In dieser Woche begann die kanadische Rockband Arcade Fire in Dublin ihre Europatournee – unter ungünstigen Umständen. Das US-Magazin Pitchfork zitierte mehrere Personen, die dem Sänger der Band, Win Butler, sexuelles Fehlverhalten vorwerfen. Butler bestätigte die Kontakte, betonte aber deren Einvernehmlichkeit.
Im Vorprogramm der Arcade-Fire-Konzerte gebucht war die Sängerin Leslie Feist mit ihrer Band. Auf ihrem Instagram-Account bezieht sie nun Position. Sie habe die Schlagzeilen zur selben Zeit gelesen wie ihre Fans, schreibt Feist. Zu diesem Zeitpunkt habe sie gerade mit ihrer Band in einem Dubliner Pub für die Europa-Tour mit Arcade Fire geprobt. Sie sah sich in ein Dilemma gestürzt: „Auf der Tour zu bleiben, würde symbolisieren, dass ich Win Butler entweder verteidige oder die Schmerzen ignoriere, die er zugefügt hat. Die Tour zu verlassen, würde implizieren, dass ich ein Urteil über ihn fälle, Richterin und Geschworene zugleich bin.“
Fährt nach Hause: Die kanadische Künstlerin Feist
Fährt nach Hause: Die kanadische Künstlerin Feist
© Foto: Solum, Stian Lysberg/NTB SCANPIX/dpa

„Ich fahre nach Hause“

Allerdings machte sie deutlich: „ Ich spiele für meine Band, für meine Crew, deren Liebsten und unser aller Familien, und für die Leute, die ihr hart verdientes Geld dafür bezahlen, um Teil der kollektiven Synergie zu sein, die man eine Show nennt.“ Der Heilungsprozess nach sexuellen Übergriffen sei schwierig, so Feist, und sie könne ihn weder durch Verlassen der Tour noch durch Bleiben lösen. Aber: „Ich kann nicht weitermachen.“ Sie übernehme nun Verantwortung: „Ich fahre nach Hause.“
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Auftritt am 29. September in Berlin geplant

Die Europatour von Arcade Fire führt im Laufe des September auch nach Deutschland: Auftritte in Köln und München stehen auf dem Plan. Am Donnerstag, 29. September, wollen sie in Berlin in der Mercedes-Benz Arena auftreten. Tickets für das Konzert zu Preisen zwischen 54,85 Euro und 115,10 Euro sind noch erhältlich (Stand: 2.9.)
Win Butler ist seit 2003 verheiratet mit seiner Bandkollegin Régine Chassagne, die sich gegenüber „Pitchfork“ zu ihrem Ehemann bekannte: „Er würde niemals eine Frau ohne deren Einverständnis berühren, und ich bin sicher, dass er es nie getan hat.“ In Kanada haben, laut Spiegel, einige Radiosender angekündigt, Arcade-Fire-Songs aus dem Programm zu nehmen.