Center Parcs in Pütnitz: Das sind die Pläne für das „Bernsteinresort“

Das Technikmuseum Pütnitz befindet sich auf dem ehemaligen Militärflugplatz, der nun von Center Parcs zum Ferienpark Bernsteinressort umgebaut werden soll. Dagegen regt sich auch Kritik. Das ist der Stand der Planung.
Stefan Sauer/dpaDie Stadt Ribnitz-Damgarten treibt die Planungen für das Center Parcs-Ferienresort auf dem früheren Militärflughafen Pütnitz voran. Der Bürgermeister wirbt für das Projekt. Das ist der aktuelle Stand.
Übersicht:
- So viel will Center Parcs in Mecklenburg-Vorpommern investieren
- Bernsteinresort Pütnitz: das ist geplant
- Bürgerinitiative gegen das Projekt: Pro und Kontra Bernsteinressort
Center Parcs will in Mecklenburg-Vorpommern investieren
Bis Ende 2025/Anfang 2026 müsse ein rechtskräftiger Bebauungsplan stehen, sagte Bürgermeister Thomas Huth bei einer Informationsveranstaltung. „Es handelt es sich um Gesamtinvestitionen von 350 bis 400 Millionen Euro. Das ist das größte Tourismusprojekt in Mecklenburg-Vorpommern, und das wird es vermutlich auch in den nächsten zehn Jahren bleiben.“
Nach Angaben des Geschäftsführers von Center Parcs Deutschland, Frank Daemen, sollen etwa 300 Arbeitsplätze entstehen. Je ein Drittel davon entfalle auf den Bereich Reinigung, Gastronomie/Einzelhandel sowie Verwaltung, Technik, Elektrik, Gartenpflege. Die Planungen gehen von 3.200 Betten mit einer Jahresauslastung von knapp 80 Prozent aus.
„Deutschland ist ein enorm wichtiger Quellmarkt für uns“, sagte Daemen. 31 Prozent aller Gäste bei Center Parcs kämen aus Deutschland. Das zur Gruppe Pierre & Vacances gehörende Unternehmen betreibt europaweit knapp 30 Ferienparks, darunter sechs in Deutschland. 2023 machte Center Parcs einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.
Bernsteinresort Pütnitz: das ist geplant
Konkret geht es um eine 250 Hektar große Fläche, die Teil eines ehemaligen Militärflughafens auf der Halbinsel Pütnitz ist.
Die Stadt Ribnitz-Damgarten ist Eigentümerin. Derzeit wird das Gelände, das teilweise mit militärischen Anlagen wie Hangars, Kasernengebäuden und Hafenanlagen bebaut ist, im Sommer für Veranstaltungen genutzt. Auch ein Technikmuseum ist Nachnutzer der ehemaligen Militäranlage.
Der Hauptinvestor Center Parcs will im „Bernsteinresort“ auf rund 100 Hektar Holz-Ferienhäuser und Ferienappartements samt Freizeitangeboten und Infrastruktur errichten. Es wird mit rund 800 000 Übernachtungen pro Jahr gerechnet. Für die Gemeinde sei auch die Kurabgabe wichtig, so Huth.
In der Machbarkeitsstudie zum Projekt Bernsteinressort ist die weitere Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen Freizeit-/Kultur und Sport und der Ausbau des bestehenden Technikmuseums vorgesehen. So plant ein weiterer Investor, die Supreme GmbH aus Rostock, eine Sport- und Erlebniswelt („Pangea Island“). Zudem wollen die Bernsteinreiter einen weiteren Reiterhof errichten.
Bürgerinitiative gegen das Projekt
Die Bürgerinitiative „Kein Massentourismus auf Pütnitz“ stemmt sich gegen das Projekt. Sie warnt vor Verkehrs-Chaos, vor allem auf dem Zubringer B 105, der nach Aussagen der Initiative bereits jetzt überlastet ist.
Auch vor „Billig-Arbeitsplätzen“ warnen die Gegner. Nach Aussagen der Initiative werden in der Region keine Menschen in Arbeit kommen, nur weil das Ressort gebaut wird. Arbeitsplätze im touristischen Bereich sind bereits jetzt überall offen. Wer einen solchen Arbeitsplatz in der Region suche, bekomme ihn schnell. „Die meisten Jobs bei Center Parcs seien ‚Billig-Arbeitsplätze, mit denen unsere Kinder überhaupt kein normales Leben führen können“, heißt es auf der Webseite der Bürgerinitiative. „Mit dem Verdienst bei Center Parcs für eine Tätigkeit in der Reinigung oder im Service ist es nicht möglich, in unserer Region eine Wohnung zu mieten, in den Urlaub zu fahren, ein Auto zu kaufen und Kinder großzuziehen. Wir möchten nicht, dass unsere Kinder für die Touristen putzen gehen und dafür auch noch an der Armutsschwelle leben und sich niemals einen eigenen Urlaub bei Center Parcs leisten können.“
Auch Steuerverschwendung und Raubbau an der Natur führt die Bürgerinitiative als Gegenargumente an. Ein Teil dieser Bedenken seien schon jetzt zu Tatsachen geworden, so der Vorstand des Vereins, Steffen Schmidt. Das weist die Verwaltungsspitze von Ribnitz-Damgarten zurück.
Die Beseitigung von Altlasten und Munition auf dem seit 1935 militärisch genutzten Areal läuft seit 2022. Die Arbeiten werden vom Land finanziert, das einen Förderbetrag von 45 Millionen Euro zur Verfügung stellte. Das militärische Gelände sei bis auf einige Ausnahmen gesperrt, so Huth. Mit dem Projekt „Bernsteinresort“ werde das Gelände der Öffentlichkeit zurückgegeben.
Auf der offiziellen Projektwebseite wird versprochen, dass der Zugang zum Ferienressort der Öffentlichkeit erhalten bleiben wird. Mit neuen Freizeit- und Gastronomieangeboten sollen auch Einheimische und Tagesgäste angelockt werden. Zudem sollen bei der Umsetzung des Projekts lokale Unternehmen eingebunden werden.


