Hochwasser in Sachsen-Anhalt: „Geh gleich wieder zurück“ – Scholz teils unfreundlich begrüßt

Bundeskanzler Olaf Scholz (M, SPD), Reiner Haseloff (r, CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und Bundesumweltministerin Steffi Lemke (l, Bündnis 90/Die Grünen) laufen an einem aus Sandsäcken gebauten Deich entlang. So ist die Lage in Sachsen-Anhalt.
Jan WoitasBundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist bei seinem Besuch im Hochwassergebiet im Süden Sachsen-Anhalts von einigen Menschen unfreundlich empfangen worden. „Verbrecher“, „Ihre Politik basiert auf Lügen“ und „Geh gleich wieder zurück“, war am Donnerstag (4. Januar) aus einer rund zehnköpfigen Gruppe zu hören.
Gemeinsam mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) machte er sich in Oberröblingen, einem Stadtteil von Sangerhausen, ein Bild von der Lage. Zuvor hatte sich Scholz, diesmal in Gummistiefeln unterwegs, vom Hubschrauber aus einen Überblick verschafft.
Es ist der zweite Vor-Ort-Besuch von Scholz in der aktuellen Hochwasserlage. Silvester hatte er sich im niedersächsischen Verden an der Aller über die dortige Situation informiert.
Scholz, Lemke und Haseloff begutachteten am Vormittag den Deich an der Helmebrücke. Die Helme, die durch Sachsen-Anhalt und Thüringen fließt, entwässert den südlichen Teil des Unterharzes. Während seines Besuchs anschließend in Berga hat Scholz den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Deutschland Unterstützung auch bei der späteren Beseitigung der Schäden zugesagt. „Klar ist, das wird nur gemeinsam gehen, und das muss auch solidarisch in Deutschland erfolgen“, sagte er. Er schaute sich n Berga eine Anlage zum Abfüllen von Sandsäcken an.
Der Kanzler zeigte sich beeindruckt von der Solidarität auch über Ländergrenzen hinweg bei der Bekämpfung der Fluten. „Das, glaube ich, zeigt, dass wir zusammenstehen können in Deutschland.“ Es gehe aber nicht nur jetzt um Solidarität. „Dieser Geist der Solidarität wird auch hinterher gelten, und wir werden niemanden alleine lassen.“ Das gelte für den Bund, die Länder und für viele andere. „Das gehört zu unserem Land dazu“, sagte Scholz.
Hochwasser in Sachsen-Anhalt: Bundeswehr kommt zum Einsatz
Die Bundeswehr wird bei der Bewältigung der Hochwasserlage in Sachsen-Anhalt zum Einsatz kommen. Ein Antrag des Landkreises Mansfeld-Südharz sei bewilligt worden, teilte die Bundeswehr am Donnerstag mit. Die Soldaten sollen sich am Freitag auf den Weg machen und ihre Arbeit am Montag aufnehmen. Geplant sei der Einsatz von 150 Soldaten bis zum 14. Januar. Einige Soldaten waren am Donnerstag schon in der vom Helme-Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Oberröblingen und berieten die dortigen Einsatzkräfte.
Landrat: Lage in Mansfeld-Südharz bleibt angespannt
Der Landrat von Mansfeld-Südharz, André Schröder, rechnet im Hochwassergebiet auch in den nächsten Tagen mit einer angespannten Lage. „Wir rechnen mit mindestens zehn Tagen“, sagte Schröder beim Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Hochwassergebiet im Süden Sachsen-Anhalts dem Nachrichtensender n-tv. Das hänge von der weiteren Entwicklung des Wetters ab, so Schröder.
Aber auch wenn Kälte und Frost in den nächsten Tagen kämen, müsse die Talsperre weiter Wasser abgeben und Deiche kontrolliert werden. „Wir brauchen noch ein bisschen Durchhaltevermögen“, betonte Schröder. Derzeit seien bereits rund 500 Einsatzkräfte vor Ort, rund 100 Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) sowie zahlreiche freiwillige Helfer. „Die Region rückt zusammen“, so Schröder. Die Lage sei angespannt, aber stabil.
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