Marilyn Manson in Berlin 2025: Zweiter Auftritt – Ausblick auf Konzert in Schmeling-Halle

Mehr als nur einmal war die Unberechenbarkeit Teil seiner Auftritte: US-Musiker Marilyn Manson (hier 2018 in Mexiko-Stadt) spielt am 17. November 2025 ein Konzert in der Max-Schmeling-Halle in Berlin.
Christian Palma/AP/dpa- Marilyn Manson spielt am 17. November 2025 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin.
- Konzert der „One Assassination Under God Tour“ ist mit 12.000 Fans ausverkauft.
- Provokante Aktionen wie Bibelverbrennungen prägten frühere Auftritte, heute weniger radikal.
- 2021 Vorwürfe gegen den Sänger wegen Missbrauchs, Vorwürfe wurden bestritten.
- Erwartet wird eine professionelle Show ohne Exzesse, wie zuletzt im Februar in Berlin.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wo auch immer Marilyn Manson auftritt, erklingen selten nur verzerrte Gitarren. Die Diskussion über das, was auf wie abseits der Bühne passiert, übertönt gelegentlich sogar die Verstärker. Der selbst ernannte „Antichrist Superstar“ war nie nur Musiker, sondern immer auch verlässlicher Lieferant für Schocker und Skandale. Erst jüngst wurde sein für Ende Oktober geplantes Konzert im britischen Brighton abgesagt. Grund war Kritik seitens britischer Politikerinnen und eine Kampagne gegen die geplante Show.
In Berlin indes soll Marilyn Manson am 17. November wie geplant in der Berliner Max-Schmeling-Halle auftreten. An Publikum wird es nicht mangeln, längst ist das Konzert der „One Assassination Under God Tour“ ausverkauft. Bleibt die Frage, was der Musiker seinen rund 12.000 Fans in Berlin bietet?
Bibelverbrennungen, Blut, sexuelle Gesten – Provokateur Marilyn Manson
Die Liste seiner Bühnenaktionen jedenfalls liest sich wie ein Manifest der Provokation: Bibelverbrennungen, blutige Selbstverletzungen, sexuelle Gesten, die noch heute Feuilleton-Debatten füllen könnten. Vor allem in den 1990er-Jahren versuchte Marilyn Manson, mit derartigen Aktionen moralische Tabus, Autoritäten und gesellschaftliche Doppelmoral anzugreifen. Schock als Kunstmittel verstand er wie kaum ein zweiter Musiker einzusetzen. Mit seiner medienwirksamen Selbstinszenierung entzückte er Fans und entsetzte Kritiker gleichermaßen.
Immer häufiger begleiteten die ästhetisch-politischen Provokationen einer Marilyn-Manson-Show aber auch handfeste Eskapaden. 2019 etwa spuckte er einer Videografin in New Hampshire ins Gesicht. Eine Aktion, für die er sich vor Gericht zu verantworten hatte. Auch Unfälle begleiteten seine Shows. Im Jahre 2017 stürzte in New York ein Teil der Bühnendeko auf den Sänger, der anschließend im Krankenhaus behandelt werden musste.
Auch wurden in der Vergangenheit Auftritte abgebrochen, weil Marilyn Manson auf der Bühne kollabiert war. Ob bewusst oder unfreiwillig – Unberechenbarkeit war ein fester Bestandteil von Mansons Liveshows.
Marilyn Mansons Image hatte lange wenig mit Musik zu tun
Neben der Bühne warf auch das Privatleben von Brian Warner, wie der US-amerikanische Sänger mit bürgerlichem Namen heißt, dunkle Schatten. Im Jahre 2021 erhoben die Schauspielerin Evan Rachel Wood, die mit dem Musiker liiert war, und andere Frauen schwere Vorwürfe wegen Missbrauchs, Manipulation und Gewalt. Der 56-Jährige selbst bestritt die Vorwürfe. Sein öffentliches Image war spätestens jetzt aber kaum noch von seiner Musik geprägt.
Erst seit Kurzem sucht Marilyn Manson den Weg zurück ins Rampenlicht. Mit „One Assassination Under God – Chapter 1“ hat er vergangenes Jahr ein neues Album vorgelegt. Im April erschien zudem ein Cover des Phil Collins-Hits „In The Air Tonight“. Und seit über einem Jahr befindet er sich auf Welttournee, die ihn bereits im Februar nach Berlin führte. Es war das erste Mal seit acht Jahren, dass Manson in der Hauptstadt aufgetreten war.
An Exzessen und Eskapaden spart Marilyn Manson heute
Nun folgt die zweite Show in nur wenigen Monaten. Was ist von ihr zu erwarten? Schocker? Skandale gar? Eher nicht. Ist sein Auftritt in der Columbiahalle im Februar ein Indiz, dürfen Fans mit einer soliden Show rechnen. Marilyn Manson Stimme, seine Bühnenpräsenz und die theatralische Produktion wirken im Jahr 2025 professionell und durchdacht.
Der Schock-Faktor mag noch vorhanden sein, ist aber nicht mehr so radikal wie früher. Auch Exzesse und Eskapaden suchte man zuletzt vergeblich. Marilyn Manson dürfte in Berlin also eine bewusst dosierte und weniger impulsive Show liefern. Fans kontrollierter Intensität und zu Ende gespielter Setlists können sich also freuen.



