67, Ragebait, Schere
: Das bedeuten die Jugendwörter 2026

Von „67“ bis „Süper“: Diese zehn Begriffe stehen 2026 zur Wahl – und das steckt hinter ihnen.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Jugendwort des Jahres 2026

„Ragebait“ steht auch zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2026.

Marcus Brandt/dpa

Von rätselhaften Zahlenkombinationen über Begriffe aus der Gaming-Szene bis hin zu viralen Songzeilen: Zehn Ausdrücke stehen 2026 zur Wahl als Jugendwort des Jahres. Doch was bedeuten „67“, „Ragebait“, „Schere“ und die übrigen Kandidaten eigentlich? Ein Überblick.

Die Abstimmung über das Jugendwort des Jahres 2026 läuft. Zur Auswahl stehen zehn Begriffe, die sich über soziale Netzwerke, Musik, Gaming und den alltäglichen Sprachgebrauch verbreitet haben.

Einige davon sind neu, andere erleben gerade ein Comeback. Manche besitzen eine klare Bedeutung, während andere gerade davon leben, dass sie kaum eindeutig zu erklären sind.

67

„67“ wird nicht als deutsche Zahl ausgesprochen, sondern englisch als „six seven“. Eine feste Bedeutung hat der Ausdruck nicht. Er wird vielmehr als Insider, spontaner Ausruf oder Reaktion verwendet und kann je nach Situation fast alles oder gar nichts bedeuten.

Zum Trend gehört häufig eine abwägende Bewegung mit beiden Händen. Bekannt wurde „67“ vor allem durch TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (6 7)“ des US-Rappers Skrilla.

Der Reiz des Begriffs liegt gerade darin, dass Außenstehende ihn kaum verstehen. Wer weiß, wie und wann „67“ eingesetzt wird, zeigt damit, dass er Teil des Trends ist.

Crashout

„Crashout“ beschreibt einen Moment, in dem jemand die Fassung verliert, ausrastet oder emotional explodiert. Der Begriff kann ernst gemeint sein, wird aber häufig ironisch verwendet.

So kann bereits ein leerer Smartphone-Akku oder eine kleine Alltagspanne als Anlass für einen angeblichen „Crashout“ dienen.

Beispiel: „Wenn mein Handy jetzt ausgeht, gehe ich Crashout.“

Jugendwort des Jahres 2026: ILLUSTRATION - 27.07.2026, Hamburg: Das Wort „Crashout“ ist auf dem Display eines Smartphones zu lesen. Die Top 10 vor der Wahl zum Jugendwort des Jahres 2026 im Oktober stehen fest. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Wort „Crashout“ ist auf dem Display eines Smartphones zu lesen. Die Top 10 vor der Wahl zum Jugendwort des Jahres 2026 im Oktober stehen fest.

Marcus Brandt/dpa

Digga

„Digga“ gehört seit Jahren zum festen Bestand der Jugendsprache. Der Ausdruck leitet sich ursprünglich von „Dicker“ ab, hat mit dem Körpergewicht einer Person aber nichts zu tun.

Je nach Zusammenhang bedeutet „Digga“ so viel wie „Kumpel“, „Bruder“ oder „Bro“. Es kann als direkte Anrede, aber auch als überraschter, genervter oder begeisterter Ausruf verwendet werden.

Beispiel: „Digga, was war das denn?“

Dass der Begriff erneut in der Auswahl steht, zeigt, wie dauerhaft er sich im Sprachgebrauch gehalten hat.

Du bist gut genug

„Du bist gut genug“ ist weniger ein klassisches Einzelwort als eine Zeile aus einem viralen Song. Das Stück entstand durch eine Zusammenarbeit des Berliner Produzentenduos KitschKrieg mit Shirin David und der Indie-Pop-Band Blumengarten.

Vor allem der auffällig und langgezogen gesungene Refrain verbreitete sich in sozialen Netzwerken. Die Melodie wird inzwischen für zahlreiche Memes, Parodien und neue Textvarianten verwendet.

Der Ausdruck kann ernsthaft aufmunternd gemeint sein. Häufig wird er jedoch humorvoll gesungen oder in völlig neue Zusammenhänge übertragen.

Das Produzententeam KitschKrieg

Das Produzententeam KitschKrieg, das für den viralen Hit „Du bist gut genug“ sorgte.

KitschKrieg/Sony Music Entertainment Germany GmbH/dpa

Gute Käse

„Gute Käse“ bedeutet sinngemäß „richtig gut“, „stabil“ oder „feier ich“. Mit Käse hat die Formulierung inhaltlich nichts zu tun.

Gerade die sprachlich ungewöhnliche Kombination macht den Ausdruck humorvoll. Er kann als Lob für Essen, Musik, Kleidung oder andere Dinge verwendet werden.

Beispiel: „Der neue Song ist wirklich gute Käse.“

Grammatikalisch korrekt wäre zwar „guter Käse“. Beim Jugendwort gehört die ungewöhnliche Form jedoch ausdrücklich zum Witz.

Macker

„Macker“ ist kein neuer Begriff. Das Wort wird schon lange für einen Mann, Freund oder Partner verwendet. In der Jugendsprache erlebt es derzeit ein Revival.

Je nach Situation kann mit „Macker“ der eigene Freund, ein Schwarm, ein Kumpel oder einfach irgendein Typ gemeint sein. Oft wird die Bezeichnung ironisch oder liebevoll eingesetzt.

Beispiel: „Mein Macker kommt später noch vorbei.“

Der Begriff kann allerdings auch abwertend klingen. Entscheidend sind daher Tonfall und Zusammenhang.

Peak

Das englische Wort „Peak“ bedeutet „Gipfel“ oder „Höhepunkt“. In der Jugendsprache wird damit etwas beschrieben, das besonders gut, kaum zu übertreffen oder das Beste seiner Art ist.

Ist ein Film, ein Konzert oder ein Spiel „Peak“, entspricht das ungefähr einer Bewertung von zehn von zehn Punkten.

Beispiel: „Das Finale war einfach Peak.“

Teilweise wird der Ausdruck auch in Kombinationen wie „Peak Entertainment“ verwendet. Damit ist Unterhaltung auf höchstem Niveau gemeint.

Ragebait

„Ragebait“ setzt sich aus den englischen Wörtern „rage“ für Wut und „bait“ für Köder zusammen. Gemeint sind Inhalte, die gezielt Empörung und aggressive Reaktionen auslösen sollen.

Dafür werden beispielsweise provozierende Meinungen, absurde Thesen oder offensichtlich falsche Behauptungen veröffentlicht. Häufig geht es den Urhebern weniger um eine ehrliche Diskussion als um Aufmerksamkeit.

Wütende Nutzer kommentieren, teilen oder diskutieren den Beitrag. Dadurch steigt dessen Reichweite – und der „Köder“ hat funktioniert.

Ragebait ist vor allem auf Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube und X verbreitet.

Schere

„Schere“ stammt aus der Gaming- und Streaming-Szene. Der Ausdruck bedeutet sinngemäß „Mein Fehler“, „Sorry“ oder „Ich übernehme die Verantwortung“.

Die genaue Herkunft wird mit einer Handbewegung in Verbindung gebracht, bei der Streamer nach einem Fehler eine Art Schere mit den Fingern andeuteten. Mittlerweile wird der Begriff auch außerhalb von Games verwendet.

Beispiel: „Schere, ich habe vergessen, dir zu antworten.“

Wer „Schere“ sagt, gesteht also ein, etwas falsch gemacht oder eine Situation verursacht zu haben. Der Ausdruck wird meist locker und selbstironisch verwendet.

Süper

„Süper“ ist das türkische Wort für „super“. In Deutschland wurde der Ausdruck durch ein virales Video des Ultramarathonläufers Arda Saatci bekannter.

Nach einem Lauf wurde Saatci gefragt, wie es ihm gehe. Seine knappe Antwort: „Süper.“ Der Ausschnitt verbreitete sich in sozialen Netzwerken und entwickelte sich zum Meme.

Seitdem wird „Süper“ als begeisterte Antwort verwendet, wenn etwas besonders gut läuft oder jemand seine gute Stimmung ausdrücken möchte.

Beispiel: „Wie war die Prüfung?“ – „Süper!“

Von Netztrends bis zu alten Bekannten

Die Auswahl für 2026 zeigt, wie unterschiedlich Jugendwörter entstehen können. „Ragebait“ beschreibt ein konkretes Phänomen der sozialen Medien, „Schere“ stammt aus der Gaming-Szene und „Du bist gut genug“ wurde durch einen Song zum Meme.

Mit „Digga“ und „Macker“ stehen dagegen zwei Begriffe zur Wahl, die schon deutlich länger bekannt sind. „67“ wiederum zeigt, dass ein Jugendwort nicht immer eine klare Definition benötigt, um sich zu verbreiten.

Welche drei Kandidaten ins Finale einziehen, entscheiden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abstimmung. Das Jugendwort des Jahres 2026 soll schließlich am 10. Oktober während der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben werden.