Stahlzeit in Frankfurt (Oder): Wie Rammstein? So war das Konzert in der Messehalle

Till Lindemann zum Verwechseln ähnlich: Stahlzeit-Sänger Helfried „Heli“ Reißenweber beim Konzert in Frankfurt (Oder)
Michael Heider- Stahlzeit begeistert Frankfurt (Oder) mit einer spektakulären Rammstein-Tributshow.
- 1200 Fans erleben Klassiker wie "Mein Herz brennt" und "Deutschland".
- Pyroeffekte und Bühnenpräsenz beeindrucken, Sänger Heli Reißenweber stimmlich nah an Till Lindemann.
- Stahlzeit hat sich in 20 Jahren von Vereinsfesten in die Arenen Europas gespielt.
- Tourdaten für 2025 sind veröffentlicht, Tickets sind verfügbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Frankenlied-Marsch läutet das Spektakel ein. Doch die Posaunen währen nicht lange. Abgelöst werden sie durch verzerrte Gitarren, dumpfen Donner und sengendes Feuer. Selten wurde die Statik der Messehalle Frankfurt (Oder) so auf die Probe gestellt, wie an diesem Samstagabend (5. April).
Stahlzeit heißen die Herren der Flammen und sie haben den brachialen Klang und heiße Pyro von Rammstein mitgebracht. Das Original mag inzwischen zu groß für die Oderstadt sein. Das Bedauern der hiesigen Fans darüber räumt die Tributeband aus Franken aber für die nächsten zweieinhalb Stunden aus. Mindestens.
Noch ehe die Messehalle ihre Pforten für das Publikum öffnete, warteten erste Fans bereits am abgesperrten Zugang. Analog zu Rammstein-Konzerten sind hier fast alle schwarz bekleidet – die meisten im Merch des Originals, viele mit Shirts von Stahlzeit. Kein Wunder: Eine Spontanumfrage unter den knapp 1200 Zuschauerinnen und Zuschauern durch Frontmann Helfried „Heli“ Reißenweber ergibt, dass die wenigsten hier zum ersten Mal ein Konzert der Tributeband besuchen.
Ein Best-of Rammstein in Frankfurt (Oder)
Eingeweiht oder nicht – präsentiert bekommen sie in Frankfurt (Oder) eine Setlist, die quer durch die Schaffenszeit Rammsteins führt. Es ist ein gekonnt kuratiertes Best-of. Alte Klassiker wie „Mein Herz brennt“, „Du riechst so gut“ und „Sonne“, jüngere Klassiker wie „Deutschland“ und Songs vom jüngsten Album „Zeit“ – Stahlzeit weiß die richtigen Akzente zu setzen. Eine bloße Kopie der zurückliegenden Stadion-Tour von Rammstein gibt es nicht.
Immerhin steht die Band bereits seit 20 Jahren mit Musik aus der Feder Till Lindemanns & Co. auf den Bühnen Deutschlands. Und sie machen ihrem Vorbild in Sachen Show alle Ehre. „Wenn Hitze, Sound und Emotionen zu einer gewaltigen Einheit verschmelzen“, so beschreibt Stahlzeit selbst ihre Konzerte. Sie übertreiben nicht.
Vom andächtigen Schunkeln, das Schlagerkonzerte, Musicals oder Ü51-Partys sonst im Frankfurter Funktionsbau verbreiten, fehlt an diesem Abend jede Spur. „Feuer frei“ lautet die Parole – nicht nur beim gleichnamigen Song. Mal sprühen Funken meterweit gen Hallendecke, mal regnet es sie herab. Zum militärischen Marsch-Rhythmus von „Links 2,3,4“ schießt es Feuer aus Gitarrenköpfen. Hitze, die für die Feuersäulen aus dem Boden der gewaltigen Bühne wappnen. Zwei Stunden lang steht die Messehalle in Flammen.
Nicht nur Rammstein, auch Stahlzeit sind Spektakel
Wer Rammstein schon einmal ein live gesehen hat, kann nur stauen, mit welcher Präzision die Tributeband die Essenz dieser Konzerte einfängt. Stahlzeit sind Spektakel. Lediglich Menschen mit absolutem Gehör dürften bei geschlossenen Augen den Unterschied zum Original erkennen. Sogar stimmlich ist die Tributeband denkbar nah an Lindemann. Paradoxerweise besteht die Qualität von Stahlzeit aber darin, dass sich Reißenweber nicht zwanghaft ans Vorbild klammert. Der ausgebildete Sänger setzte seine eigene Stimme ein, auch in höheren Lagen, wo sie anders klingt. Umso authentischer ist der Sound von Stahlzeit.

Flammen in der Messehalle Frankfurt (Oder): Stahlzeit haben die Rammstein’sche Showlehre verinnerlicht
Michael HeiderAuch mit geöffnetem Auge ist die Ähnlichkeit verblüffend. Mit zwei Lkw voll Equipment, Bühne und Pyrotechnik ist Stahlzeit nach Frankfurt (Oder) angereist. Selbst Metzgerschürze, Flammenwerfer und Kessel, in dem einem in Goldglitzer gehüllten Keyboarder eingeheizt wird, haben sie mitgebracht. Wer Rammstein kennt, weiß, dass das Schauspiel zu „Mein Teil“, einem Song, den der Fall des Kannibalen von Rothenburg inspirierte, live mittlerweile unverzichtbar ist.
Zu „Ich tu dir weh“ fährt Sänger Heli per Podest in die Höhe und gießt Funken aus einer überdimensionierten Kanne auf die Bühne. Mehr als nur einmal liegt der schwere Geruch von Schwarzpulver über der Halle. Immer wieder schießt sengende Hitze von der Bühne über das Publikum hinweg. Ein Abend, der auch eine körperliche Erfahrung ist. Was soll man sagen? Die Rammstein’sche Showlehre – Stahlzeit hat sie vollends verinnerlicht. Da wundert es nicht, dass immer wieder die Handykameras gezückt werden. Fast das gesamte Konzert über flimmern die Handybildschirme über den Köpfen des Publikums.
Stahlzeit hat sich in die Arenen Europas gespielt
Rammstein, Pardon, Stahlzeit kommen eben nicht alle Tage in den Osten Brandenburgs. Dass sich die Tributeband in zwei Jahrzehnten von den Bühnen lokaler Vereinsfeste in die Arenen Europas gespielt hat, ist bemerkenswert. Mit einem gefährlich feinen Grat zwischen Kunst und Provokation, martialischem Auftreten, Kontroversen und einer Live-Show, die Standards setzt, ist Rammstein schließlich ein denkbar herausforderndes Original.
Doch Stahlzeit gelingt dieser Drahtseilakt nicht nur, sie legen ihn derart grazil hin, dass sie mittlerweile eine eigene, eingeschworene Fangemeinde haben. Und die ist in Frankfurt (Oder) voll auf ihre Kosten gekommen – und im übrigen auch heil geblieben. Als mit den melancholischen Pianoklängen von „Adieu“ der Donner verstummt, der letzte Funken geflogen ist und die Flammen zu Ende lodern, steht die Messehalle noch.
Stahlzeit – „Zeitlos Neu“-Tour 2025 (Termine)
12.04.25: Nürnberg, KIA Metropol Arena
25.04.25: Teningen (Kernort), Ludwig-Jahn-Halle
26.04.25: Heilbronn, Harmonie
01.05.25: Regensburg, Donau-Arena
12.09.25: Chemnitz, Wasserschloß Klaffenbach
19.09.25: München, Circus Krone
24.09.25: Lingen (Ems), EmslandArena
25.09.25: Aurich, Sparkassen-Arena
07.11.25: Riesa, OJH
28.11.25: Landshut, Sparkassen-Arena
Tickets für die Tour gibt es hier.


