Campingplatz in Prerow: Neue Ereignisse im Prozess Regenbogencamp - so geht es nun weiter

Die Klage gegen das Regenbogencamp in Prerow ist noch nicht vom Tisch. Das Land Mecklenburg–Vorpommern geht weiter gerichtlich gegen den Betreiber des Campingplatzes vor. Diese Saison sei aber sicher, signalisierte der zuständige Minister Backhaus. (Symbolbild)
Jens Büttner / dpaAgrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) war am Samstag (06.04.2024) zu einem Treffen der Dauercamper geladen, bei dem es um das Regenbogencamp in Prerow ging. Der Zeltplatz direkt am Strand in den Dünen ist seit Monaten Gegenstand eines erbittert geführten Rechtsstreits zwischen dem bisherigen Betreiber, der Regenbogen AG, einerseits und dem Land MV und der landeseigenen Stiftung für Umwelt– und Naturschutz als Flächeneigentümer andererseits.
Hintergrund des Konflikts sind Kündigungen von zwei unterschiedlichen Pachtverträgen zum 31. Dezember 2023 für das Campinggelände. Das Unternehmen Regenbogen hat den Platz jedoch nicht geräumt und sieht noch viele Fragen nicht geklärt.
Campingplatz in Prerow setzte sich oft über Regeln hinweg
Backhaus sagte auf dem Treffen, dass man nie einen Hehl daraus gemacht habe, dass eine Bewirtschaftung wie in den vergangenen 34 Jahren nicht fortgeführt werden könne. So sei die vorgegebene Stellplatzzahl regelmäßig überschritten worden, Zeltplatzstandorte in den Dünen seien planiert und mit Wohnanhängern bestückt worden.
Auch seien seit 1993 regelmäßig ohne naturschutzrechtliche Genehmigung auf dem Campingplatz bauliche Anlagen errichtet oder erweitert, Grabungen durchgeführt, Dünen planiert, Dünendurchbrüche gebaggert und Fahrzeuge im Wald abgestellt worden.
Diese Saison noch keine Räumungen am Campingplatz
Der seit vielen Jahrzehnten genutzte Campingplatz liegt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Damit der Campingplatz zukünftig mit den Zielen des Naturschutzes und des Nationalparks im Einklang bewirtschaftet werden könne, müsse er verkleinert werden, so Backhaus. „Ziel ist, dass 2033 noch rund 84 Prozent der ursprünglich genutzten Fläche für Camper zur Verfügung stehen werden; das sind dann immer noch rund 900 Plätze.“
Backhaus hat den Dauercampern des Regenbogencamps in Prerow jedoch versichert, dass in dieser Saison keine Räumungen bevorstünden. „Sie können bleiben. Die laufende Saison ist sicher und es wird keine Räumungen gegen Sie geben“, betonte Backhaus am Samstag.
Campingplatz gegen MV: Fall wird wohl vor Gericht geklärt
Der Streit war zuletzt in verschärfter Tonlage geführt worden: So hatte Backhaus die Regenbogen AG mit Mietnomaden in Verbindung gebracht und zudem mit Blick auf die Betreiber betont, er sei nicht erpressbar. Der Regenbogen AG geht es auch um eine Entschädigung in Millionenhöhe für die getätigten Investitionen in den vergangenen Jahrzehnten. Der Fall dürfte letztlich vom Gericht entschieden werden.
Beim Landgericht Rostock liegt eine Räumungsklage vor. Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV hat ein vom Landgericht vorgeschlagenes Mediationsverfahren bereits abgelehnt. Der Pachtvertrag mit dem Betreiber Regenbogen AG sei zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen und der Platz trotz mehrfacher Aufforderung nicht geräumt worden. Der Geschäftsführer der Stiftung, Bjørn Schwake, betonte: „Da gibt es einfach nichts mehr zu reden.“ Auch am Landgericht Stralsund läuft ein Verfahren.


