Ukraine-Krieg
: Selenskyj und Merz in Berlin – „Es soll einen Waffenstillstand geben“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am 13. August 2025 überraschend zu Gast in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz und der Präsident der Ukraine haben sich nach dem Treffen zu den Ergebnissen geäußert.
Von
David Hahn
Berlin
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Ukraine-Gespräche mit Selenskyj in Berlin: 13.08.2025, Berlin: Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nehmen im Kanzleramt an virtuellen Beratungen europäischer Staats- und Regierungschefs mit Blick auf das Treffen von US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin teil. Foto: John Macdougall/AFP Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ukraine-Gespräche mit Selenskyj in Berlin: 13.08.2025, Berlin: Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nehmen im Kanzleramt an virtuellen Beratungen europäischer Staats- und Regierungschefs mit Blick auf das Treffen von US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin teil.

John Macdougall/AFP Pool/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am heutigen Mittwoch, dem 13. August 2025 nach Berlin gekommen. Dort nahm er an geplanten Ukraine-Videokonferenzen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, US-Präsident Donald Trump sowie weiteren internationalen Spitzenpolitikern teil. Ziel war die Vorbereitung des für Freitag angesetzten Treffens zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska.

Laut Regierungssprecher Stefan Kornelius fanden am Mittwoch verschiedene Gesprächsrunden statt, bei denen Strategien erörtert wurden, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Worauf konnten sich die Gesprächspartner einigen?

Selenskyj in Berlin heute am 13. August 2025

Neben Deutschland, den USA und der Ukraine nahmen auch Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Großbritannien, Finnland, Italien und Polen teil. Zusätzlich waren EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident António Costa, NATO-Generalsekretär Mark Rutte beteiligt.

Das Treffen am Mittwoch wurde von Merz initiiert, da Befürchtungen bestehen, dass Trump und Putin in Alaska Entscheidungen über den Ukraine-Krieg treffen könnten, ohne die Ukraine oder ihre westlichen Partner ausreichend einzubeziehen. Trump hatte zuvor die Möglichkeit eines „Gebietstauschs“ zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht, was Selenskyj ausdrücklich ablehnte und vor Zugeständnissen an Putin warnte.

Selenskyj bedankte sich nach dem Treffen bei Deutschland und Bundeskanzler Friedrich Merz für die Einladung und Unterstützung, insbesondere für Beiträge zur Stärkung der ukrainischen Sicherheit, Luftverteidigung und staatlichen Stabilität seit Beginn des Krieges. Selenskyj schilderte, dass Putin militärisch bluffe: Russland wolle den Eindruck erwecken, die gesamte Ukraine erobern zu können, und behaupten, Sanktionen wirkten nicht, beides sei jedoch falsch. Die Sanktionen träfen die russische Rüstungsindustrie erheblich, und Russland habe zwar mehr Material, aber auch deutlich höhere Verluste als die Ukraine.

Der ukrainische Präsident betonte, Putin wolle keinen Frieden, sondern die vollständige Besetzung der Ukraine. Um Frieden zu erreichen, brauche es anhaltenden Druck durch die Partner. Das Treffen in Alaska solle idealerweise zu einem sofortigen Waffenstillstand führen. Zusammen mit Merz und den gemeinsamen europäischen Partnern hat sich Selenskyj zudem auf mehrere Forderungen an Trump und Putin geeinigt.

Friedrich Merz: Europäische Partner mit Forderungen an Trump und Putin

Der Kanzler betonte bei der Pressekonferenz in Berlin, dass in Alaska zentrale europäische und ukrainische Sicherheitsinteressen gewahrt werden müssen. Deutschland habe seit 2022 rund 40 Mrd. Euro Militärhilfe geleistet, die EU 18 Sanktionspakete beschlossen. Gemeinsam mit den Gesprächspartnern habe man sich jetzt auf folgende Punkte und Forderungen geeinigt:

  • Die Ukraine müsse bei einem Folgetreffen mit am Verhandlungstisch sitzen
  • Zuerst solle ein Waffenstillstand erreicht werden, danach ein Rahmenabkommen.
  • Territoriale Fragen würden nur auf Basis der Kontaktlinie geklärt; russische Besetzungen werden nicht anerkannt
  • Es werden robuste Sicherheitsgarantien für die Ukraine gefordert, inklusive langfristiger westlicher Unterstützung
  • Transatlantische Strategie: Unterstützung der Ukraine und Druck auf Russland; falls keine Bewegung von russischer Seite, soll der Druck erhöht werden.

Präsident Trump teile den Worten von Merz zufolge die Position Europas weitgehend. Man habe ein konstruktives Gespräch geführt und vereinbart, dass er Selenskyj und die europäischen Staats- und Regierungschefs unmittelbar nach dem Treffen mit Putin informiert. Es gebe laut Merz Hoffnung auf Fortschritt und Frieden, und Deutschland werde jede diplomatische Chance nutzen, um den Krieg zu beenden.