Herbert Grönemeyer: So entstand sein Hit Mambo, was ein Föhn damit zu tun hat

Herbert Grönemeyer ist wieder unterwegs und feiert mit seinen Fans „40 Jahre Bochum“. Grönemeyer (hier beim Auftakt in Dresden) gibt zwei Konzerte Berlin. Nun verrät er, wie sein Hit Mambo entstanden ist.
Robert Michael/dpaSelbst die größten Kritiker, die Herbert Grönemeyers Gesang als unverständliches Genuschel abtun, kennen den Text von Mambo. Es ist eines der Lieder, mit denen Grönemeyer auf seinem Album „4630 Bochum“ vor 40 Jahren den Durchbruch schaffte. Ohrwurm gefällig: „Ich dreh' jetzt schon seit Stunden hier so meine Runden, es trommeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren, ich finde keinen Parkplatz, ich komm' zu spät zu dir, mein Schatz...“
Nun gibt es nicht nur eine neue Version dieses Liedes, Herbert Grönemeyer erzählt zum ersten Mal, wie Mambo überhaupt entstanden ist. Auf seinem öffentlichen WhatsApp-Kanal verrät er es im Detail, mit einem großen Augenzwinkern und holt dabei ganz weit aus. Es geht zunächst zurück in die frühe Kindheit von Herbert Grönemeyer: „Als Kind habe ich mich immer geweigert, in den Kindergarten zu gehen. Ich war nur einen Tag im Kindergarten, da musste ich auf der Bank sitzen“, sagt er. „Es gab Plastikbecher mit Hagebuttentee. Da bin ich nach Hause und habe zu meiner Mutter gesagt: Da gehe ich nicht mehr hin. Die sind alle bekloppt da. Da ist auch keine Stimmung in der Bude“, so der 68-Jährige.
Grönemeyer: Vom Staubsauger zum Föhn zum Mambo
Die Reaktion seiner Mutter beschreibt Herbert Grönemeyer heute so: „Dann bist du aber alleine zu Hause. Ich antwortete: Das macht mir nix.“ Jetzt kommt warme Luft ins Spiel. Der Sänger erzählt weiter: „Früher gab es Staubsauger, die zog man so hinter sich her auf dem Boden und bliesen hinten immer warme Luft raus. Hinter denen bin ich dann jahrelang hinterhergekrochen mit meinen Autos.“ Seitdem sei er „Warmluftfetischist“. „Ich habe unheimlich gern warme Luft im Gesicht.“ Die Folge: „Meine Band sagte, schalt mal den Föhn ein und schreib einen Text“, erinnert sich der Sänger.
Hier kommt der Mambo ins Spiel: „Ich wollte immer einen Mambo schreiben“, erzählt der Musiker weiter. Er stand offenbar unter enormem Zeitdruck: „Ich musste am nächsten Tag fertig werden mit der Platte.“ Gemeint ist das Album „4630 Bochum“, das vor 40 Jahren erschien. Also habe er „den Föhn angemacht, habe mich mit warmer Luft bepustet“. Dabei sei ihm ein Lied von James Taylor in den Sinn gekommen: „Damn this traffic jam, how I hate to be late“ (Verdammter Stau, ich hasse es, zu spät zu kommen). Grönemeyers Mambo war geboren. Er hat Taylors Song quasi ins Deutsche übertragen. So erklärt sich auch der Schluss von Mambo: „Danke, James“
Grönemeyer spricht im WhatsApp-Video grinsend von „ganz großer Lyrik“. Auf jeden Fall ist es bis heute auf jedem Konzert ganz großer Spaß. Grönemeyer: „Daran muss ich immer denken, wenn ich Mambo spiele: Mit dem Föhn im Bett sitzend, einem Stift und einem Block auf den Knien.“
Neuinterpretationen von Mambo, Alkohol und Männer
Jetzt gibt es eine Neuinterpretation von Mambo – eingespielt gemeinsam mit JEREMIAS. Für Grönemeyer einfach „eine lässige Version“, wie er in seinem WhatsApp-Kanal verrät.
Es ist nicht die einzige neue Version von alten Bochum-Hits. Auch Alkohol, Männer und Flugzeuge im Bauch wurden gemeinsam mit oder von jungen Musikern neu eingespielt.
Herbert Grönemeyer gibt im Rahmen seiner Bochum-Jubiläumstour auch Konzerte in Dresden (6.6.) und Berlin (8./9.6.). Alles Wichtige zum Grönemeyer-Konzert in Dresden gibt es hier. Die beiden Konzerte in Berlin finden in der Waldbühne statt.


