Konklave - Papstwahl
: Wann wird der neue Papst gewählt?

Wie funktioniert das Konklave? Wer darf Papst werden? Und wann wird der neue Papst gewählt? Fragen und Antworten rund um die Papstwahl.
Von
David Hahn,
Daniel Steiger
Rom
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Ein Kardinal setzt seine Mitra am 12.03.2013 im Petersdom im Vatikan bei der Wahl-Messe «Pro Eligendo Romano Pontifice» auf. Nach der Messe ziehen sich die Kardinäle in die Sixtinische Kapelle zurück und beginnen am Nachmittag das Konklave, die Papstwahl für den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. Foto: Michael Kappeler/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Kardinal setzt seine Mitra am 12.03.2013 im Petersdom im Vatikan bei der Wahl-Messe «Pro Eligendo Romano Pontifice» auf. Nach der Messe ziehen sich die Kardinäle in die Sixtinische Kapelle zurück und beginnen das Konklave.

Michael Kappeler/dpa

Papst Franziskus ist tot. Das Oberhaupt der katholischen Kirche starb am Morgen des Ostermontags im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Noch am Ostersonntag hatte er sich auf dem Petersplatz gezeigt und den Segen erteilt. Am Samstag, dem 26. April fand die Trauerfeier für Franziskus in Rom statt. Nun blicken die Katholiken gespannt auf das bevorstehende Konklave, bei dem die Kardinäle einen neuen Papst wählen werden.

Wann und wie wird der neue Papst gewählt?

Verstirbt ein Papst oder tritt er zurück, muss ein neuer Bischof von Rom gewählt werden – und damit das neue Oberhaupt der katholischen Kirche. Dieses Amt übernimmt der Papst als Leiter des Bischofskollegiums. Die Wahl erfolgt in der Regel 15 bis 20 Tage nach Beginn der sogenannten Sedisvakanz, der „Zeit des leeren Stuhls“, die mit dem Tod oder Rücktritt des Papstes eintritt. Der Vatikan hat jetzt den genauen Termin für den Start der Papstwahl bekanntgegeben. Diese beginnt am 7. Mai.

Mehr Informationen zum weiteren Ablauf im Vatikan nach dem Tod des Papstes gibt es hier.

Was ist das Konklave?

Konklave kommt aus dem Lateinischen „cum clave“, was so viel bedeutet wie „mit dem Schlüssel (eingeschlossen)“. Der Begriff bezeichnet die Versammlung der wahlberechtigten Kardinäle, die sich in der Sixtinischen Kapelle versammeln, um einen neuen Papst zu wählen. Diese Praxis existiert seit dem 13. Jahrhundert – das erste Konklave fand laut Kirchenhistorikern im Jahr 1241 statt, als die Kardinäle von den Städten eingeschlossen wurden, um die Wahl zu beschleunigen. Während des Konklaves ist jeglicher Kontakt zur Außenwelt für die Kardinäle streng verboten.

Wie viele Päpste gab es bisher? Alle Päpste seit dem 16. Jahrhundert gibt es hier aufgelistet.

Wahlberechtigung: Papst kann Einfluss auf mögliche Nachfolge nehmen

Wahlberechtigt sind nur die Kardinäle, die vor Beginn der Sedisvakanz nicht älter als 80 Jahre waren. Es dürfen jedoch nicht mehr als 120 Kardinäle an der Wahl teilnehmen, wobei diese Zahl keine feste Vorschrift ist. Ein Papst hat die Möglichkeit, vor seinem Tod so viele Kardinäle zu ernennen, dass mehr als 120 wahlberechtigt sind. Auf diese Weise kann ein noch lebender Papst Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers ausüben.

Wie funktioniert die Papstwahl?

Die Kardinäle wählen in geheimer Wahl während des Konklaves in der Regel viermal am Tag – vormittags und nachmittags je zweimal. Um Papst zu werden, braucht ein Kandidat zwei Drittel der Stimmen der anwesenden Wähler. Nach 33. Wahlgängen kommt es zur Stichwahl. Gewählt werden können nur noch die beiden Kandidaten, die im vorherigen Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Auch hier gilt jedoch: Papst wird nur, wer zwei Drittel der Stimmern auf sich vereinigt. Nach jedem Wahlgang steigt Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle auf: schwarzer Rauch bedeutet, es wurde noch kein Papst gewählt, weißer Rauch kündigt einen neuen Papst an.

Was war die längste Papstwahl und was die kürzeste? Beide Rekorde gibt es in diesem Artikel.

Wer darf Papst werden?

Papst kann jeder werden, der bereit und in der Lage ist, zum Bischof von Rom gewählt zu werden – also jeder männliche katholische Christ. Theoretisch ist es nicht erforderlich, dass der Kandidat Priester, Bischof oder Kardinal ist. In der Praxis jedoch wurde seit dem 14. Jahrhundert kein Papst mehr gewählt, der nicht zuvor Kardinal war.

Auf unserer Themenseite gibt es übrigens alle Infos, Neuigkeiten und Hintergründe zum Tod von Papst Franziskus.