Corona Zahlen Deutschland heute
: Über 1000 Todesfälle – Neuinfektionen und Inzidenz laut RKI-Dashboard: Die aktuellen Corona-Fallzahlen am Mittwoch, 20.01.2021

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland pendeln sich langsam ein. Wie viele Neuinfektionen gibt es? Und wie hoch sind die Todeszahlen? Alle Daten für Mittwoch, 20.1.2021, im Überblick.
Von
Julia Horn mit Sven Kaufmann, dpa
Ulm
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Die wichtigsten Corona-Zahlen für Mittwoch, 20.01.2021, im Überblick: Inzidenz, Todesfälle, R-Wert und Neuinfektionen.

Frank Molter/DPA

Am gestrigen Dienstag, 19. Januar 2021, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Vertreter der Bundesländer erneut getroffen, um über strengere Corona-Regeln zu beraten. Sie haben unter anderem beschlossen, den Lockdown bis zum 14.2.2021 zu verlängern. Ab wann genau die neuen Regeln gelten, ist bisher nur teilweise klar.

Fest steht: Die Corona-Lage in Deutschland ist weiterhin angespannt. Grund zur Hoffnung geben aber die aktuellen Zahlen: Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden langsam erste Lockdown-Erfolge sichtbar. Auch das RKI schreibt in seinem Lagebericht: „Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht.“ Geht es so positiv weiter? Hier die wichtigsten Zahlen für den heutigen Mittwoch:

Das RKI meldet Neuinfektionen, Tote und 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch, 20.1.2021

Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 15.974 neu infizierte Menschen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Gestern wurden 11.369 Neuinfektionen gemeldet, am Mittwoch vor einer Woche, dem 13.1.21, waren 19.600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden.

Zu beachten: Am Montag waren dem RKI offenbar zunächst nicht alle Neuinfektionen aus den Bundesländern gemeldet worden. Da diese den heutigen Fallzahlen zugerechnet werden, könnten diese höher ausfallen.

„Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 12.230 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 114.173 Menschen mit dem Virus angesteckt.

Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.068.002 positive Fälle registriert.

Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 48.770 Personen. Es sind 1148 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 1150 neue Todesfälle zu verzeichnen. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Mittwoch mit 0,87 angegeben. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Am Diensag lag er bei 0,89. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 123,5. Gestern war ein Wert von 131,5 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken. Dann gilt eine Region nicht mehr als Risikogebiet.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

Corona-Gipfel am 19.1: Was Merkel und die Ministerpräsidenten beschlossen haben

Merkel und die Ministerpräsidenten haben beschlossen, dass der derzeitige Lockdown bis Mitte Februar verlängert wird. Private Zusammenkünfte sollen weiterhin im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet sein. Das sagte die Kanzlerin in einer Pressekonferenz nach dem Gipfel.

Neu ist die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften. Gemeint sind damit sogenannte OP-Masken oder virenfilternde Masken der Standards KN95 oder FFP2. Diese Masken hätten eine höhere Schutzwirkung, sagte Merkel in der Pressekonferenz nach dem Gipfel. Einfache Tücher vor dem Gesicht reichen damit nicht mehr aus.

Die Präsenzpflicht an Schulen und Kitas wird weiterhin ausgesetzt, sagte Merkel nach dem Gipfel. Schulen sollen bis zum 15. Februar „grundsätzlich“ geschlossen bleiben. Der Grund: Es gebe Hinweise, dass das mutierte Coronavirus „sich auch stärker unter Kinder und Jugendliche verbreitet, als das bei dem bisher bekannten Virus der Fall ist“. So steht es in der Beschlussvorlage des Gipfels. Eine Notfallbetreuung werde sichergestellt, Distanzlernen werde angeboten.

Bildung ist Ländersache: In Baden-Württemberg steht zur Debatte, ob Kitas und Schulen bereits Anfang Februar geöffnet werden. Die ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angesichts fehlender Schutzmasken und mangelnden Personals nicht umsetzbar. So lange noch Sicherheitsmaßnahmen fehlten, sei ein solcher Schritt für Kitas und Schulen ab dem 1. Februar in der aktuellen Corona-Situation utopisch, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Mittwoch in Freiburg.

Ähnlich sieht das Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er sagte dem Fernsehsender „Welt“ am Dienstag am Rande der laufenden Beratungen, es herrsche Einigkeit, dass es „nur wenige Ausnahmen“ von den Schließungen geben dürfe. Diese könnten etwa für das Angebot von Notbetreuung oder für die Abschlussklassen gelten.

Der Präsenzunterricht an Schulen wird weiterhin ausgesetzt. Das wurde beim gestrigen Corona-Gipfel beschlossen. Kinder und Jugendliche sollen möglichst zuhause lernen.

Rolf Vennenbernd/DPA

Wirkt der Lockdown langsam? Das sagen Spahn und Merkel

Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. „Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung, bei den Infektionszahlen„, sagte Spahn am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Intensivstationen seien um 10, 15 Prozent leerer geworden. „Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hin müssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt.“

Merkel betonte nach dem Gipfel in einer Pressekonferenz, dass strengere Regeln nötig seien - auch wegen der neuen Corona-Mutationen. „Wir müssen jetzt handeln.“ Der Rückgang der Neuinfektionen müsse beschleunigt werden.

Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie: Was sind Reproduktionszahl, Neuinfektionen und Inzidenz?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.

Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.

In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.

Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.

Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.

Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.