Papst-Nachfolger
: Wer könnte das neue Kirchenoberhaupt werden?

Mit dem Tod von Papst Franziskus geht auch die Frage einher, wer als Nächstes folgen könnte. Die Voraussetzungen und mögliche Kandidaten im Überblick.
Von
David Hahn
Berlin
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Sixtinische Kapelle

Die Sixtinische Kapelle. Wer könnte nach dem Tod von Papst Franziskus sein Nachfolger als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche werden?

Alessandra Tarantino/AP/dpa

Schon vor dem Tod von Papst Franziskus wurde immer wieder über einen möglichen Nachfolger spekuliert – vor allem wegen seines fortgeschrittenen Alters und seiner gesundheitlichen Verfassung. Nach seiner Beisetzung rücken die anstehenden Papstwahlen in den Mittelpunkt: Wer ist wahlberechtigt – und wer kann überhaupt Papst werden? Hier gibt’s einen Überblick über die Kandidaten und den Ablauf.

Papst Franziskus ist tot

Franziskus verstarb am Morgen des Ostermontags im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung, wie der Vatikan mitteilte. Noch am Ostersonntag hatte er sich auf dem Petersplatz gezeigt und den Segen erteilt. In den letzten Jahren hatte er zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, besonders Atemwegsinfektionen machten ihm 2024 und 2025 zu schaffen. Im Februar 2025 musste er wegen einer Bronchitis ins Krankenhaus, aus der sich später eine Lungenentzündung entwickelte. Mit 88 Jahren war Papst Franziskus der zweitälteste Papst der Geschichte – älter war nur Leo XIII., der 1903 im Alter von 93 Jahren starb.

Wann und wie wird der Nachfolger gewählt?

Sobald ein Papst stirbt oder zurücktritt, beginnt die sogenannte Sedisvakanz – die Zeit, in der der Stuhl Petri unbesetzt ist. Innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach Beginn dieser Phase startet die Papstwahl. Diese erfolgt durch das Konklave, eine Versammlung wahlberechtigter Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.

Mehr Informationen zur anstehenden Trauerzeit und der Beisetzung gibt es hier.

Das Konklave – Tradition und Ablauf

Das Wort Konklave stammt aus dem Lateinischen „cum clave“ und bedeutet „mit dem Schlüssel (eingeschlossen)“. Dieser Name rührt daher, dass die wahlberechtigten Kardinäle während der Wahl isoliert von der Außenwelt sind, um äußeren Einfluss zu vermeiden. Diese Praxis besteht seit dem 13. Jahrhundert, als Kardinäle erstmals eingeschlossen wurden, um die Wahl zu beschleunigen.

Wer darf den neuen Papst wählen?

Nicht alle Kardinäle sind wahlberechtigt – nur jene, die bei Beginn der Sedisvakanz unter 80 Jahre alt sind. Die Anzahl der Wahlberechtigten sollte dabei 120 nicht überschreiten, wenngleich dies keine feste Regel ist. Ein amtierender Papst kann durch die Ernennung neuer Kardinäle bereits im Voraus Einfluss auf die Zusammensetzung des Konklaves nehmen.

Wie funktioniert die Papstwahl?

Die Papstwahl erfolgt in geheimer Abstimmung mit bis zu vier Wahlgängen täglich – jeweils zwei am Vormittag und zwei am Nachmittag. Für eine gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Kardinäle erforderlich. Kommt es nach 33 Wahlgängen zu keiner Entscheidung, folgt eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Auch dann gilt weiterhin die Zweidrittelregel. Nach jedem Wahlgang steigt Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle auf: schwarzer Rauch bedeutet, es wurde noch kein Papst gewählt, weißer Rauch kündigt einen neuen Papst an.

Was war die längste Papstwahl und was die kürzeste? Beide Rekorde gibt es in diesem Artikel.

Wer darf Papst werden?

Grundsätzlich kann jeder männliche katholische Christ zum Papst gewählt werden. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass der Kandidat bereits Priester, Bischof oder Kardinal ist – allerdings ist es seit dem 14. Jahrhundert üblich, dass der neue Papst aus den Reihen der Kardinäle stammt.

Wie viele Päpste gab es bisher? Alle Päpste seit dem 16. Jahrhundert gibt es hier aufgelistet.

Wer sind mögliche Nachfolger von Papst Franziskus?

Da die Päpste traditionell überwiegend aus dem Kreis der Kardinäle gewählt werden, gelten auch diesmal mehrere Kardinäle als aussichtsreiche Kandidaten für das höchste Amt der katholischen Kirche. Bereits im September 2024 nannten Domradio und der Katholischen Nachrichtenagentur KNA unter anderem Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Luxemburgs Kardinal Jean-Claude Hollerich, die maltesischen Kardinäle Mario Grech und Victor Fernandez, Matteo Zuppi, Ungarns Primas Péter Erdő, Kardinal Fridolin Ambongo sowie den Italiener Pierbattista Pizzaballa als mögliche Favoriten. Wer das Amt tatsächlich übernimmt, hängt jedoch davon ab, wer im Konklave die notwendige Mehrheit der Stimmen erhält – und das bleibt bis zuletzt offen.