K.I.Z in Berlin
: Band spielt auf Demo „All Eyes on Gaza“ – was steckt dahinter?

Die Band K.I.Z verkünden ihren Auftritt bei der pro-palästinensischen Kundgebung „All Eyes on Gaza“ in Berlin. Veranstaltet werden Kundgebung und Konzert unter anderem von Amnesty International.
Von
Janine Reinschmidt,
Boris Kruse
Berlin
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Berliner Rapper K.I.Z: ARCHIV - 08.09.2018, Berlin: Nico Seyfrid (l-r), Musiker, Tarek Ebéné, Musiker und Maxim Drüner der Band «K.I.Z» stehen beim zweitägigen Musikfestival Lollapalooza auf dem Gelände des Olympiaparks auf der Bühne. Mit seinem neuen Album «Rap über Hass» hat es das Berliner Rapper-Trio K.I.Z. nach sechs Jahren wieder an die Spitze der deutschen Album-Charts geschafft. (zu dpa: «Neues Album der Berliner Band K.I.Z erobert Chart-Spitze») Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Berliner Rapper K.I.Z bestehen aus Nico Seyfrid (l-r), Tarek Ebéné, Musiker und Maxim Drüner.

Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
  • K.I.Z tritt am 27. September bei der Kundgebung „All Eyes on Gaza“ vor dem Bundestag auf.
  • Die Band kritisiert auf Instagram Israels Militäroperation in Gaza als „Genozid“.
  • Veranstalter sind u. a. Amnesty International, medico international und die palästinensische Gemeinde.
  • Kundgebung fordert Ende der militärischen Kooperation mit Israel und humanitäre Hilfe für Gaza.
  • Amnesty International steht wegen Vorwürfen von Antisemitismus in der Kritik.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Berliner Hip-Hop-Trio K.I.Z war immer schon eine politische Band. Mit ihrer jüngsten Ankündigung untermauern die Mitglieder Tarek, Maxim und Nico diesen Anspruch - allerdings in einer Art und Weise, mit der sie sich auch Widerspruch einhandeln dürften. Auf ihrem Instagram-Profil gaben K.I.Z jetzt bekannt, dass Sie mit einem Auftritt an der Kundgebung „All Eyes on Gaza - Stoppt den Genozid!“ am 27. September auf der Wiese vor dem Deutschen Bundestag teilnehmen werden.

Während die israelische Armee in Gaza einen Genozid verübt, spricht die Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ganz offen davon, die noch überlebende palästinensische Bevölkerung aus dem Gebiet zu vertreiben“, schreiben K.I.Z auf ihrem Instagram-Profil. Und weiter: „Das Leid der Menschen ist ungebrochen.“

K.I.Z aus Berlin rappen über gesellschaftliche Themen

Die Berliner Rapper Tarek, Maxim und Nico waren spätestens 2015 mit dem Hit „Hurra, die Welt geht unter“ in aller Munde. Mit dem Album „Hahnenkampf“ hatten sie bereits im Jahr 2007 ein Top-10-Album herausgebracht. Gegründet hat sich die Formation bereits im Jahr 2005, damals noch als Quartett. Seither sind sieben Studioalben erschienen. Zuletzt veröffentlichten K.I.Z im Juni 2024 das Album „Görlitzer Park“, das bis auf Platz eins der deutschen Charts stieg.

Thematisch ist die Titel-Single eine Auseinandersetzung mit Gewalt, Drogen, Obdachlosigkeit und einer rigiden, letztlich aber gescheiterten Sicherheitspolitik in den Wohnquartieren rings um den Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg.

K.I.Z spielt bei „All Eyes on Gaza“ – zwiespältige Reaktionen

Dass die Berliner Rapper nun an einer pro-palästinensischen Kundgebung teilnehmen, spaltet die Instagram-Nutzer. „Weder ein Wort zu Hamas, noch zu den Geiseln … interessant“, schreibt weinromantik. Andere wiederum freut der Auftritt, sowie bob.der.jaegermeister: „Stabil seit über 20 Jahren. Danke für diesen Beitrag“.

Veranstaltet wird die Kundgebung samt Konzert unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die diese Worte der Band ebenfalls auf ihrer Webseite teilt. Auch die palästinensische Gemeinde Deutschland sowie medico international rufen zu der Kundgebung auf. Weitere angekündigte Künstler auf der Bühne neben K.I.Z sind Pashanim und Ebow. Die Kundgebung soll zwischen 17 und 21 Uhr am 27. September stattfinden.

Die Stimmung in Berlin mit seinen vielen muslimisch geprägten Communities ist aufgeheizt, seit die islamistische Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023, am jüdischen Feiertag Simchat Tora, den Staat Israel überfallen hat. Auf Demonstrationen und an Hochschulen entspannen sich harte Dispute bis hin zur Gewalt über der Frage, wie mit dem Gedanken an die rund 1200 israelischen Mordopfer und die darauffolgende massive Militäroperation Israels gegen Palästina umzugehen sei. Manche sprechen daher von einem Genozid an der palästinensischen Bevölkerung, diese Kategorisierung ist unter Experten jedoch höchst umstritten. Anfang August kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz den Stopp von Waffenlieferungen nach Israel an.

Experten äußern Kritik an Amnesty International

Mit der Kundgebung vor dem Bundestag fordern die Veranstalter die Bundesregierung dazu auf, die militärische Kooperation mit Israel zu beenden sowie einen uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen. „Wir verurteilen alle Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen, unabhängig davon, ob sie von israelischen oder palästinensischen Akteur:innen begangen werden. Für uns gelten das Völkerrecht und die Menschenrechte immer und für alle“, heißt es auf der Internetseite der Kundgebung.

Manche Experten werfen Amnesty International indessen seit Jahren vor, ein Antisemitismusproblem zu haben beziehungsweise gegenüber dem Judenhass im Nahen Osten blind zu sein. So veröffentlichte Amnesty International zu Beginn des Jahres 2022 einen Bericht, in dem die israelische Politik gegenüber den Palästinensern als Apartheid gekennzeichnet wurde – ein Vergleich mit dem früheren System der sogenannten Rassentrennung in Südafrika, der von vielen Experten als unzulässig und unzutreffend abgetan wird.