Percy Jackson
: Was die Disney-Serie von Buchreihe und Film unterscheidet

Nachdem der Percy Jackson-Film 2010 viel Kritik von Fans bekommen hat, wagt Disney einen neuen Versuch mit der Serie zum Buch. Wie punktet die neue Adaption bei jüngeren als auch bei älteren Zuschauern?
Von
Jessica Reichhardt
Frankfurt (Oder)
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Die Abenteuer von Percy Jackson (Walker Scobell), Annabeth (Leah Jeffries) und Grover (Aryan Simhadri) sind seit kurzem auf Disney+ zu sehen.

Walt Disney Company

Der Halbgott Percy Jackson und seine Abenteuer haben viele durch ihre Kindheit begleitet. Sechs Büchern veröffentlichte der Autor Rick Riordan zwischen 2005 und 2009, über 180 Millionen Auflagen wurden verkauft. Zwei Filme und jetzt eine Disney+-Serie folgten.

Einer der Gründe, warum die Bücher bei Kindern so beliebt sind, ist, dass Percy sich stark als Außenseiter sieht. Für viele Kinder ist es nicht leicht, Anschluss zu finden und sich zugehörig zu fühlen. Sei es das Interesse an anderen Hobbys oder auch eine körperliche Einschränkung.

Der Protagonist Percy wächst in dem Glauben auf, an ADHS und Dyslexie (Lese-Rechtschreibschwäche) zu leiden. Erst mit 12 Jahren erfährt er von seiner Mutter, dass er in Wirklichkeit der Sohn des Meeresgottes Poseidon ist und somit selbst ein Halbblut. Zu allem Überfluss entführt Hades, der Gott der Unterwelt, Percys Mutter. Auch der Herrscherblitz von Zeus wurde gestohlen und es droht ein Krieg. Percy, sein bester Freund Grover und ihre neue Verbündete Annabeth machen sich auf die Suche nach dem Blitz und Percys Mutter.

Jüngere Schauspieler in der Serie

Ein großer Unterschied zwischen der Disney-Serienadaption und den Filmen „Percy Jackson - Diebe im Olymp“ 2010 und „Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen“ 2013 ist das Alter der Schauspieler. In der Buchreihe geht es um einen Zwölfjährigen. Zum Vergleich: Walker Scobell, der die Rolle des Percy spielt, ist selbst 15 Jahre alt. Logan Lerman war bei Erscheinen des ersten Films 2010 etwa 22 Jahre alt und spielte einen 17-jährigen Percy. Dementsprechend wurden auch die anderen Rollen mit älteren und bekannten Schauspielern besetzt. Zum Beispiel Alexandra Daddario als Annabeth, Sean Bean (“Herr der Ringe“; „Game of Thrones“) als Zeus und Kevin McKidd (“Grey's Anatomy“) als Poseidon.

Ein weiterer Kritikpunkt der Fans an dem Film war der eher düstere Ton und der mehr oder weniger fehlende Humor. Logan Lermans Darstellung des jugendlichen Halbgottes ist zwar sehr authentisch und sympathisch, aber in der Disney-Serie wird bewusst mehr auf den Humor der Bücher eingegangen.

Disney hält sich ans Buch

Während Buch-Percy sich ohne Bedenken in brenzlige Situationen stürzt, hält Grover ihn zurück, wohingegen Annabeth gerne das Kommando übernimmt. Disney berücksichtigt die Dynamik zwischen den Charakteren und ihre Eigenheiten stärker als der Film von Chris Columbus und Karen Rosenfelt. Fairerweise muss man dazu sagen, dass der Film nur eine begrenzte Anzahl von Minuten hat, während Disney mit seinen acht Episoden mehr Spielraum genießt.

Der 12-Jährige Percy Jackson wird in der Disney-Serie von Walter Scobell gespielt.

Walt Disney Company

Produzent John Catron stand bei der Produktion der Disney-Adaption in engem Kontakt mit Autor Riordan, was sich auch im Verlauf der Serie bemerkbar macht. Percy bleibt als Figur identifizierbar, sodass Kinder und Jugendliche ebenso mit ihm mitfiebern können wie ältere Zuschauer. Der Erfolg und das Lob der Fans lässt sich auch zeigen – das amerikanische Onlineportal Hollywood Deadline berichtete, dass die ersten beiden Episoden über 26 Millionen Views erzielten, die weiteren fünf Episoden in der ersten Woche jeweils über 10 Millionen Views.

Serie spricht die gesamte Familie als Zuschauer an

25 Prozent der Zuschauer seien jünger als 17 Jahre. Disney bleibt also seinem Motto treu, für die gesamte Familie zu produzieren. Die Kosten liegen laut Variety zwischen 12 und 15 Millionen US-Dollar pro Episode, insgesamt also zwischen 96 und 120 Millionen US-Dollar für die erste Staffel. Disney hat bereits grünes Licht für die Produktion der zweiten Staffel gegeben.