Neue Flugverbindung nach Dubai: Ab wann fliegt Emirates Berlin an?

Emirates fliegt bald auch nach Berlin.
Boris Roessler/dpaNach jahrzehntelangen Verhandlungen hat die Bundesregierung der Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zusätzliche Verkehrsrechte für den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eingeräumt. Wann Emirates die neue Verbindung tatsächlich aufnimmt, steht allerdings noch nicht fest. Zuletzt war ein Start im Dezember 2026 im Gespräch.
Die Einigung wurde am 10. September 2026 während des Staatsbesuchs des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, in Berlin bekannt gegeben. Im Zuge eines neuen Luftverkehrsabkommens darf eine Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten künftig einen fünften Flughafen in Deutschland bedienen.
Für Emirates ist damit nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg nun auch Berlin zugelassen.
Emirates darf bis zu siebenmal pro Woche nach Berlin fliegen
Die neuen Verkehrsrechte erlauben bis zu sieben Flüge pro Woche zwischen Dubai und dem BER – damit wäre eine tägliche Verbindung möglich.
Allerdings gelten Einschränkungen: Emirates erhält für Berlin keine sogenannten Fifth-Freedom-Rechte. Die Airline darf die Flüge vom BER also nicht über Dubai hinaus als eigenständige Verbindung zu einem Drittstaat weiterführen. Zugelassen ist der Verkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner begrüßte die Entscheidung. Mit täglichen Emirates-Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai würden zwei wachsende Wirtschaftsregionen enger zusammenrücken. Zugleich werde der BER international besser angebunden.
Wann startet Emirates am BER?
Ein konkretes Datum für den Erstflug von Emirates nach Berlin wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Bereits vor der politischen Einigung hatte sich Emirates mit möglichen Flügen zum BER beschäftigt und entsprechende Slots reserviert. Zeitweise wurde ein Start im Dezember 2026 mit Boeing 777 erwogen. Verzögerungen bei Flugzeugauslieferungen sollen diese Planungen jedoch beeinflusst haben.
Mit der nun erteilten Genehmigung ist zumindest die wichtigste politische Voraussetzung erfüllt. Emirates kann die Verbindung jetzt konkret in den Flugplan aufnehmen und zum Verkauf freigeben.
Ob es tatsächlich noch im Dezember 2026 losgeht, bleibt abzuwarten.
Jahrzehntelanger Streit um zusätzliche Emirates-Flüge
Die Entscheidung beendet einen Konflikt, der sich über viele Jahre hingezogen hat.
Grundlage war ein bilaterales Luftverkehrsabkommen aus dem Jahr 1994. Dieses beschränkte Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bislang auf vier Ziele in Deutschland. Emirates nutzte diese Rechte für Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg und drängte seit Langem darauf, zusätzlich Berlin und teilweise auch Stuttgart anfliegen zu dürfen.
Vor allem Lufthansa hatte sich gegen eine Ausweitung der Verkehrsrechte ausgesprochen. Hintergrund ist das Geschäftsmodell von Emirates: Viele Passagiere nutzen Dubai als Umsteigedrehkreuz für Weiterflüge nach Asien, Afrika oder Australien. Damit konkurriert die Airline unmittelbar mit den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München.
Nun hat die Bundesregierung den Weg für Berlin dennoch freigemacht.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bezeichnete die Einigung als zukunftsweisendes Ergebnis jahrelanger Verhandlungen. Die Beschränkung auf maximal sieben zusätzliche Flüge pro Woche und das Verbot von Weiterflügen in Drittstaaten sollen gleichzeitig die Interessen des Luftverkehrsstandorts Deutschland berücksichtigen.
Mehr Konkurrenz auf der Strecke Berlin–Dubai
Ganz neu ist eine Nonstop-Verbindung zwischen Berlin und Dubai unterdessen nicht.
Auch andere Fluggesellschaften haben Flüge auf der Strecke geplant. Condor will ab dem 25. Oktober 2026 nach Dubai fliegen, Eurowings ab dem 1. November.
Mit Emirates käme jedoch erstmals eine große Netzwerkairline mit eigenem internationalem Drehkreuz hinzu. Über Dubai bietet Emirates zahlreiche Anschlussmöglichkeiten insbesondere nach Asien, Afrika, in den Nahen Osten und nach Australien.
Für den BER wäre der Einstieg deshalb deutlich mehr als eine zusätzliche Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Der Flughafen erhielte Zugang zu einem der weltweit größten internationalen Umsteigedrehkreuze.
