Jan Delay in Berlin 2024: Tour zum 25. Jubiläum– vom Absolute Beginner zum Disko-König

Live eine absolute Macht: Jan Delay (hier bei einem Konzert in Wien) ist mit seiner Band Disko No. 1 wieder auf Tour. Am 6. September tritt der Musiker in der Max-Schmeling-Halle in Berlin auf.
Max Slovencik/dpa/APADer Chef-Styler feiert Jubiläum. Stolze 25 Jahre ist Jan Eißfeldt, vielen besser bekannt als Jan Delay, nun solo unterwegs. Ein schlappes Vierteljahrhundert, in dem der Hamburger konsequent einen Bogen um Schubladen machte und sich als versierter Wandler zwischen den Genres erwies. Gefeiert wird das mit der Best of-Kompilation „Forever Jan“ und einer Tour.
Grund genug, sich vor dem hanseatischen Tausendsassa zu verneigen und Rückblick auf seine wahrlich derbe Karriere zu nehmen.
Am Anfang waren die Absoluten Beginner
Bevor er mit Trilby und Sonnenbrille einen Mix aus Soul, Disco und Funk präsentierte, waren Basecaps, Air Max und Rap angesagt. Zusammen mit Dennis Lisk (alias Denyo) und Guido Weiß (alias DJ Mad) verdiente sich Eizi Eiz, wie er sich damals nannte, mit den Absoluten Beginnern die musikalischen Sporen.
Zusammen mit Gruppen wie Dynamite Deluxe standen die Beginner (das Absolute ließen sie 2003 fallen) für Deutschrap aus Hamburg. Das Anfang der Neunziger gegründete Trio war dabei mehr als eine Randnotiz in der Karriere von Jan Delay. Mit Songs wie „Hammerhart“ oder „Füchse“ verbuchten sie hohe Chartplatzierungen. Ihr „Liebes Lied“ aus dem Jahr 1998 schaffte es sogar bis auf Platz 11.

So fing es an: Die Musiker Jan Delay (l-r), Dennis Lisk (Denyo) und Guido Weiß gründeten Anfang der 1990er in Hamburg die Hip-Hop-Gruppe Absolute Beginner.
Jens Kalaene/dpaDoch schon damals wilderte der heute 47-Jährige in anderen musikalischen Gefilden. Mit der Formation La Boom veröffentlichte er Ende der 1990er Tapes, die Dub-artige Instrumentalstücke enthielten. Klanglandschaften nah am Reggae, die mit viel Hall, Echo und – selbstverständlich – Delays ausgestattet sind.
Zur Solo-Karriere auch dank Herbert Grönemeyer und Nena
Erste Bekanntheit als Solo-Künstler hat Jan Delay auch Herbert Grönemeyer zu verdanken. Der suchte für sein Projekt „Pop 2000“ deutsche Musiker, die Songs anderer deutscher Musiker covern sollten. Der (noch) vornehmlich als Rapper wahrgenommene Hamburger nahm eine Reggea-Version von Nenas Hit „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ auf. Ein Genrebruch, der bis auf Platz 2 der Charts kletterte.
Das lustvolle Experimentieren mit Reggea-Musik setzte Jan Delay auch 2001 auf seinem ersten Solo-Album „Searching for the Jan Soul Rebels“ fort.
YouTube-Video: Jan Delay – Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann
Mit „Mercedes Dance“ wird Jan Delay zum Disco-König
Zu dem Jan Delay, wie ihn viele seiner Fans heute kennen und lieben, wird der Musiker 2006 mit seinem zweiten Solo-Album „Mercedes Dance“. Es ist die Schlüsselplatte seiner Karriere. Auf ihr findet er zu jenem Sound, der seine weitere musikalische Karriere dominiert: Funk und Soul. Die üppigen Arrangements sind gespickt mit Bläsern und sogar Orgelklängen. In der Kollaboration „Im Arsch“ mit Udo Lindenberg verneigt sich Jan Delay zudem vor einem seiner frühen musikalischen Idole.
Zusammen mit seiner Band Disko No. 1 entwickelt sich der Genrewandler zu einem der kraftvollsten Live-Acts des Landes. Seine Konzerte gleichen großen Partys. Gekleidet ist der „Chef-Styler“ dabei stets in Anzug, Hut und Sonnenbrille. Seinen Status als Live-Granate gibt er mit dem Nachfolgealbum „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ weiter Stoff.
Zwar mischen sich auf das 2014 erschienene „Hammer & Michel“ rockigere Klänge, doch dem Mix aus Disco, Funk und Soul bleibt der Hamburger treu. Die drei zuletzt genannten Alben erreichen alle Platz 1 der deutschen Charts. Einen Erfolg, den das 2021 erschienene „Earth, Wind & Feiern“ mit Platz 3 nur knapp verpasste.
Zurück zu den Wurzeln – und den Beginnern
Seine Wurzeln im Hip-Hop hat Jan Delay über dem Solo-Erfolg aber nicht vergessen. 2016 meldeten sich die Beginner nach 13 Jahren Pause mit „Advanced Chemistry“ zurück – und knüpften mit dem Platz 1-Album an alte Erfolge an.
Wenn Jan Delay in den zurückliegenden 25 Jahren eines bewiesen hat, dann, dass er ein begnadeter Gestaltwandler ist. Wie derb die musikalischen Resultate seiner Wandlungen sind, stellt er gerade wieder auf Tour unter Beweis. Die Party geht also weiter. So könnten auch die nächsten 25 Jahre spannend werden.
JAN DELAY & DISKO No.1 – BEST OF 25 YEARS – DIE TOUR!!
- 22.8.2024: Aachen, Kurpark Classix
- 23.8.2024: Bochum, ZFR
- 24.8.2024: Hamburg, Trabrennbahn
- 30.8.2024: Lübeck, Kulturwerft Gollan
- 31.8.2024: Bochum, ZFR (Zusatzkonzert)
- 6.9.2024: Berlin, Max-Schmeling-Halle
- 7.9.2024: Papenburg, NDR 2 Papenburg Festival
- 12.9.2024: Leipzig, Parkbühne
- 13.9.2024: Hockenheimring, Glücksgefühle Festival
- 23.11.2024: Erfurt, Antenne Thüringen – Das Konzert
Tickets für die Konzerte gibt es hier.



