Stau in Brandenburg
: Deshalb sind Autobahn A12 und Frankfurt die schlimmsten Stau-Fallen

Der ADAC hat 2024 mehr als eine halbe Million Staus gezählt. Brandenburg hat unrühmliche Spitzenreiter. Die Autobahn A12 und Frankfurt (Oder) sind besonders nervig für Autofahrer.
Von
dpa
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören
12.07.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Autos und LKW stehen auf der Autobahn 8 in einem Stau. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Stau auf den Autobahnen in Brandenburg: Das ist die Bilanz des ADAC. (Symbolbild)

Sebastian Gollnow/dpa
  • ADAC meldet 2024 516.000 Staus auf deutschen Autobahnen, 12.000 mehr als 2023.
  • Staudauer stieg auf 448.000 Stunden; Strecke sank auf 859.000 Kilometer.
  • NRW am stärksten betroffen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.
  • Schlimmster Stau am 18. Januar auf der A61 mit 77 km Länge.
  • Daten basieren auf Lkw-Flotten und Smartphone-Apps.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Staus auf deutschen Autobahnen ist gestiegen. In seiner Bilanz für 2024 zählt der ADAC insgesamt 516.000 Staus, wie er mitteilte. Das waren 12.000 mehr als im Vorjahr. Auch ihre Dauer stieg. Ein Überblick.

  • Staus bundesweit
  • Stau in Brandenburg
  • Staureichster Tag in Brandenburg

Wie haben sich die Staus bundesweit entwickelt?

Neben der reinen Zahl der Staus erhebt der ADAC auch deren Dauer. Zusammengezählt ergeben sich im vergangenen Jahr 448.000 Stunden, 21.000 mehr als im Vorjahr. Dabei geht es nicht darum, wie lange einzelne Autofahrer in diesen Staus standen, sondern darum, wie lange sie von der Entstehung bis zur Auflösung existierten. Die aufaddierte Strecke der Staus entwickelte sich dagegen in die andere Richtung: 859.000 Kilometer sind zwar deutlich mehr als die Strecke von der Erde zum Mond und zurück, aber ein Rückgang um 18.000. Insgesamt deuten die Zahlen auf eine leichte Verschlechterung hin.

Trotz des aktuellen Anstiegs liegt die Dauer des Staus weiter unter den Werten, die der ADAC für das Vor-Corona-Jahr 2019 ermittelt hatte. Die Zahlen sind angesichts einer 2022 überarbeiteten Methodik aber nur bedingt vergleichbar. 

Wo staute es sich besonders stark – Berlin vorne

Deutsche Hochburg mit Blick auf Staus ist Nordrhein-Westfalen. 31,5 Prozent der Kilometer an Stau entfielen auf das dicht besiedelte Bundesland – rund 270.000 Kilometer. Bayern folgt mit 16,4 Prozent oder rund 141.000 Kilometern vor Baden-Württemberg mit 104.000. Bei der Dauer der Staus ist die Verteilung ähnlich.

Dieser Vergleich ist allerdings angesichts der unterschiedlich großen Autobahnnetze nicht fair. Der ADAC hat daher auch die Stunden an Stau pro Autobahnkilometer errechnet. Hier liegen die Stadtstaaten mit Werten von 202 Stunden in Berlin, 180 in Hamburg und 102 in Bremen vorn. Bei den Flächenländern sind NRW mit 69 und Baden-Württemberg mit 46 besonders betroffen.

Im Vergleich der Fernautobahnen sieht der ADAC die A1, A3 und A8 als am stärksten betroffen. 

An diesen Tagen im Jahr staute es sich bundesweit am stärksten

Über die Woche verteilt sind Mittwoch und Donnerstag am stauträchtigsten. Das Wochenende fällt im Vergleich dazu stark ab – dann ist das Stauaufkommen weniger als halb so hoch.

An den Werktagen war der frühe Morgen besonders betroffen – Ausnahme ist dabei der Freitag, an dem die Stauspitze um die Mittagszeit liegt. Am Wochenende ist auf den Autobahnen am ehesten der späte Vormittag bis Mittag betroffen.

Die schlimmsten Stautage stehen oft im Zusammenhang mit Reiseverkehr vor Feiertagen, so auch im vergangenen Jahr:

  • Nummer eins war laut ADAC der 17. Mai, der Freitag vor dem langen Pfingstwochenende mit 2.500 Staustunden und einer Gesamtlänge von 5.200 Kilometern.
  • Am 8. Mai, dem Tag vor Christi-Himmelfahrt, waren es 2.300 Staustunden und 5.000 Staukilometer.
  • Auch die Tage vor Fronleichnam und dem Tag der Deutschen Einheit sind stark betroffen.
  • Der Freitag vor Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren besonders staugeplagt.
  • Wintereinbruch sorgte vom 15. bis 18. Januar für lange Staus, ebenso winterliche Straßenverhältnisse am 19. November.

Was war bundesweit der schlimmste Stau?

Dieser Titel gebührt den ADAC-Zahlen nach der A61 am 18. Januar. Während des bereits angesprochenen Wintereinbruchs kam es zwischen Ludwigshafen und Mönchengladbach sowie in der Gegenrichtung Koblenz – Ludwigshafen zu 77 beziehungsweise 70 Kilometern Stau.

Stau in Brandenburg: Frankfurt (Oder) auf Platz 1

Auf den Straßen Brandenburgs hat es sich im letzten Jahr deutlich mehr gestaut als 2023. Nach Angaben des ADAC Berlin/Brandenburg waren es 2024 rund 22.200 Staus – knapp 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund für den Anstieg seien vor allem die vermehrten Kontrollen entlang der polnischen Grenze gewesen.

Der Bilanz zufolge ergeben sich rund 20.300 Stunden, zählt man die Dauer aller Staus in Brandenburg 2024 zusammen – das entspricht fast 846 Tagen. Ein Plus von knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nur die Gesamtstrecke, auf der es sich gestaut hat, hat sich um knapp 2.000 Kilometer auf insgesamt gut 29.000 verringert.

Hotspot für Staumeldungen in Brandenburg war die A12 zwischen Berliner-Ring und der polnischen Grenze. Auf diesem Abschnitt haben sich die Meldungen mit rund 9.800 Staus mehr als verdreifacht, die Staudauer mehr als verdoppelt. Der Grenzübergang Frankfurt (Oder) schafft es sogar deutschlandweit auf Platz eins der Segmente mit den meisten Staumeldungen und -stunden.

Brandenburg: Staureichster Tag im Januar

Besonders viel Geduld brauchten Brandenburger Autofahrerinnen und Autofahrer in den Sommermonaten: Der August verzeichnete mit knapp 4.000 die meisten Staukilometer und die meisten Staustunden – rund 2.700. Der staureichste Tag dagegen war im Januar. Am 16. Januar wurden in Brandenburg 191 Staumeldungen, 87 Staustunden und 727 Kilometer Stau verzeichnet. Generell sei die Staugefahr montags, größtenteils zwischen 9.00 und 12.00 Uhr am höchsten gewesen.