Riss in Steilküste von Rügen
: Neue Sperrung auf der Ostsee-Insel

Durch die Gezeiten verändern sich die Steilküsten der Ostsee-Insel Rügen ständig. Die Behörden müssen das im Blick behalten – so wie aktuell in Sellin. Dass dort mal ein Bunker stand, verschärft das Problem.
Von
dpa
Sellin
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Risse an Rügens Steilküste sollen mit einer Drohne kontrolliert: 04.02.2025, Mecklenburg-Vorpommern, Sellin: Risse an der Steilküste in Sellin auf Rügen. Foto: Philip Dulian/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Risse an der Steilküste der Ostsee-Insel Rügen sollen mit einer Drohne kontrolliert werden.

Philip Dulian/dpa
  • Steilküste auf Rügen in Sellin wegen größer werdendem Riss gesperrt.
  • Bunkerüberreste verschärfen das Problem; Drohneneinsatz zur Kontrolle.
  • Behörde verlegt Weg ins Landesinnere und errichtet Absperrungen.
  • Keine akute Gefahr, aber Scholle könnte bei Wärme abrutschen.
  • Absperrungen auch wegen "Sensationstourismus" nötig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wegen witterungsbedingter Veränderungen der Steilküste in Sellin nimmt das Amt Mönchgut-Granitz auf der Ostsee-Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) diese verstärkt in Augenschein.

Ein schon länger vorhandener Riss werde größer, sagte Amtsleiter Arne Fründt. Er sei etwa 50 Meter lang. Es habe sich eine 50 mal 20 Meter große Scholle gebildet, die irgendwann abzubrechen drohe. Als Konsequenz habe man den Weg oberhalb des Steilufers weiter ins Landesinnere verlegt und am Dienstag entsprechende Absperrungen errichtet. Am Nachmittag erkundete eine Drohne den Riss näher. Zuvor hatten Medien berichtet.

Die Steilküste ist in dem Bereich laut Fründt etwa 60 Meter hoch. Aktive Küstenbereiche mit Abbrüchen gibt es viele auf Rügen. „Aber in dem Bereich ist es natürlich noch ein bisschen anders, weil da stand ja ein ehemaliger Bunker, der drohte ja abzurutschen“, erklärte Fründt. Daher sei er entfernt worden. Weil der Bereich dadurch weniger bewachsen und sandiger sei, „ist da oben natürlich viel mehr Bewegung als in Strandabschnitten, die bewachsen sind“.

Niederschläge und Frost führen nach Aussage Fründts zu mehr Abbrüchen, unter anderem weil der Boden durch die Feuchtigkeit schwerer werde und sich Schollen durch Frost eher abtrennten. Akut bestehe im nun betroffenen Bereich keine Gefahr. Fründt vermutet aber, dass sich die Scholle entweder weiter absenkt oder komplett rausbricht, sobald es wärmer wird. Die Steilküste habe hier aber eine vergleichsweise flache Neigung - deshalb sei nicht mit einem abrupten Abrutsch zu rechnen. Der Strand sei weiterhin zugänglich. Warnende Schilder stünden hier ohnehin.

Die Absperrungen oberhalb der Steilküste seien auch wegen des „Sensationstourismus“ notwendig geworden, der auch wegen der Berichterstattung aufgekommen sei. Menschen gingen bis an die Kante - teilweise mit Fahrrädern. „Das verschärft die Situation dann natürlich.“ Teilweise seien Menschen dort oben auch schon mit Autos an die Küste herangefahren.