Oper Oder Spree 2024: Shakespeare, aber anders – das bietet die beliebte Sommeroper

Laue Nächte im Kreuzhof des Klosters Neuzelle - auch 2024 ist hier wieder die Premiere der "Oper Oder Spree", bevor es weiter auf die Burg Beeskow geht.
Bernd GellerExkursionen nach Müncheberg, Strausberg und Eisenhüttenstadt, eine neue Bühne im Burghof in Beeskow und als neues Format ein „Sommernachtskonzert“ - das sind die Neuerungen des beliebten Sommeroperformats Oper Oder Spree. Alles noch ein bisschen „im Fluss“, das heißt auf dem Weg zu neuen Ufern, aber garantiert selbst produziert, mit „phantastischen jungen Sängerinnen und Sängern“, wie Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle, erklärt.
Der internationale Opernkurs dazu hat schon im vergangenen Jahr stattgefunden. Und Frauke Bischinger als Teil des künstlerischen Leitungsteams erklärt, was die Frische des Zugriffs und die Qualität der Stimmen angeht, brauche man sich vor der ungleich größeren Kammeroper Schloss Rheinsberg nicht verstecken.
Nachdem im vergangenen Jahr die Wiederaufnahme des Händel-Oratoriums „Triumph von Zeit und Wahrheit“ als Gastspiel in diversen Kirchen der Region auf dem Programm steht, gibt es in diesem Jahr wieder eine Neuproduktion: Shakespeares „Sommernachtstraum“, künstlerisch verknappt zum „Traum-Nacht-Sommer“, mit einem Musikmix aus Henry Purcell, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Benjamin Britten und einem variablen Bühnenbild, das vor allem durch Bälle bestimmt ist. „Das wollte ich schon immer, ein luftiges Bühnenbild, etwas zum Aufblasen“, erklärt Frauke Bischinger. Premiere ist am 22. August im Kreuzhof von Kloster Neuzelle, weitere Vorstellungen sind ab 5. September auf der Burg Beeskow.
Regisseur Lars Franke ist es wichtig, dass auch Puck, der bislang nie musikalisch eine Stimme bekam, diesmal singt – sogar in doppelter Gestalt. Im Zentrum stehen allerdings die Handwerker, bei Shakespeare nur ein komischer Nebenstrang der Handlung, die „die normalsten im Stück sind“, so Arnold Bischinger, Kulturamtsleiter auf der Burg Beeskow. Frauke Bischinger hat dazu einen clownsfähigen Blaumann-Anzug entworfen, zur Programmvorstellung gab es noch ein Handwerkerset.

Mit Handwerkskoffer: Frauke Bischinger unde Lars Franke, die künstlerischen Leiter der Oper Oder Spree, und Veit Kalinke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree bei der Programmvorstellung im Kleist-Forum Frankfurt (Oder)
Christina TilmannWeil die Oper nicht nur junge Stimmen, sondern auch junges Publikum braucht, gibt es dazu erneut die Kinderoper „Der kleine Sommernachtstraum“, in der zwei Sänger mit Klavierbegleitung das Thema für Kids ab 7 Jahren zugänglich machen. Um das möglichst weit in die Region zu tragen, sind diesmal nach der Premiere am 8. Juni auf der Burg Beeskow die Stadtpfarrkirche Müncheberg, die Andere Welt Bühne Strausberg und der Theaterhof im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt mit im Programm. Anstelle der Operngala, die künftig nur noch alle zwei Jahre stattfindet, gibt es ein „Sommernachtskonzert“ in Beeskow, Neuzelle und der Ragower Mühle, das den Sängerinnen und Sängern der Musiktheaterproduktion ab 17. Juli die Möglichkeit zum Auftritt gibt.
Üppig finanziert ist die Oper Oder Spree trotz einer treuen Förderung der Sparkasse Oder-Spree in Höhe von 15.500 Euro nicht gerade, gibt Norbert Kannowsky zu, weshalb man viel auf Flexibilität setzt. Wohin die Reise im kommenden Jahr geht, ist noch nicht klar, sagt Arnold Bischinger. Soviel jedoch ist klar: Die Kirchen der Region, die dem Händel-Oratorium „Triumph von Zeit und Wahrheit“ bereitwillig ihre Türen öffneten, sind beim „Sommernachtstraum“ deutlich zurückhaltender. Man denke bei „Sommernacht“ vielleicht auch eher an die schönen Parks der Region, meint Frauke Bischinger. Klar ist: Die Oper bleibt weiter auf dem Weg.
Oper Oder Spree 2024 - wo gibt es Tickets und was kosten sie?
Die Karten für „Traum Nacht Sommer“ kosten 30 Euro, für das Sommernachtskonzert 24 Euro und für die Kinderoper „Der kleine Sommernachtstraum“ zwischen 5 und 12 Euro. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende zahlen jeweils 5 Euro. Tickets sind in der Kloster-Information und in der Besucherinformation Neuzelle, auf der Burg Beeskow sowie in allen reservix-Ververkaufsstellten oder online unter www.operoderspree.de erhältlich. Es können zusätzliche Vorverkaufs- und Systemgebühren anfallen.



