Reisen nach Südeuropa
: Experte gibt wichtigen Tipp für die Urlaubsplanung 2026

Südeuropa litt im Sommer 2025 unter einer beispiellosen Hitzewelle. Welche Urlaubsländer waren besonders betroffen und wie können Reisende sich 2026 absichern?
Von
Nicole Züge
Berlin
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Waldbrände in Spanien

Spanien (Bild), die Türkei, Griechenland und weitere beliebte Reiseländer litten im Sommer 2025 an

Adrián Irago/dpa

Hitzewellen in Südeuropa sind nicht ungewöhnlich, der Hitze-Sommer 2025 wird Einwohnenden und Reisenden vieler südeuropäischer Urlaubsländer jedoch besonders in Erinnerung bleiben. Die unzähligen Waldbrände im Mittelmeerraum haben die höchsten Waldbrand-Emissionen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 23 Jahren produziert. Reisende fragen sich: Kann man noch am Mittelmeer Urlaub machen und wenn ja, wie können Urlauber sich gegen Katastrophen am Reiseort absichern?

Höchste Waldbrand-Emissionen in Europa seit Messbeginn

Europa wird 2025 die höchsten Waldbrand-Emissionen seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen vor 23 Jahren verzeichnen, meldet der Erdbeobachtungsdienst der EU, Copernicus, Mitte September.

Demnach haben Waldbrände in Europa bis zum 15. September bereits rund 12,9 Megatonnen Kohlenstoff freigesetzt. Damit sei der bisherige Höchstwert von 11,4 Megatonnen aus den Jahren 2003 und 2017 deutlich überschritten worden, meldet Copernicus. Ein Großteil der Emissionen ging demnach auf die Brände im August in Spanien und Portugal zurück. Auch in der Türkei, auf Zypern und in mehreren Balkanstaaten kam es zu erheblichen Waldbränden. Südosteuropa erlebte dadurch eine der aktivsten Waldbrandsaisons der vergangenen Jahre.

Neben den Feuern in Europa gab es auch große Flächenbrände in Kanada. Diese hielten bis Anfang September an und verursachten dort die zweithöchsten jährlichen Emissionen seit Beginn der Aufzeichnungen - nur übertroffen vom Jahr 2023. Rauchschwaden zogen dabei im August über den Atlantik bis nach Westeuropa.

Hinzu kamen im Sommer 2025 laut Copernicus außerdem ungewöhnlich häufige und intensive Aufkommen von Saharastaub, beispielsweise in Griechenland. Zudem führte eine Serie von Hitzewellen zu erhöhter Ozonbelastung am Boden. In vielen Regionen Europas lagen die Konzentrationen über den geltenden Grenzwerten.

Reiseexpertin rät zur Pauschalreise

Waldbrände treten in Europa vor allem im Mittelmeerraum auf. Häufig sind Griechenland, Süditalien, Südfrankreich oder die Türkei betroffen. „Wir beobachten in den letzten Jahren in der Tat, dass es im Hochsommer vermehrt zu Bränden und Hitzeperioden vor allem im östlichen Mittelmeer kommt“, sagt Samed Kizgin, Chief Content Officer beim Krisenfrühwarnspezialisten A3M.

Aus diesem Grund raten Reiseexperten, bei Reisen in gefährdete Gebiete in jedem Fall eine Pauschalreise zu buchen, also Flug und Hotel über einen Reiseanbieter. So rät Reiseexpertin Nina Hammer von HolidayCheck: „Reisende sollten sich bewusst damit auseinandersetzen, wie viel Hitze sie im Urlaub vertragen – denn ab bestimmten Temperaturen ist körperliche Aktivität schlichtweg nicht mehr ratsam.“ Sie rät zu Pauschalreisen mit Sicherheitsnetz: „Zwar sind medizinische Notfälle selten, doch bei extremen Wetterlagen kümmert sich der Veranstalter um Rückreise oder Unterkunft.“

Sinnvoll kann es auch sein, vor der Buchung schon zu klären, wie flexibel die Angebote sind und welcher Versicherungsschutz (beispielsweise Reiserücktrittsversicherungen oder Absicherungen gegen außergewöhnliche Umstände wie Naturkatastrophen) ggf. dazugebucht werden muss. Auch aktuelle Hinweise des Auswärtigen Amts helfen, Risiken richtig einzuschätzen.

Sogenannte Individualtouristen, die sich Flüge, Züge und Unterkünfte selbst und einzeln buchen, bekommen in vielen Fällen ihr Geld nicht zurück. Pauschalreisende haben deutlich bessere Chancen, eine Reise bei Gefahren kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen. Welche Rechte Reisende bei Hitzewellen, Bränden und anderen Katastrophen haben und ab wann eine Reise kostenfrei storniert werden kann, haben wir hier zusammengefasst.