Nicht Grippe, aber ähnliche Symptome
: So erkennt man eine Adenoviren-Infektion

In Großbritannien häufen sich Infektionen mit Adenoviren. Welche Symptome die Krankheit hervorruft und warum sie so tückisch ist.
Von
Nicole Züge
Berlin
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In Großbritannien sind Adenoviren auf dem Vormarsch. Wie man die Erkrankung erkennt und warum sie so tükisch ist.

In Großbritannien sind Adenoviren auf dem Vormarsch. Wie man die Erkrankung erkennt und warum sie so tükisch ist.

Christina Sabrowsky/dpa

Eine akute Krankheitswelle in Großbritannien besorgt im Moment viele Menschen. Die Symptome ähneln denen von Grippe und Corona, allerdings schlagen die Tests in Bezug auf die Viren nicht an. Oft handelt es sich nämlich um Adenoviren. Woran man eine Adenovirus-Infektion erkennt und ob die Krankheit gefährlich ist.

Krankheitswelle in Großbritannien: Nicht Grippe, sondern Adenoviren

Großbritannien erlebt im Moment erneut eine starke Krankheitswelle. Bereits im November und Dezember waren die Menschen im Vereinten Königreich durch eine beispiellose Grippewelle geplagt, jetzt hat sich ein neuer Erreger festgesetzt: das Adenovirus. Neben den üblichen saisonalen Infektionen wie RSV, Covid-19, Erkältungen und einer ausgeprägten Grippewelle häufen sich in UK die Adenovirus-Infektionen. Die Positiv-Rate getester Proben stieg laut UK Health Security Agency (UKHSA) in der 51. Kalenderwoche auf 1,7 Prozent, gegenüber 1,2 Prozent in der Vorwoche (Stand: 24. Dezember 2025). Am stärksten trifft es Kinder unter fünf Jahren: Hier liegt die Positivitätsrate bei 9,9 Prozent.

Warum sind Adenoviren so tückisch?

Adenoviren zählen zur Familie der Adenoviridae. Nur ein Bruchteil der zahlreichen Adenovirus-Arten kann Menschen infizieren – diese werden als humane Adenoviren bezeichnet. Die Namensgebung geht auf das griechische „adeno“ für Drüse zurück, weil die Viren erstmals in menschlichem Drüsengewebe nachgewiesen wurden. Adenovirus-Infektionen treten weltweit auf, ohne saisonale Bindung.

Fachleute beschreiben Adenoviren als besonders widerstandsfähig. Die Erreger sind außerdem hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen, direkten Kontakt und kontaminierte Oberflächen. Adenoviren treten ganzjährig auf, verbreiten sich im Winter aber schneller.

Symptome von Adenoviren: So erkennt man die Infektion

Die Symptome ähneln denen einer Grippe oder Erkältung: Husten, Schnupfen und Fieber sind typisch. Dazu kommen meist Halsschmerzen, aber auch geschwollene Lymphknoten oder Magen-Darm-Beschwerden sind möglich. Am typischsten ist allerdings eine Bindehautentzündung, die in Verbindung mit den oben genannten Symptomen auftritt. Schwere Verläufe können zu einer Lungenentzündung führen.

Adenoviren in Deutschland

In Deutschland unterliegen Adenovirus-Infektionen einer eingeschränkten Meldepflicht, nämlich dann, wenn der Erreger in Augenabstrichen nachgewiesen wird. Der aktuelle ARE-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts zeigt keinen eindeutigen Anstieg. In der 47. Kalenderwoche machten Adenoviren 7,2 Prozent der untersuchten Proben aus, in den Folgewochen sanken die Werte auf 0,67 Prozent und stiegen zuletzt auf 4,29 Prozent in der 50. Kalenderwoche. Das Infektionsgeschehen dominieren derzeit Influenza-A- und -B-Viren, gefolgt von SARS-CoV-2 und Rhinoviren.

Wie lange dauert eine Erkrankung?

Die Infektion heilt in der Regel von selbst aus. Die Dauer der Erkrankung kann allerdings bei bis zu sechs bis acht Wochen liegen.

Wie lange ist man mit Adenoviren ansteckend?

Eine Ansteckung ist möglich, solange das Virus in Sekreten nachweisbar ist, in der Regel während der ersten 2 Wochen der Erkrankung.

Inkubationszeit von Adenoviren

Die Inkubationszeit liegt laut Robert-Koch-Institut bei 5 bis 12 Tagen.