Jasmin Tabatabai in Frankfurt (Oder)
: Was die Schauspielerin von der Politik fordert

Tochter einer Deutschen und eines Iraners, aktiv als Unterstützerin der Proteste seit 2022 – Jasmin Tabatabai mischt sich ein. In Frankfurt (Oder) erzählt sie, was das mit ihrer Familie zu tun hat.
Von
Christina Tilmann
Frankfurt (Oder)
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Erzählt in Frankfurt (Oder), wie ihre Eltern sich kennenlernten: Schauspielerin Jasmin Tabatabai

René Matschkowiak

Etwas verbindet Jasmin Tabatabai und David Friedrich: Sie haben beide Doppelgänger in Deutschland. Eine Jasmin Tabatabai aus Düsseldorf war offenbar mit einem Freund von Lilo Wanders auf einer Schule, erzählt diese beim MOZ-Talk im Frankfurter Kleist-Forum. Mit der Berliner Schauspielerin, die mit dem Film „Bandits“ berühmt wurde und heute vor allem auch als Sängerin auftritt, hat die aber nichts zu tun.

Und ein David Friedrich, der bei „Bachelorette“ und dem „Dschungelcamp“ dabei war, hat auch nichts mit dem Hamburger Poetery Slammer zu tun, der seit zwei Jahren gemeinsam mit Lilo Wanders den MOZ-Talk in Frankfurt (Oder) moderiert.

Jasmin Tabatabai ganz privat in Frankfurt (Oder)

Tabatabai, Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters gibt sich im Frankfurter Kleist-Forum am Mittwoch (20.3.) Abend ungewöhnlich privat. Erzählt, wie sich ihre Mutter und ihr Vater beim Münchner Oktoberfest kennenlernten: Sie gingen eigentlich als Anstandswauwaus für zwei Freunde mit: „Die sind dann kein Paar geworden. Meine Eltern schon“.

Die Geschichte hat sie auch in ihrem Buch „Rosenjahre“ verarbeitet. Wie sie als Kind im Iran aufwuchs, wo ihr Vater eine Landwirtschaft betrieb – und mit 12 Jahren nach dem Sturz des Schahs mit ihrer Mutter das Land verlassen hat. „Als ich dann in den Sommerferien zurückkam in den Iran, war ich schockiert, wie sehr sich das Land verändert hatte“.

Singt Reinhard Maey und ein iranisches Liebeslied: Jasmin Tabatabai in Frankfurt (Oder)

René Matschkowiak

Und wie sie sich heute nach ihrer zweiten Heimat sehnt, die sie seit 1987 nicht mehr betreten hat: „Wer sich wie ich im Ausland gegen die politischen Verhältnisse im Iran ausspricht, weiß, dass eine Reise dorthin keine gute Idee wäre“. Bei den von Frauen initiierten Protesten im Iran 2022 war Jasmin Tabatabai in Deutschland einer der Hauptunterstützerinnen: „Ich wollte als Schallverstärker wirken“.

Schauspielerin erklärt Traditionen zum iranischen Neujahrsfest

So erlebt das Publikum in Frankfurt eine mutige, reflektierte Schauspielerin, die auch vor politischen Forderungen nicht zurückschreckt, wenn sie das Reden von einer „wertebasierten Außenpolitik“ kritisiert – „es tut sich viel zu wenig“. Lebhafter Applaus im Publikum. Und dann gab es noch eine schnelle Einführung in die Feiern zum iranischen Neujahrsfest, das just auf diesen Mittwoch fiel: Dass auf dem Tisch sieben Sachen stehen müssen, die auf Persisch mit S anfangen, darunter Äpfel, Essig und Geld.

Und dass man 13 Tage nach dem Fest ein aufgekeimtes Korn in ein fließendes Gewässer werfen müsse, um alle schlechten Geister damit aus dem Haus zu vertreiben: „Ich werfe meines immer in die Panke“, erzählt Tabatabai aufgeräumt. „Und erwarte immer, dass die Polizei mich mal verhaftet“.

„Männer im Baumarkt“ hat Tabatabai auch in Frankfurt gesungen - hier auf YouTube:

Im Anschluss gab die Sängerin unter anderem ein iranisches Liebeslied zum Besten: „Sultan meines Herzens“. Und Moderator David Friedrich überraschte sie mit der Darbietung eines Gedichts auf Persisch und machte deutlich, dass diese fröhliche Verständigung gern noch minutenlang hätte weitergehen können.

Am 30. Oktober ist Jasmin Tabatabai mit ihrer Band David Klein Quartett erneut im Kleist Forum zu Gast. Gelegenheit, das Gespräch fortzusetzen.

Jasmin Tabatabai im Kleist-Forum Frankfurt (Oder)

● Vielen ist Jasmin Tabatabai als Schauspielerin bekannt, etwa als Kommissarin in der ZDF-Krimiserie „Letzte Spur Berlin“.

● Auch als Sängerin ist sie schon lange aktiv und erfolgreich.

● Für „Eine Frau“, ihre erste CD als Jazz- und Chansonsängerin wurde Tabatabai aus dem Stand mit einem Echo-Jazz ausgezeichnet.

● Nun ist ihre dritte CD „Jagd auf Rehe“ veröffentlicht.

● Aus diesem Anlass kommt sie zu einem Konzert ins Kleist-Forum nach Frankfurt (Oder).

● Das Konzert wurde vom Veranstalter vom 24. Februar auf den 30. Oktober 2024 verschoben.

● Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Tickets (46,75 / 41,80 €) gibt es unter kleist-forum.de