Neuer Trend bei Bewerbungen
: Experte verrät, worauf es ankommt

Schnell, günstig, professionell? Ein Recruitingexperte erklärt, was KI-Fotos für Bewerbungen wirklich taugen und wann sie besser keine Option sind.
Von
David Hahn
Berlin
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Bewerbungsunterlagen mit Foto

Bewerbungsunterlagen mit Foto. Worauf sollte bei der Erstellung eines Bewerbungsfotos mit KI geachtet werden?

Christin Klose/dpa-mag/dpa

Wer sich auf Jobsuche begibt, greift heute nicht mehr zwingend zum klassischen Bewerbungsfoto. Statt Friseurtermin und professionellem Fotografen setzen immer mehr Menschen auf künstliche Intelligenz. Worauf sollte man bei der Benutzung von KI für Bewerbungsfotos achten?

Bewerbungsfotos mit KI erstellen

Mit Tools wie Aragon AI, Remini oder HeadshotPro kann man mittlerweile Bewerbungsfotos einfach von daheim erstellen. Alles, was man dafür braucht, sind einfache Porträts oder hochqualitative Selfies. Bei vielen Anbietern lädt man diese hoch und wählt den gewünschten Stil für das Bild aus (z.B. Kleidung, Farbe, Hintergrund). Die KI generiert, in der Regel gegen eine Gebühr, aus diesen Daten dann das Bewerbungsfoto. Gegebenenfalls kann mit weiteren Tools nachbearbeitet werden. Dieser Prozess lässt Zeit und Geld sparen, bringt aber auch neue Fragen mit sich.

Darauf gilt es zu achten

Recruitingexperte Martin Schröder vom Personalvermittler Robert Half hat in einem Blog-Beitrag den Trend eingeordnet. Grundsätzlich gilt demnach, dass es in Deutschland keine Pflicht gibt, ein Bewerbungsfoto einzureichen und aktuell auch keine klare Regelung, ob KI-Bilder erlaubt oder verboten sind. Zwar sei die Nutzung nachvollziehbar und mitunter hilfreich, ein Bewerbungsfoto müsse jedoch vor allem authentisch wirken. Dies gelte besonders in Branchen oder Unternehmen, in denen Persönlichkeit und Authentizität wichtig sind (wie zum Beispiel im sozialen Bereich, im Vertrieb oder bei kleineren, familiengeführten Firmen). Hier wird ein natürliches Foto, das die eigene Ausstrahlung und den individuellen Charakter zeigt, meist positiver wahrgenommen.

Zwar können die Ergebnisse teils makellos sein, dadurch aber auch „zu ‚glatt‘ und unpersönlich“ für Recruiter wirken, so Schröder. Allzu perfekte Bilder wirkten schnell künstlich und könnten Personalverantwortliche misstrauisch machen. Spätestens wenn es dann im Gespräch zu einem Bruch zwischen realem Erscheinungsbild und KI-Bild kommt, könne das irritieren und einen Nachteil für Bewerberinnen und Bewerber darstellen. Nutzerinnen und Nutzer von KI für Bewerbungsfotos sollten demnach darauf achten, dass die Bilder möglichst natürlich und realistisch aussehen. „Wer unsicher ist, sollte sich am Außenauftritt des Unternehmens orientieren oder im Zweifel lieber auf ein klassisches, echtes Bewerbungsfoto setzen“, empfiehlt Schröder.

Vorsicht auch beim Datenschutz

Viele Anbieter sitzen im Ausland und speichern Fotos auf ihren Servern. Schröder rät dazu, auf Anbieter mit Sitz in der EU zu achten und die Datenschutzrichtlinien genau zu prüfen. Wichtig sei, dass hochgeladene Bilder und die Daten nach der Bearbeitung zuverlässig gelöscht werden.