In Extremo in Berlin 2024: Erste Album-Tour seit Tod von Boris Pfeiffer

Michael Robert Rhein alias Das Letzte Einhorn in seinem Element: Bald ist der Sänger mit seiner Band In Extremo (hier beim Wacken Open Air 2022) wieder auf Tour. Am 29. November spielen die Mittelalter-Rocker ein Konzert in der Berliner Columbiahalle.
Daniel Reinhardt/dpa- In Extremo geht 2024 auf Tour, erste seit dem Tod von Boris Pfeiffer.
- Die Tour folgt der Veröffentlichung ihres 13. Albums "Wolkenschieber".
- Boris Pfeiffer verließ 2021 die Band, starb 2022 bei einer Demonstration.
- Die Band zeigt Flagge gegen die AfD, besonders im Song "Katzengold".
- Konzerte in vielen Städten, u.a. Berlin, München, und Köln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Geht es um Rock’n’Roll, ist der Weg nach oben lang. Das wussten schon AD/DC. Und auch In Extremo können ein Lied davon singen. Von kleinen Anfängen auf Mittelaltermärkten über Konzerte in Dorfkneipen bis hin zu Charterfolgen, Headliner-Touren und einer Show vor gut 650.000 Menschen auf dem Woodstock-Festival in Polen.
Doch die Band um Sänger Michael Robert Rhein alias Das letzte Einhorn hielt die Ochsentour durch. Mit Erfolg! Knapp 30 Jahre nach ihren Anfängen sind die Berliner die bekannteste deutsche Mittelalter-Rockband. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Jüngst veröffentlichte die Metal-Gruppe mit „Wolkenschieber“ ihr 13. Studioalbum. Auch eine neue Tour steht an. Für In Extremo ist es der Aufbruch aus turbulenten Jahren.
Corona-Pandemie brachte Aufruhr in die Band
Die hatten vor allem mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zu tun. Der fiel Anfang 2020 mit der Veröffentlichung des 12. In Extremo-Albums „Kompass zur Sonne“ zusammen. Nicht nur sie verschob sich damals um einige Monate. Auch eine Tour zum Album konnte nicht wie geplant stattfinden.
Erfahrungen, mit denen viele Musikacts damals zu kämpfen hatten. Doch die Pandemie sorgte bei In Extremo auch band-intern für Zerwürfnisse. Im Mai 2021 verließ Boris „Yellow“ Pfeiffer die Gruppe. Der Marktsackpfeife- und Schalmei-Spieler war seit 1997 Teil der Band.
Boris „Yellow“ Pfeiffer und der Abschied von In Extremo
Dass die Haltung Pfeiffers zu den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung zum damaligen Ausstieg geführt hatten, gab Bassist Kay Lutter gegenüber dem Online-Magazin metal.de zu erkennen. Pfeiffer habe sich während der Pandemie sehr schnell von seinen übrigen Bandmitgliedern verabschiedet. „Er hat alles und jeden infrage gestellt und an unserer Freundschaft gezweifelt“, so Lutter.
Ein Überbrücken der Differenz war offenbar nicht möglich. Gegenüber ihren Fans erklärte In Extremo damals, dass kein Konsens mehr gefunden wurde. Pfeiffer habe sich dazu entschlossen, „andere Wege zu gehen“.
Bassist Kay Lutter bedauerte: „Wir haben immer gehofft, dass, wenn wir gemeinsam im Proberaum sitzen, sich viele Dinge klären lassen. Aber anscheinend hat die Pandemie mit den entsprechenden Auswirkungen sehr tiefe Spuren bei ihm hinterlassen.“

Boris Pfeiffer (l-r), Sebastian Lange und Marco Zorzytzky bei einem Konzert von In Extremo im Jahr 2016.
Tobias Hase/dpaPfeiffer brach Anfang 2022 am Rande einer Versammlung von Querdenkern in Wandlitz zusammen. Zuvor hatte der Musiker offenbar versucht, bei der nicht angemeldeten Demonstration eine Polizeikette zu durchbrechen. Als er sich anschließend zu seinem Auto begab, brach er zusammen. Trotz Rettungsmaßnahmen durch Polizisten verstarb er später im Krankenhaus.
Wie sich später herausstellte, litt der 53-Jährige an einer Herzmuskelentzündung und hatte einen Herzanfall.
In Extremo bekennt Flagge gegen AfD
Auch die politische Entwicklung Deutschlands lässt In Extremo keine Ruhe. Zwar betonten die Mittelalter-Rocker schon mehrfach, keine politische Band zu sein. An manchen Sachen komme man aber einfach nicht vorbei, bekannte Sänger Michael Rhein einem Interview mit dem Genre-Portal „Power Metal“. Besonders deutlich wird dies im Song „Katzengold“ auf dem aktuellen Album „Wolkenschieber“.
Textzeilen wie „Ein kalter Wind zieht durch das Land“ oder „Dreh dich nicht um / Die Dummheit, die geht um“ finden sich darin. Entstanden sind sie unter dem Eindruck einer erstarkten AfD, vor allem in Ostdeutschland. „Die Welt brennt“, sagte der In Extremo-Sänger der „Rheinischen Post“. „Du kommst da gar nicht mehr drumherum. Ich meine, ich bin in Thüringen geboren. Meine Mutter ist im Pflegeheim und sieben oder acht Kilometer davon wohnt dieser Höcke. Wenn man über so was nachdenkt, muss man einfach mal Flagge zeigen.“
Mit neuem Album auf Platz 2 der Charts
Musikalisch allerdings haben die Verwerfungen der vergangenen Jahre In Extremo nicht geschadet. Die Band blieb sich und ihrem Sound treu. Fans dürfte das freuen. Dem neuen Album jedenfalls bescherten sie bereits Platz 2 in den deutschen Charts. Und da die unnachahmliche Fusion von Mittelalter und Metal der Berliner erst live richtig zur Geltung kommt, dürften sie auch in Scharen zu den anstehenden Konzerten pilgern.
In Extremo – „Wolkenschieber“-Tour Winter 2024
15.11.2024: Saarbrücken, Garage
16.11.2024: Pratteln, Z7
22.11.2024: Rostock, Moya
23.11.2024: Dortmund, Revierpark Wischlingen/Winterlights Festival
29.11.2024: Berlin, Columbiahalle
30.11.2024: Bremen, Pier 2
6.12.2024: Nürnberg, KIA Metropol Arena
7.12.2024: Wien (A), Gasometer
12.12.2024: Bielefeld, Lokschuppen
13.12.2024: Hannover, Swiss Life Hall
14.12.2024: Dresden, Alter Schlachthof
20.12.2024: Leipzig, Haus Auensee
21.12.2024: Stuttgart, Porsche Arena
27.12.2024: München, Zenith
28.12.2024: Wiesbaden, Kulturzentrum Schlachthof
29.12.2024: Erfurt, Messehalle
30.12.2024: Köln, Palladium
Tickets für die Tour gibt es hier.


