Rapper Finch
: Song mit Feine Sahne Fischfilet – Rechte hassen diesen Trick

Rapper Finch tut sich mit den Punkrockern von Feine Sahne Fischfilet zusammen. Warum der gemeinsame Song im Netz Empörung auslöst - und was seine Message ist.
Von
Michael Heider
Berlin
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Rapper Finch aufgenommen auf der Dachterrasse im Rahmen eines Interviews mit der Deutschen Presse-Agentur bei Universal Music. (zu dpa: «Rapper Finch macht «Schluss mit lustig»») +++ dpa-Bildfunk +++

Sorgt nicht nur mit Aktionen, sondern auch mit neuer Musik für Gesprächsstoff: der Brandenburger Rapper Finch

Christoph Soeder/dpa
  • Rapper Finch kollaboriert mit Feine Sahne Fischfilet, was im Netz Empörung auslöst.
  • Der Song "Manchmal finde ich dich scheiße" verärgert vor allem rechte Nutzer.
  • Die Zusammenarbeit folgt einer Vorgeschichte von Finch's Song "Wenn du dumm bist".
  • Finch spendet Einnahmen an Feine Sahne Fischfilet, was rechte Szene triggert.
  • Beide Künstler setzen sich gegen Rechtsextremismus ein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Aufruhr in den sozialen Medien ist groß – vor allem von rechts dröhnt der Furor: „Richtiger Müll.... kannste nehmen und bei der Antifa spielen da passt es wunderbar hin“, schreibt ein Nutzer auf Instagram. „Hängt jez mit linken rum konzert ticket sind auf ebay“, zeigt sich ein anderer enttäuscht von Finch. Grund für die Aufregung? Ein Song namens „Manchmal finde ich dich scheiße“.

Dahinter steckt eine Kollaboration von Finch und Feine Sahne Fischfilet. Oder wie es der Brandenburger Rapper und die Punkband aus Mecklenburg-Vorpommern selbst im Liedtext umschreiben: Der Abschaum hat sich vereint. „Der Frauenfeind vom Ballermann“ und „das fette Zeckenschwein“ – weitere Eigencharakterisierungen – machen nun also gemeinsam Musik.

Herausgekommen ist lupenreiner Deutsch-Punk mit Geschrammel, Ska, etwas Kneipenrauch – und schäumenden Reaktionen.

Ein anderer Song von Finch bildet die Vorgeschichte

Dabei ist die Kollaboration nicht überraschend, schließlich hat sie eine Vorgeschichte. An deren Anfang stand ein anderer Song von Finch: „Wenn du dumm bist“. Über harten Elektrobeats parodiert der Brandenburger darin rechte Wutbürger. Eine Satire, die mit Stereotypen spielt und von vielen als Kritik an AfD-Anhängern gelesen wird. Von rechts allerdings wurde der Song gelegentlich als Unterstützung missinterpretiert.

Eine Gruppe aus dem Umfeld der rechtsextremen Identitären Bewegung coverte das Lied sogar und textete es zu „Wenn du links bist“ um. Da die Melodie unverändert blieb, verdient Finch nach den GEMA-Richtlinien jedoch an der Version mit. Und das machte sich der 34-Jährige für eine gewiefte Aktion zunutze. In den sozialen Medien kündigte er an, die Einnahmen an Feine Sahne Fischfilet spenden zu wollen. „Weil ich weiß, dass es euch Holzköpfe richtig schön triggert“, wie der Brandenburger in Richtung rechter Szene kommentierte.

Die Band um Sänger Monchi positioniert sich in ihren Texten immer wieder gegen Faschismus und engagiert sich mit Konzerten und anderen Aktionen gegen Rechtsextremismus. „Danke Kameraden! Nichts lieber als Kohle von Faschos abziehen und an geile Leute in MV verteilen“, schrieb Jan Gorkow, wie der Feine Sahne-Frontmann mit bürgerlichem Namen heißt, unter die Ankündigung. Die Punker wollen die Einnahmen an linke Projekte in Mecklenburg-Vorpommern spenden.

Finch findet unglaublich, was im Internet abgeht

Was der Ankündigung folgte, waren gemeinsame Auftritte von Finch und Monchi in den sozialen Medien und nun eben das gemeinsame „Manchmal finde ich dich scheiße“. Der Song wird Teil des neuen Albums von Feine Sahne Fischfilet sein. Die Platte mit dem Titel „Wir kommen in Frieden“ erscheint am 30. Mai.

Jan "Monchi" Gorkow, Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet, steht in der Stadthalle beim letzten Konzert der Band zum Abschluss der diesjährigen Tournee auf der Bühne. 2023 kehrte die Band aus einer mehrjährigen Pause mit neuem Album und zwei eigenen Touren zurück. +++ dpa-Bildfunk +++

„Ein Song für etwas ist – und nicht gegen etwas“, so nennt Jan „Monchi“ Gorkow (r.), Sänger von Feine Sahne Fischfilet, die Zusammenarbeit mit Finch.

Bernd Wüstneck/dpa

Für die teils scharfen Reaktionen auf den gemeinsamen Song hat Rapper Finch wenig Verständnis: „Was derzeit im Internet, in manchen Kommentarsektionen und auch in meinem Postfach abgeht, ist unglaublich“, so der Brandenburger auf Instagram. „In ihrer kleinen, armseligen Welt war ich vor wenigen Wochen noch ein Held, weil sie zu naiv waren, meine Musik zu verstehen“, schreibt er über seine Kritiker. Doch egal, wie viele Drohungen oder Beleidigungen er auch bekomme: „Es bestärkt mich nur darin, den richtigen Weg zu gehen.“

Auch Kommentarspalten von Feine Sahne Fischfilet explodierten

Auch in der Fangemeinde von Feine Sahne Fischfilet gefiel die Kollaboration nicht allen. Gerade in seiner Anfangszeit fiel der damals noch unter Finch Asozial bekannte Rapper mit provozierenden Texten nicht gerade als progressive Ikone auf. „Alter, unser gemeinsames Lied mit Finch ist noch nicht mal draußen, und die Kommentarspalten explodieren“, berichtet die Band aus Mecklenburg-Vorpommern auf Instagram.

Doch die Punker stehen zu ihrem Song: „Was uns an diesem Lied viel wichtiger ist als dieses ganze Getöse von außen, ist jedoch, dass ein Song für etwas ist – und nicht gegen etwas.“

Finch und Feine Sahne Fischfilet liefern mit „Manchmal finde ich dich scheiße“ ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, Unterschiede auszuhalten und Gemeinsamkeiten zu feiern. Sorgt das wirklich nur für Empörung? Nicht ganz. Im Getöse der Kommentarspalten findet sich auch Unterstützung: „‚Lasst uns sehen was uns verbindet und nicht was uns trennt‘ können wir diese Attitüde bitte wieder zur Normalität machen? Und zwar überall?“, schreibt ein Follower der Band.

Finch Arena-Tour 2025

3. Oktober: München, Olympiahalle

7. Oktober: Dortmund, Westfalenhalle

8. Oktober: Hannover, ZAG Arena

9. Oktober: Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

10. Oktober: Frankfurt am Main, Festhalle

11. Oktober: Köln, Lanxess Arena

17. Oktober: Bremen, ÖVB-Arena

18. Oktober: Oberhausen, Rudolf-Weber-Arena

24. Oktober: Leipzig, Quarterback Immobilien Arena

25. Oktober: Dresden, Messe

30. Oktober: Hamburg, Barclays Arena

31. Oktober: Berlin, Uber Arena

Tickets für die Tour gibt es hier.