Weihnachten 2024: Diese Spaziergänge in Berlin und Brandenburg lohnen sich

Zwei Spaziergänger sind am Ufer der Oder bei Lebus mit ihren Hunden unterwegs. Wo in Berlin und Brandenburg lohnt sich ein Spaziergang besonders? Wir geben Tipps.
Patrick Pleul/dpa- Weihnachten 2024: Spaziergänge in Berlin und Brandenburg.
- Wildtiergehege Tegeler Forst, Stechlinsee, Plaue, Lebus, Rauener Berge, Kyritz-Ruppiner Heide.
- Familienfreundliche Ausflugsziele, Naturerlebnisse und historische Orte.
- Tipps für kurze und lange Spaziergänge, besondere Highlights wie Wildtierfütterung und Aussichtspunkte.
- Öffentliche Verkehrsmittel und Parkmöglichkeiten für die Ausflüge.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zu viel Weihnachtsbraten, Geschenke schon ausprobiert, der erste Familienstreit absolviert - höchste Zeit für eine Runde an der frischen Luft. Wir haben einige Tipps aus der Region zusammengestellt, die kurze und lange Beinen verzaubern - vom kleinen Auslüft-Spaziergang bis hin zum Tagesausflug.
Das sind unsere Tipps:
Besonders für Familien: Wildtiergehege Tegeler Forst in Berlin
Im Nordwesten Berlins, fernab vom hektischen Stadtchaos, befindet sich das Wildtiergehege Tegeler Forst. Auf dem rund 2,5 Kilometer langen Rundweg lassen sich grunzende Waldbewohner sowie Rot- und Damwild aus unmittelbarer Nähe beobachten. Vor allem Kinder kommen im Tegeler Forst auf ihre Kosten. Denn die dort lebenden Tiere dürfen gefüttert werden und lassen sich mit Glück sogar anfassen. Äpfel und Kartoffeln dürfen von zu Hause mitgebracht werden, ansonsten stehen Futterautomaten mit Granulat für einen Euro zur Verfügung. Wissbegierige können mithilfe von Infotafeln mehr über Wildschwein und Co. lernen. Sollten die kleinen Beine nach dem Spaziergang noch nicht müde sein, bietet der angrenzende Waldspielplatz eine weitere Möglichkeit, Energie loszuwerden. Für Familien, die mehr Zeit im Tegeler Forst verbringen wollen, lohnt sich der Besuch der „dicken Marie“. Mit rund 900 Jahren auf dem Buckel ist die Eiche Berlins ältester Baum. Angrenzend befindet sich der Tegeler See, der ebenfalls zu einem Spaziergang einlädt.
Das Gehege ist täglich und ganzjährig geöffnet. Der Parkplatz „Reiherwerder“ befindet sich ganz in der Nähe und kann über die Straße „Schwarzer Weg“ angesteuert werden. Alternativ bringt die Buslinie 222 Tierfans in die Nähe des Tiergeheges. Der Ausstieg erfolgt an der Haltestelle Heiligenseestraße/Ruppiner Chaussee.
Rund um den Stechlin - KKW, Naturparkhaus, Fischerei

Blick über den Stechlinsee. Das seit 1938 unter Naturschutz stehende Gewässer zählt mit einer Sichttiefe von rund 15 Metern zu den klarsten Seen Norddeutschlands.
Patrick Pleul/dpaKristallklares Wasser, die Legende vom roten Hahn, ein Naturschutzgebiet mit mächtigen Bäumen und der Titel eines berühmten Romans - der Stechlin ist einer der schönsten, einsamsten Seen in Brandenburg. Eine Wanderung dort ist allerdings ein Tagesausflug, die Seeumrundung von Neuglobsow aus misst 14 Kilometer. Zu allem Überfluss ist die Brücke am ehemaligen Kernkraftwerk Rheinsberg gesperrt, sodass man um das Kraftwerk herumgehen muss. Das jedoch ist an sich eine Attraktion, 1990 geschlossen und seitdem (bis voraussichtlich 2040) im Rückbau. Wer Zeit hat, solle sich unbedingt dort für eine Führung anmelden, man fühlt sich in der Leitwarte wie in einem James-Bond-Film. Gebaut wurde es 1960-1966 mitten ins Naturschutzgebiet, weil mit Stechlinsee und Nehmitzsee zwei Seen für die Gewinnung von Kühlwasser bereitstanden.
Wegen der Strecke empfiehlt es sich vielleicht, nach halber Runde umzukehren und stattdessen noch in der Fischerei einzukehren (Öffnungszeiten in der Nebensaison beachten!!!). Und wer sich danach aufwärmen und auch die Kinder an das Thema Naturschutz heranführen will, dem sei die fantasievolle Ausstellung im Naturparkhaus in Menz sehr empfohlen.
Auf den Spuren von Fontane in der Stadt Plaue

Eine Perle in Brandenburg an der Havel: das Schloss in Plaue. Es ist eine Station auf dem Plauer Fontaneweg.
Th. Messerschmidt„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand, (...)“ Ja, das Gedicht von Fontane gehört zu den bekanntesten in ganz Deutschland. Doch wer weiß, dass Fontane auch über das Schloss Plaue an der Havel geschrieben hat, in dem Band „Fünf Schlösser“ seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“? Auch wenn die goldene Herbstzeit längst vorbei ist, können Braten, Klöße und Rotkohl bei einem Spaziergang in der beschaulichen Stadt Plaue westlich der Stadt Brandenburg an der Havel abgearbeitet werden. Die rund 3,5 Kilometer lange Route dauert rund eine Stunde und vermittelt mit elf Stationen Wissenswertes zum Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Der Spaziergang ist mit schwarz-gelben Kreisen gekennzeichnet und startet an der alten Havelbrücke. Das Schlossufer gegenüber des Schloss Plaue lädt für einen Moment des Innehaltens ein.
Auf den Hängen von Lebus

Farbenprächtig leuchtet der Morgenhimmel über der Oder, während die Wiesen mit Raureif bedeckt sind.
Patrick Pleul/dpaKlassischerweise kommt man im Frühjahr hierher, wenn die Adonisröschen blühen. Doch auch im Winter ist ein Spaziergang hoch über der Oder auf den Hängen von Lebus ein Erlebnis. Der Blick reicht weit nach Polen hinüber und bis zur Stadtsilhouette von Frankfurt (Oder), wenn man Glück hat, hat der Schäfer die Schafe auf den Weiden. Der etwa eine Stunde dauernde Rundweg startet am Parkplatz in Unterkrug (auf der B112 von Frankfurt (Oder) kommend am Kunersdorfer See rechts abbiegen) und führt zunächst Richtung Birkenhof Lebus, um dann bei den Pontischen Hängen zur Oder abzusteigen. Der Rückweg führt zurück über die Hänge, wo praktischerweise alle hundert Meter eine Bank wartet. Man kann von der Schönheit des Rundblicks auch nicht genug bekommen. Wer hungrig geworden ist, kann im Restaurant Oderblick oder in der Trattoria Anglerheim in Lebus noch zünftig einkehren.
Zu Fuß in die Rauener Berge

Nicht weit vom Aussichtsturm mit über 200 Stufen hat die Eiszeit in den Rauener Bergen bei Fürstenwalde die „Markgrafensteine“ abgeladen. Sie sollen die größten Findlinge in Brandenburg sein.
Alexander WinklerSchon einmal von den größten, je in Brandenburg entdeckten Findlingen gehört? Inmitten der Rauener Berge bei Fürstenwalde, sind diese Eiszeitbrocken – die „Markgrafensteine“ – zu finden. Aber es gibt bei einer Wanderung durch das stetig ansteigende Gelände noch viel mehr zu entdecken. Zum Beispiel den „Steinernen Tisch“, auf den schon Fontane geklettert sein soll. Oder die „Sieben Berge“, wo leider kein Schneewittchen und die sieben Zwerge anzutreffen sind. Auf 153 Metern Normalhöhennull aber haben engagierte Bürger dafür gesorgt, dass ein 45 Meter hoher Aussichtsturm aus einer Stahlkonstruktion gebaut wurde. Der Aufstieg über 209 Stufen zur offenen Aussichtsplattform garantiert wackelige Beine und weiche Knie.
Oben angekommen wird man mit einmaligem Ausblick über den Scharmützelsee, Fürstenwalde und Rauen belohnt. Bei guter Sicht ist im Westen sogar der Berliner Fernsehturm und im Süd-Westen das Tropical Island zu sehen. Vorausgesetzt, der Wanderer hat passendes Kleingeld für das Drehkreuz am Fuß des Turmes dabei. Der Automat nimmt nur 50 Cent und 1-Euro-Münzen an. Wer eine Wanderung durch die Rauener Berge macht, sollte unbedingt Proviant und Getränke im Rucksack haben. Im Ort Rauen gibt außer dem kleinen Hofladen kein gastronomisches Angebot.
Kyritz-Ruppiner Heide – für die Natur zurückerobert

Kyritz-Ruppiner Heide: Vom Heideturm aus ist die Aussicht auf die ungewöhnliche Landschaft am schönsten.
Steffen LehmannDie meisten Spaziergänger sind im Herbst in der Kyritz-Ruppiner Heide unterwegs, wenn die Heide leuchtend lila blüht. Doch auch im Winter hat diese ungewöhnliche Umgebung ihren Reiz. Denn in der Heide spazieren zu gehen, ist eine Mischung aus Geschichts- und Naturkunde-Unterricht. Sie ist ein Kuriosum der Natur: Wie der Phönix aus der Asche blüht sie nur, wenn sie regelmäßig abgebrannt und so verjüngt wird. Das Abbrennen ersetzt das Mähen: Heidesamen sind klein und hart, werden durch Feuer aufgebrochen und keimen danach besser.
Bis an die Mecklenburgische Landesgrenze reicht die Naturlandschaft – insgesamt 12.700 Hektar weit. Nach dem Krieg wurde sie jahrzehntelang als Truppenübungsplatz genutzt. Nach der Wende hoffte die Bevölkerung, die Region könne sich erholen – doch die Bundeswehr plante einen riesigen Tiefflugplatz. 17 Jahre lang kämpften die Bürger für die „Freie Heide“ – und setzten sich 2012 durch.
Denn weitesten Blick haben Besucher von der Aussichtsplattform des Heideturms. Nur der Wind pfeift um die Nase und wer Glück hat, entdeckt am Himmel einen Wiedehopf. Der Vogel, der mit seinen orangefarbenen Scheitelfedern wie ein Punk aussieht, ist das Wappentier der Heinz Sielmann Stiftung, die seit 2012 eine 4000 Hektar große Fläche im Süden der Heide als Naturschutzgebiet betreut.
Erst 2023 ist dort eine Fläche von rund 1000 Hektar, nachdem sie von Munition befreit wurde, für Wanderungen freigegeben worden. Das Gebiet liegt im Südteil der Kyritz-Ruppiner Heide und kann von Neuglienicke, Pfalzheim oder Rossow erreicht werden. Vom Parkplatz in Pfalzheim spaziert man etwa 20 Minuten durch einen Kiefernwald über die Heide bis zum Aussichtsturm.
