Pankow: Ostrock-Band gibt Termine für Abschiedstour bekannt

Starten ihre „Bis zuletzt“-Tour am 17. Januar 2025 in Cottbus: die Band Pankow mit Andreas Dziuk (v.l.), Jürgen Ehle, André Herzberg und Stefan Dohanetz
Sören Stache/dpa„Wir wollen das Ding gemeinsam gut beenden“, sagt André Herzberg. „Das bedeutet, es noch einmal zu feiern“. Das Ding, von dem der Pankow-Sänger spricht, sind 40 Jahre Musikgeschichte. Und die Feier ist eine letzte Tour. Bereits vergangene Woche verkündeten Pankow ihren Abschied. Im Berliner Prater hat die Ostrock-Band am Dienstag (30.1.) nun über die Gründe für das Aus gesprochen und erste Termine der Tour verkündet. Fans aus der Region dürfen sich freuen.
Los geht es in einem Jahr. Der Vorverkauf startet am Donnerstag, dem 1. Februar 2024. VVK-Ticketslinks sind ab Mittwoch, dem 31. Januar 24 auf www.pankow.band erhältlich. Im Rahmen der „Bis zuletzt“-Tour wird sich die Kultband quer durch den Osten Deutschlands spielen. 15 Termine stehen bereits fest. Neben Berlin (15.2.) umfasst der Tourplan mit Potsdam (25.1.) und Neuruppin (14.2.) auch Konzerte in der Region. Der Auftakt der Abschiedstour findet zudem in Cottbus (17.1.) statt. Dass es darüber hinaus weitere Shows geben könnte, deutete Pankow auf der Pressekonferenz an. So seien weitere Termine für den Sommer noch in der Planung. Auch über Open Airs denkt die Band nach.
„Bis zuletzt“-Tour steht am Ende von 40 Jahren Bandgeschichte
Mit der Tour findet ein vier Jahrzehnte umfassendes Kapitel Musikgeschichte sein Ende. Bereits früh nach der Gründung von Pankow im Jahre 1981 setzte die Band, die den „Punk“ im Namen des Berliner Stadtbezirks betonte, nachhaltige und aufmerksamkeitswirksame Akzente. Schon das Erstlingswerk „Paul Panke“, ein theaterartiges Rockspektakel, bescherte der DDR-Musikszene eine neue Kultfigur, die auf Bühnen und Kulturhäusern des Landes Zehntausende begeisterte. Was folgte, ist eine musikalische Karriere, die in der DDR ihresgleichen suchte.
Doch es ist nicht das erste Mal, dass Pankow einen Abschied verkünden. Bereits 1998 diente der Biergarten im Prenzlauer Berg als Kulisse für das vorerst letzte Konzert der Band. Herzberg und Bandkollegen verfolgten im Anschluss eigene Projekte. Erst 2004 fanden sie sich wieder musikalisch zusammen. Die Kölner Kollegen von BAP suchten damals Unterstützung für ihre Tournee durch den Osten. Als aus der Tour nichts wurde, gingen die Mitglieder von Pankow kurzerhand selbst auf Konzertreise durch Ostdeutschland – und kamen wieder auf den Geschmack.
Das letzte Studioalbum ist bereits 13 Jahre alt
Eine „sehr, sehr erfolgreiche Tour“, sei es damals gewesen, sagt Gitarrist Jürgen Ehle im Rückblick. Die Band wollte im Anschluss direkt weitermachen. 2006 veröffentlichte sie dann mit „Nur aus Spass“ ein neues Studioalbum. Doch die Ostrocker merkten schnell, dass sie mit der alten Arbeitsweise – viele Konzerte, ständig neues Material schreiben – nicht weiterkommen. Stattdessen gingen Pankow dazu über, alle zwei, drei Jahre eine Tour zu spielen. Auch Platten entstanden nur, wenn sich genügend Material angehäuft hatte. So ist das jüngste Studioalbum, „Ein neuer Tag in Pankow“, bereits 13 Jahre alt.

André Herzberg (l.) und Jürgen Ehle von Pankow bei der Pressekonferenz im Berliner Prater
Michael HeiderDoch diese seit nunmehr zwei Jahrzehnten gepflegte Arbeitsweise habe auch Nachteile, gesteht Ehle. Die Bandmitglieder haben sich zwischenzeitlich Monate, fast jahrelang nicht gesehen und gingen in der Zwischenzeit anderen Projekten nach, die ebenfalls Zeit und Kraft kosten. André Herzberg war solo unterwegs und schrieb Romane, Drummer Stefan Dohanetz spielt in der Band von Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel, Gitarrist Ehle in der von Regisseur und Musiker Andreas Dresen, außerdem arbeitet er als Studiomusiker. Und Keyboarder Andreas „Kulle“ Dziuk fungiert als musikalischer Leiter an verschiedenen deutschen Theatern.
Neue Musik von Pankow wird es wohl kaum noch geben
„Das hat auch Auswirkungen, da kommt man nicht drumherum“, so Ehle über die Gründe für das Band-Aus. Auch wolle man die Karriere „mit Geist beenden“, sagt der 69-jährige André Herzberg. Der Sänger jedenfalls hat kein Interesse daran, noch als Greis auf der Bühne zu stehen, wenn der Körper schon nicht mehr ohne Hilfsmittel mitmacht.

"Bis zuletzt" ist die Abschiedstour der Berliner Band Pankow betitelt.
Michael HeiderDie „Rolling Stones der DDR“ dürften es ihren Namensvettern aus England also nicht gleichtun und bis ins hohe Alter hinein Tour an Tour hängen. Auch neue Musik dürfte es kaum noch geben. Zwar soll ein neuer Song bis zum Tourbeginn noch fertig werden, verspricht Jürgen Ehle. Ein weiteres Studioalbum sei allerdings nicht geplant. „Das kriegen wir nicht hin“, so der 67-Jährige.
„Ihr dürft jetzt nicht aufhören“
Und so klingt es diesmal, über ein Vierteljahrhundert nach dem ersten Abschied, nicht danach, als würde es im Anschluss zu einer erneuten Reaktivierung von Pankow kommen. Dass dies die leise Hoffnung von Fans enttäuschen dürfte, machten schon Gäste am Dienstag im Prater deutlich. „Ihr dürft jetzt nicht aufhören“, sagt eine Frau im Saal mit Hinweis auf die aktuelle, krisengebeutelte Lage der Welt fast flehentlich.
Doch Pankow selbst scheinen in ihrem Entschluss gefestigt. Wehmütig wirken die Musiker jedenfalls nicht. „Wir wollen nicht irgendwann wie unsere eigene Coverband klingen“, sagte Jürgen Ehle schon im Vorfeld der Pressekonferenz. Und so scheint die etwas versteckt liegende Gaststätte im Prenzlauer Berg endgültig die Kulisse für den Abschied von Pankow geworden zu sein. Doch bevor es so weit ist, steht ja noch eine Tour auf dem Plan. Und auf der wolle man „die Trennung feiern“, so Frontmann André Herzberg.
Pankows „Bis zuletzt“-Abschiedstour (Termine)
● 17. Januar 2025: Cottbus, Glad House
● 18. Januar 2025: Dresden, Tante JU
● 24. Januar 2025: Erfurt, MsD Museumskeller
● 25. Januar 2025: Potsdam, Lindenpark
● 30. Januar 2025: Schwerin, Speicher
● 31. Januar 2025: Rostock, M.A.U. Club
● 1. Februar 2025: Stralsund, St. Jacobikirche
● 7. Februar 2025: Freiberg/Sa., Tivoli
● 8. Februar 2025: Torgau, Kulturbastion
● 14. Februar 2025: Neuruppin, Kulturhaus Stadtgarten
● 15. Februar 2025: Berlin, Kesselhaus
● 21. Februar 2025: Zwickau, Alter Gasometer
● 22. Februar 2025: Singwitz, Kesselhauslager
● 28. Februar 2025: Leipzig, Anker
● 1. März 2025: Hoyerswerda, Kulturfabrik
VVK-Ticketslinks ab 31.1.24 auf pankow.band


