Lollapalooza Berlin 2023: David Guetta und Macklemore als Headliner – wer sind die Newcomer?

Immer gut, um Newcomer zu entdecken: Am 9. und 10. September 2023 findet das Lollapalooza wieder auf dem Olympiagelände Berlin statt
Britta Pedersen/dpaDavid Guetta, Mumford & Sons, Macklemore – wäre es 2013, das Line-up des Lollapalooza Berlin würde vor aktuellen Megastars nur so strotzen. Doch wir schreiben das Jahr 2023. Und auch wenn die genannten Headliner noch immer große Acts sind und neue Musik herausbringen, ihre erfolgreichste Zeit liegt mitunter schon etwas zurück. Aber das heißt nicht, dass das bunte Festival nicht mehr relevant ist. Im Gegenteil.
Von der diesjährigen Riege an Headlinern sollte man sich nicht täuschen lassen: Das Lollapalooza erweist sich noch immer als Startrampe für musikalische Newcomer. Manchmal sogar für Megastars von morgen. Das hat Tradition. Bereits 1991, dem Jahr, in dem das Lollapalooza in der Wüste von Arizona das Licht der Welt erblickte, bewiesen die Booker ein Händchen für Neuentdeckungen. Mit den Nine Inch Nails buchten sie damals ein noch weitgehend unbekanntes Musikprojekt, das in der Alternative-Szene heute Legendenstatus genießt.
Nina Chuba kam zum Durchbruch mit „Wildberry Lillet“
Der Knall des Durchbruchs war auch auf der deutschen Lollapalooza-Bühne bereits zu hören. Vergangenes Jahr stand dort Nina Chuba; und zwar nur einen knappen Monat, nachdem ihr die Hit-Single „Wildberry Lillet“ den Weg zum angesagtesten Pop-Act Deutschlands ebnete. Doch wie sieht es in diesem Jahr aus? Welche Acts sind im Olympiapark noch im kleinen Rahmen zu genießen, bevor sie die Massen locken?
Marie Bothmer: Talent zwischen Pop und Rap
Apropos Nina Chuba: In Sachen Flow steht Marie Bothmer der „Wildberry Lillet“-Sängerin in nichts nach. In der deutschen Musiklandschaft tauchte die 27-Jährige aus Prien am Chiemsee 2016 zum ersten Mal auf. Ihre damalige Single „Es braucht Zeit“ schaffte es sogar bis in den Soundtrack des Films „Unsere Zeit ist jetzt“.
Zur lieblichen Stimme von damals hat sich inzwischen Sprechgesang gesellt. Und die Klavierbegleitung hat Beats Platz gemacht, die irgendwo zwischen Pop und Rap oszillieren. Wie gut diese Kombi funktioniert, stellt die Musikerin auch auf ihrer aktuellen Single „Bothmers Schloss“ unter Beweis – und sicher auch auf der Lollapalooza-Bühne.
Jesse Jo Stark: Wunderbar melancholische Stilikone
Neben ihrer Musik ist Jesse Jo Stark auch als Modedesignerin tätig. Doch wenn sie so weitermacht, braucht sie bald definitiv kein zweites Standbein mehr. Die Sängerin aus Kalifornien erinnert mit ihrer Stimme ein wenig an Gwen Stefani und mit ihren atmosphärisch-träumerischen Sounds stark an Lana del Rey.
Und wie die beiden Musikerinnen hat auch Jesse Jo Stark das Zeug zur Stilikone. In ihren Outfits und Plattencovern wird die Ästhetik alter Horror-B-Movies mit einem Schuss Americana und jeder Menge Los-Angeles-Glamour vermischt. Erfahrene Musik-Connaisseure sind auf die 32-Jährige längst aufmerksam geworden. Sex-Pistols-Gitarrist und Radio-DJ Steve Jones erklärte sich etwa schon 2014 zu einer Kollaboration auf ihrer Debüt-EP bereit. Vergangenes Jahr kam mit „Doomed“ der erste Langspieler von Jesse Jo Starks heraus – mit wunderbar melancholischen Songs.
Rua: Rapperin mit Attitüde und Ohrwürmern
Schon als Teenie hat Rua erste Raptexte geschrieben und per Handyvideo online gestellt. Es dauerte nicht lange, bis ein Plattenvertrag folgte – und die erste Single „Bad and Boujee“. Heute ist ihr Status als vielversprechendes Talent der deutschen Rap-Szene gewissermaßen zertifiziert. Die Hiphop.de-Awards jedenfalls kürten sie vor zwei Jahren zum „Bester Newcomer national“.
Auf diesem Erfolg ausruhen will sich die Münchener Rapperin mit marokkanischen und ägyptischen Wurzeln aber nicht. Dieses Jahr veröffentlichte die 28-Jährige mit „Dirty South“ ihr zweites Album, auf dem Attitüde und Ohrwurm-Faktor zusammenkommen. Auch live gilt Rua als energische Performerin. Und von denen kann ein Festival nie genug haben.
Pantha: Faible für die dunkle Seite
Nicht nur bei Spotify hat es Pantha längst in die „Best of Deutschpop“-Playlist geschafft, auch in Hot Lists anderer Streamingdienste ist die Sängerin zum Stammgast geworden. Kein Wunder! Mit lieblichen Klängen bei gleichzeitig beißend-abrechnenden Texten hebt sich die 24-Jährige von den zahlreichen kantenlosen Pop-Interpreten erfrischend ab.
Pantha selbst bezeichnet ihre musikalische Stilrichtung als Dark Pop. Auf Songs wie „Richtig Scheiße“ oder „10 Dinge“ haucht sie mit zartem Gesang über Pop-Beats das Blatt vor dem Mund weg. Ein wenig erinnert die Mannheimerin dabei an Billie Eilish. Ihre schonungslos authentische Musik dürften aber trotzdem nicht nur jene feiern, die ein ausgemachtes Faible für die dunkle Seite haben.



