gratis dazu. Für Gespräche zu historischen oder künstlerischen Themen stehen Hugenotten-Nachfahren bereit, von denen Brandenburger das eine oder andere Neue lernen können. Eine Kunstausstellung mit Werken teils lokaler Künstler wird ebenfalls installiert.

Was das Festival für Kinder und Feinschmecker bietet

Kinder gehen beim Festival natürlich nicht leer aus. Neben französischen Süßspeisen wie Crêpes führt eine Kindertheatergruppe am 30. Mai das Stück „Wenn du einen Wal sehen willst“ auf. Am letzten Festivaltag können sich die kleinen Besucher auf eine Schnitzeljagd begeben und gemeinsam mit dem Oderberger Puppenspieler Artur Albrecht und seinem Kasper neue Freundschaften schließen.

Ein besonderes Highlight ist die Live-Kochshow mit Verkostung des Berliner Sternekochs Stephan Hentschel. Am Abend des 30. Mai wird er hugenottische Speisen und Leckereien zaubern und den Gästen auf kulinarische Weise die hugenottische Kultur näherbringen. „Vieles, was der Brandenburger als ureigen proklamiert, kam mit der Immigration der Hugenotten“, heißt es in der Pressemitteilung des Festivals. Passend dazu darf natürlich ein Glas Wein nicht fehlen.

Der Eintritt zum Festival ist grundsätzlich kostenlos. Die Betreiber haben sich dazu entschieden, das Festival auf Spendenbasis laufen zu lassen. Das Festival ist kuratiert von Heiko Michels und Arte-Moderatorin Caroline du Bled.