Neuer Kulturstaatsminister: Was von Wolfram Weimer für die Kultur zu erwarten ist

Wolfram Weimer
Thomas Banneyer/dpa- Wolfram Weimer wird neuer Kulturstaatsminister der Merz-Regierung.
- Weimer ist Verleger und gründete das Magazin "Cicero".
- Er ist katholisch, konservativ und wirtschaftsliberal.
- Weimer ist für seine meinungsstarken Publikationen bekannt.
- Stärkung der unabhängigen Presse und Medienpolitik sind ihm wichtig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Groß gewachsen ist er – und war mit dem Zweimetermann Mathias Döpfner ein eindrucksvolles Kurzzeit-Duo an der Springer-Spitze: Der 1964 in Gelnhausen geborene Wolfram Weimer war von 2000 bis 2002 als Chefredakteur erst der „Welt“, dann auch der „Morgenpost“ in Springers Diensten tätig, bevor er im Auftrag des Schweizer Medienunternehmen Ringier das Polit-Blatt „Cicero“ gründete und bis 2010 leitete.
Nach einem eher glücklosen Intermezzo bei Focus gründete er mit der Weimer Media Group seinen eigenen Verlag. Das in Bayern ansässige Unternehmen verlegt mehrere Magazine, darunter „The European“, den „Wirtschaftskurier“, „Markt und Mittelstand“ sowie das Satiremagazin „Pardon“. Es veranstaltet jährlich den Ludwig-Erhard-Gipfel mit der Verleihung des Freiheitspreises der Medien. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an den früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Schon Michael Neumann kam als Verleger ins Amt
Ein Medienmann als Kulturstaatsminister der CDU/CSU/SPD-Regierung also. Das folgt guter Tradition – hatte doch Gerhard Schröder (SPD) 1999 das von ihm neu geschaffene Amt zunächst mit dem Verleger Michael Naumann besetzt. Der sah sich als Diskurs- und Ideentreiber – und sorgte in der noch jungen Berliner Republik tatsächlich für hitzige Debatten, etwa über das Verhältnis zwischen Bund und Ländern, oder über das geplante Holocaust-Mahnmal.
Auch Wolfram Weimer ist ein meinungsstarker Publizist, und damit regelmäßig angeeckt, wenn er über die „Rückkehr der Religion“, über „naiven Multikulturalismus“ oder die sexuelle Orientierung der hessischen Kulturministerin Karin Wolff schreibt.
Katholisch, konservativ, wirtschaftsliberal
Weimer, nach eigenen Angaben katholischen Glaubens, hat in Frankfurt und Washington Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik studiert. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter „Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit: Warum die Krise uns konservativ macht“, „Sehnsucht nach Gott – Warum die Rückkehr der Religion gut für unsere Gesellschaft ist“ sowie der „Supernanny-Staat – Warum wir in die Bevormundungsrepublik driften“. Eigentlich ist er allerdings ein Wirtschaftsmann, seit seinen Anfängen als Wirtschaftsjournalist der „FAZ“ und hat sich in dem Zusammenhang zu Deregulierung, Anreizpolitik und Reduzierung der Staatsquote ausgesprochen.
Ob das dem Kulturbereich, der angesichts der Entwicklungen in Kommunen und Ländern wie Hamburg und Berlin vor neuen Kürzungswellen zittert, zur Beruhigung gereichen dürfte? Immerhin ist Weimer genauso Außenseiter ohne Hausmacht in der Politik wie der bislang als aussichtsreicher Kandidat gehandelte Joe Chialo, dem ebendies in Berlin zum Verhängnis wurde – und der Berliner Kultur mit ihm.
Was man aber von Wolfram Weimer auf jeden Fall erwarten dürfen wird, ist eine nach vorn gewandte Medienpolitik. Zwar hatte die CDU/CSU/SPD-Koalition den angestrebten 7-Prozent-Steuersatz für Medienerzeugnisse doch wieder aus dem Koalitionsvertrag gestrichen. Doch die Stärkung einer unabhängigen Presse dürfte Wolfram Weimer – im Verein mit dem neu geschaffenen Digitalminister Karsten Wildberger – auf jeden Fall am Herzen liegen, qua beruflicher DNA


