Frauke Brosius-Gersdorf: Wer ist die Jura-Professorin aus Potsdam?

Frauke Brosius-Gersdorf im Porträt.
Britta Pedersen/dpaIm Berliner Bundestag gibt es Streit um die Neubesetzung von Richterstellen am Bundesverfassungsgericht. Im Fokus steht dabei Frauke Brosius-Gersdorf, eine Jura-Professorin aus Potsdam. Wir stellen die Juristin im Porträt vor.
Frauke Brosius-Gersdorf in Zahlen und Fakten
Hier gibt es die wichtigsten Infos zu Frauke Brosius-Gersdorf im Steckbrief:
- Name: Frauke Brosius-Gersdorf
- Geburtsdatum: 15. Juni 1971
- Geburtsort: Hamburg
- Ausbildung/Studium: Jura-Studium und Promotion an der Universität Hamburg, Habilitation an der Uni Potsdam
- Beruf: seit 2021 Jura-Professorin an der Universität Potsdam
- Ehemann: seit 1995 verheiratet mit Hubertus Gersdorf
Die Karriere von Frauke Brosius-Gersdorf
Die gebürtige Hamburgerin Frauke Brosius-Gersdorf hat heute an der Universität Potsdam den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Verfassungsrecht und Sozialrecht. Seit diesem Jahr ist sie dort auch Studiendekanin und damit wesentlich mitverantwortlich für die Gestaltung von Studium und Lehre. Im Laufe ihrer Karriere hat Brosius-Gersdorf sich mit sehr unterschiedlichen Fragestellungen befasst. Nach der Jahrtausendwende arbeitete sie einige Jahre als Anwältin. In ihrer Promotion ging es um die Unabhängigkeit der Bundesbank, ihre Habilitation trug den Titel „Demografischer Wandel und Familienförderung.»
Mehr als ein Jahrzehnt hatte Brosius-Gersdorf einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht in Hannover, wo sie zweimal einen Lehrpreis für Rhetorik und Didaktik erhielt. Sie gab juristische Zeitschriften mit heraus und war zwei Jahre lang Mitglied der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer. Unter der Ampel-Kommission war sie Mitglied der Kommission zur Reform des Abtreibungsrechts.
Warum wird um Frauke Brosius-Gersdorf gestritten?
Nach Vorbehalten der Union gegen die SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf mussten im Bundestag am Freitag, 11. Juli 2025, kurzfristig alle geplanten Abstimmungen über die Neubesetzung von Richterposten beim Bundesverfassungsgericht verschoben werden. Grüne und Linke machten Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) für den offenen Konflikt in der schwarz-roten Koalition verantwortlich.
Die Unionsfraktion hatte am Morgen von der SPD den Verzicht auf die Wahl der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf gefordert. Dabei wurde auf angebliche Plagiatsvorwürfe verwiesen. Gegen Brosius-Gersdorf gab es schon in den vergangenen Tagen massive Vorbehalte in der Union. Grund war insbesondere ihre liberale Haltung zum Thema Abtreibung.
Plagiatsvorwürfe gegen Frauke Brosius-Gersdorf
Der österreichische Plagiatssucher Stefan Weber hatte am 10. Juli 2025 auf Übereinstimmungen zwischen der Dissertation Brosius-Gersdorfs und der Habilitationsschrift ihres Ehemanns hingewiesen. Er fand nach eigenen Angaben „23 Textparallelen“ zwischen Brosius-Gersdorfs Dissertation aus dem Jahr 1997 und der Habilitationsschrift ihres Mannes, des Juristen Hubertus Gersdorf von 1998. Die Universität Hamburg sieht aktuell keinen Anlass, die Doktorarbeit der Bundesrichter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf zu überprüfen. Das machte die Universität auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur deutlich.


Die Koalition von CDU/CSU und SPD scheitert an der Wahl einer Verfassungsrichterin. Ein alarmierendes Zeichen für die Handlungsfähigkeit der Regierung.