Lebensgefahr auf dem Eis: Das müssen Sie auf zugefrorenen Seen beachten

So sind Sie sicher auf dem Eis bei Eishockey, Eisangeln und Eislaufen. Ab wann kann man zugefrorenen Seen betreten, ab wann trägt das Eis und was sollte man unbedingt beachten? (Symbolbild)
Jens Büttner/dpa- Seen in Deutschland frieren bei Kälte zu; Eislaufen, Eishockey und Eisangeln werden beliebt.
- Eis sollte mindestens 15 cm dick sein; bei fließenden Gewässern 20 cm.
- Achten Sie auf Geräusche und Risse im Eis; bei Gefahr sofort zurückziehen.
- Vor Ausflügen auf das Eis kommunale Warnhinweise beachten.
- Bei Einbruch ins Eis Ruhe bewahren und bedachte Bewegungen machen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Kältewelle über Deutschland bringt auch zugefrorene Seen mit sich. Besonders jetzt, wenn die Nächte so eiskalt sind, frieren Seen zu und die Neugierde auf das Eis zu gehen steigt. Die beste Zeit für Eishockey, Schlittschuhlaufen oder Eisangeln. Doch ab wann geht das und wie kann man sich vor möglichen Einbrüchen ins Eis schützen?
Übersicht:
- Ab wann trägt das Eis?
- Eisdicke richtig einschätzen lernen
- So misst man die Eisdicke bei zugefrorenen Seen
- Unterschiede der Eisfarben und was sie bedeuten
- Sind Risse im Eis und Geräusche immer gefährlich?
- Wichtigste Infos zusammengefasst
- So ist man auf den Einbruch ins Eis vorbereitet
Sicher auf dem Eis: Das sollten Sie beachten
Der Winter in Deutschland bringt aktuell sehr frostige Temperaturen und somit auch die Chance, dass Seen zufrieren. Aktivitäten wie Schlittschuh laufen, angeln oder einfach die winterliche Landschaft zu genießen sind dann eine willkommene Abwechslung in dieser Jahreszeit. Doch bevor Sie das Eis betreten, sollten Sie einige wichtige Sicherheitsaspekte beachten, um Einbrüche ins Eis zu vermeiden.
Wann ist das Eis sicher und die Eisdecke dick genug?
Zunächst einmal ist Geduld gefragt. Die Bildung einer stabilen Eisdecke dauert oft bis in den Januar hinein. Die Temperatur des Wassers muss durchgängig auf etwa 4 Grad Celsius sinken, damit sich das Eis zuverlässig bilden kann. Dabei spielt die Tiefe des Sees eine große Rolle: Flache Gewässer frieren schneller zu, während tiefere Seen länger brauchen, da sich das wärmere Tiefenwasser langsamer abkühlt.
Wenn es kurze Zeit (1 bis 2 Tage) nach der ersten Eisdeckenbildung zu einer Schneedecke kommt, dann stellt diese eine Isolationsschicht dar, die ein weiteres Anwachsen der Eisdecke verlangsamt.
Eisdicke richtig einschätzen
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft empfiehlt, stehende Gewässer erst ab einer Eisdicke von mindestens 15 cm zu betreten, bei fließenden Gewässern sollten es mindestens 20 cm sein. Diese Dicke bietet eine ausreichende Sicherheit, da Eisdecken oft ungleichmäßig dick sind und unter Brücken oder in der Nähe von Zu- und Abflüssen dünner sein können.
Selbst wenn das Eis zunächst sicher erscheint, ist es wichtig, wachsam zu bleiben. Bei ungewöhnlichen Geräuschen wie Knacken oder Knirschen ist es ratsam, das Eis unverzüglich zu verlassen.
Wie misst man die Dicke von zugefrorenen Seen?
Um auf Nummer Sicher zu gehen und selber die Dicke des Eises zu messen, gibt es verschiedene Hilfsmittel. Eine Axt, ein Beil, eine Eisschnecke oder einen Spud-Riegel wären geeignete Werkzeuge dafür. Da die Eisdicke in den meisten Seen und Flüssen nicht an allen Stellen gleich ist, empfiehlt es sich diese an mehreren Stellen zu überprüfen. Und auch hier gilt, am besten nicht alleine aufs Eis gehen, sondern immer in Begleitung.
Kommunale Hinweise und Warnungen beachten
Da nicht jeder eine Eisschnecke oder anderes geeignetes Werkzeug zu Hause hat, um die Eisdicke zu überprüfen, geben viele Kommunen Informationen über die Begehbarkeit der örtlichen Gewässer heraus. Diese können in der lokalen Presse, im Internet oder direkt bei der Gemeinde erfragt werden. Es ist ratsam, sich vor einem Ausflug auf das Eis, darüber zu informieren.
Wie man sich selbst und anderen im Falle eines Einbruchs in das Eis helfen kann, lesen Sie hier.
An der Farbe erkennt man die Eisqualität
Nicht jedes Eis ist gleich. Das sogenannte „schwarze“ Eis, das bei klarem und frostigem Wetter ohne Niederschlag entsteht, ist besonders tragfähig. Dagegen kann „weißes“ Eis, das durch Schnee oder Regen entsteht, weniger stabil sein. Die Tragfähigkeit von weißem Eis kann im Vergleich zu schwarzem Eis bis zu zehnmal geringer sein.
Eine besondere Achtsamkeit ist erforderlich, wenn die Eisfläche von Schnee bedeckt ist oder sich in der Nähe von bewachsenen Uferbereichen befindet. Diese Stellen können tückisch sein, ebenso wie Bereiche, in denen Bäche oder Flüsse in den See münden. Dort kann das Eis innerhalb kürzester Distanz deutlich dünner und von schlechterer Qualität sein.
Risse im Eis und Überlastung
Natürliche Bewegungen des Eises können Risse verursachen, die manchmal mit lauten Geräuschen, einhergehen. Diese sind in der Regel ungefährlich, solange der Frost anhält. Bei Überlastung hingegen können Radial- und Tangentialrisse entstehen, die einen Einbruch ankündigen. Daher ist es wichtig, die Belastung des Eises zu beachten und große Menschenansammlungen zu vermeiden.
Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie niemals alleine aufs Eis gehen. Eine Begleitperson kann im Notfall schnell Hilfe leisten. Ein Sturz ins eiskalte Wasser führt schnell zu Unterkühlung und es ist schwierig, sich ohne Unterstützung zu befreien.
Alles Wichtige auf einen Blick: Was ist zu beachten bevor man aufs Eis geht?
- Nie alleine aufs Eis gehen
- einen See erst betreten, wenn das Eis 15 cm dick ist - ein fließendes Gewässer erst, wenn das Eis 20 cm dick ist
- Erkundige dich beim zuständigen Amt, ob das Eis schon trägt
- Nicht gleich an den ersten kalten Tagen aufs Eis gehen
- Auf Warnungen in Radio und Zeitung achten
- Das Eis sofort verlassen, wenn es knistert oder knackt
- sollte man das Gefühl haben einzubrechen, flach hinlegen und vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer bewegen
Auf den Einbruch ins Eis vorbereitet sein
Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Einbruch ins Eis kommen, ist es entscheidend, Ruhe zu bewahren. Das kalte Wasser erhöht sofort die Atemfrequenz und den Puls. Anstatt in Panik zu geraten, sollten Sie versuchen, mit bedachten Bewegungen zurück auf das Eis zu gelangen.
Achten Sie darauf, sich dem Wetter entsprechend zu kleiden. Tragen Sie zum Beispiel eine Schwimmweste, insbesondere wenn Sie die Eisdecke testen. Ein Eispickel kann hilfreich sein, falls Sie einbrechen und sich wieder hochziehen müssen. Teilen Sie anderen mit, wohin Sie gehen und wann Sie zurückerwartet werden.
Packen Sie stets zusätzliche warme und trockene Kleidung in eine wasserdichte Tasche ein. So können Sie nasse Kleidung schnell wechseln und das Risiko einer Unterkühlung verringern. Ein Notfallkit ist ebenfalls eine gute Idee und kann folgende Dinge enthalten: eine Rettungsdecke, Hand- und Fußwärmer, dicke Socken, zusätzliche Mützen, Kerzen und Streichhölzer.