Foo Fighters in Berlin 2026: Darum sind Idles beim Konzert mehr als eine Vorband

Dürften für einen Abriss noch vor dem Mainact sorgen: Gitarrist Mark Bowen (l.) und Sänger Joe Talbot (r.) treten mit Idles im Juli 2026 als Vorband der Foo Fighters bei deren Konzert im Berliner Olympiastadion auf.
Philipp von Ditfurth/dpa- Foo Fighters spielen im Juli 2026 im Olympiastadion Berlin; Support: Idles am 1. Juli.
- Idles gelten als mehr als Vorband – mögliche Showstealer, dringende Empfehlung.
- Band aus Bristol: Post-Punk, Themen wie Männlichkeit, Klasse, mentale Gesundheit, Solidarität.
- Bekannt für brachiale, groovende Dynamik; Album „TANGK“ erschien 2024.
- Live berüchtigt: Moshpits, Nähe zum Publikum; 2026 nur zwei Deutschland-Konzerte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für Rockfans wird der Sommer in Berlin groß. Sehr groß sogar. Metallica, System of a Down, Foo Fighters – Legenden des Genres, die alle diesen Sommer im Berliner Olympiastadion spielen. Doch nicht nur die erste Reihe ist mit Hochkarätern besetzt. Auch unter den Vorbands befindet sich ein echtes Highlight, das live auch noch Seltenheitswert besitzt: Idles.
Die Briten werden am 1. Juli vor den Foo Fighters die Bühne von Berlins größter Konzertstätte bespielen. Und während Vorbands in der Regel fürs Aufwärmen zuständig sind, ist bei Idles mit einem Abriss vor dem Main Act zu rechnen.
Darum klingen Idles wie keine zweite Band
Ohnehin dürfte es eines der letzten Male sein, dass die Band um Sänger Joe Talbot in einem Vorprogramm zu finden ist. Spätestens seit ihrem zweiten Album „Joy as an Act of Resistance“ (2018) werden die fünf Musiker aus Bristol für ihren individuellen Sound gefeiert. Musikalisch verankert sind Idles in der britischen Post-Punk-Tradition – und liefern dennoch etwas vollkommen Neues.
Was plakativ-naiv anmutet, ist bei genauerem Hinhören profund. Die Texte der Band, die sich Talbot mit gnadenloser Kraft aus der Kehle presst, kreisen um Themen wie toxische Männlichkeit, Klassenunterschiede, mentale Gesundheit oder gesellschaftliche Solidarität. Frei nach ihrem Mantra „Love is the Fing“ transportieren Idles-Songs Empathie als radikale Kraft.
Der Sound von Idles-Songs ist häufig brachial, aber dennoch von tänzelndem Groove getragen. Statt auf Akkorde setzen die Gitarristen Mark Bowen und Lee Kiernan auf die Kraft einzelner Töne, genialer Interferenzen und effektüberladener Atmosphären. Der Bass von Adam Devonshire dient als dumpfer Melodieträger, während Jon Beavis am Schlagzeug einen gnadenlosen Rhythmus drischt. Nicht selten eskalieren die Stücke zusehends. Das jüngste Album „TANGK“ (2024) unterstreicht dies ein weiteres Mal.
Idles liefern auf Konzerten eine brutale Wucht
Dass Idles diese aufwendige Dynamik auch live auf die Schiene gehievt bekommen, ist so erstaunlich wie erfreulich. Die brutale Wucht ihrer Bühnenshow ist berüchtigt. Gekonnt orchestrierte Moshpits, ein Gitarrist, der in Kleidern auf die Bühne tritt, und Bandmitglieder, die wortwörtlich auf Tuchfühlung mit der Masse gehen: Die Konzerte der Briten sind herrlich anarchisch. Dabei liegt aller Aggression etwas Verbindendes zugrunde. Idles spielen nicht gegen ihr Publikum, sondern mit ihm.
Wer also ein Ticket für die Foo Fighters in Berlin ergattert hat, sollte das gebotene Programm voll auskosten. Nicht nur, weil der Auftritt von Idles im Olympiastadion Berlin nur eines von zwei Konzerten ist, die sie 2026 in Deutschland spielen werden.
Dave Grohl wird mit seinen Bandkollegen in Berlin für Evergreens und Nostalgie sorgen, Idles liefern das Jetzt – eine ziemlich unschlagbare Kombi für Rockfans. Und ein gewichtiger Grund, den Weg ins Olympiastadion nicht erst zum Headliner anzutreten.



