Corona Zahlen Deutschland heute
: Aktuelle RKI-Fallzahlen nach oben korrigiert - Inzidenz und Neuinfektionen am 17.12.2020

Wann wirkt sich der Lockdown in Deutschland auf die Corona-Neuinfektionen aus? So hoch sind die Fallzahlen laut RKI am Donnerstag, 17.12.2020.
Von
Uwe Keuerleber mit DPA, AFP
Ulm
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Das Robert-Koch-Institut hat am Donnerstag die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland veröffentlicht - und musste sie später nach oben korrigieren.

AFP
  • Seit Mittwoch gilt in Deutschland ein strenger Lockdown
  • Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen und auch die Todesfälle haben in den vergangenen Tagen neue Höchststände erreicht
  • Wegen einer Panne in der Übermittlung mussten die Corona-Zahlen vom RKI nach oben korrigiert werden
  • Wie sind die Fallzahlen heute, 17.12.2020?

Seit Mittwoch befindet sich Deutschland im Lockdown. Bis mindestens zum 10. Januar 2021 steht das öffentliche Leben weitestgehend still. Der Grund sind die trotz des Teil-Lockdowns hohen Infektionszahlen in Deutschland.

Die erreichen am Donnerstag offenbar einen neuen Rekordwert, nachdem das RKI eine Panne melden musste. Demnach sind 3500 Fälle aus Baden-Württemberg nachgemeldet worden. Daraus resultiert am Ende erstmals eine Zahl an Neuinfektionen binnen 24 Stunden von mehr als 30.000.

RKI-Zahlen Deutschland: Diese Fallzahlen hatte das RKI am 17.12.20 zunächst übermittelt

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst jeden Tag die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, für die Bundesländer und Landkreise und bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.

  • Neuinfektionen: Laut erster RKI-Meldung haben sich binnen eines Tages deutschlandweit mindestens 26.923 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Der Höchstwert von 29.875 gemeldeten neuen Fällen warn am vergangenen Freitag erreicht worden. Am gestrigen Mittwoch wurden 27.728 Menschen als infiziert gemeldet. Am Mittwoch vergangener Woche waren mehr als 23.679 Neuinfektionen gemeldet worden.
  • Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.406.161 Fälle.


  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 24.125 Das sind 698 Tote mehr als am Vortag. Am Mittwoch waren 952 Todesfälle im Zusamenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden - der bisherige Höchstwert binnen 24 Stunden.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 1.047.600.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 0,98 angeben. (Vortrag: 0,98). Der Wert sei aber aufgrund von noch ausstehenden Datenermittlungen nur eingeschränkt verwertbar. Er bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


Corona-Zahlen in den Bundesländern: Das Infektionsgeschehen im Dashboard

Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.

In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI täglich die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland.

Screenshot; Quelle: RKI

Was genau ist trotz Ausgangsbeschränkung im Lockdown in BW erlaubt?

Darf ich mit dem Hund Gassi gehen oder meine Freundin oder meinen Freund besuchen? Darf ich in BW Spazieren gehen oder nach 20 Uhr nach Hause fahren? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den aktuellen Ausgangsbeschränkungen und Corona-Regeln des Lockdowns, die von heute an in Baden-Württemberg gelten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Impfungen in Deutschland: Starttermin 27. Dezember?

Inmitten verschärfter Corona-Beschränkungen in ganz Deutschland rückt ein möglicher konkreter Starttermin für Impfungen in den Blick. Die Bundesländer stellen sich auf einen Beginn am 27. Dezember ein, wie die zuständige Berliner Senatsverwaltung als Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwochabend mitteilte. Dies sei Ergebnis einer Schaltkonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), hieß es auch aus Regierungskreisen. Wegen der sich seit Wochen zuspitzenden Krise ist Deutschland zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie in einen harten Lockdown gegangen. Seit Mittwoch sind weitere Geschäfte geschlossen, auch Schulen und Kitas. Bei neuen Todesfällen binnen 24 Stunden wurde ein Höchststand von 952 gemeldet.

Mit Blick auf Impfungen erklärte die Gesundheitsministerkonferenz der Länder, begonnen werden solle damit insbesondere in Pflegeheimen. Die Bundesregierung setzt auf eine europäische Zulassung für den ersten Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer noch kurz vor Weihnachten. Wie es aus Teilnehmerkreisen der Bund-Länder-Beratungen hieß, wird als Voraussetzung für einen Start am 27. Dezember eine Zulassung der EU-Kommission am 23. Dezember angenommen. Die konkreten Impfstoff-Chargen müssen auch noch vom bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut geprüft werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich an diesem Donnerstag mit den Biontech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türeci in einer Videokonferenz austauschen. Daran sollen Spahn und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) teilnehmen. Für den Impfstoff von Biontech/Pfizer will die Europäische Arzneimittelagentur EMA am kommenden Montag (21. Dezember) wohl grünes Licht geben - acht Tage früher als geplant. In Großbritannien, den USA und Kanada ist der Impfstoff bereits auf dem Markt - allerdings mit Hilfe von Notfallzulassungen.