Wetter in MV: Sturm an der Ostsee und schweres Hochwasser erwartet

Wetter und Sturm an der Ostsee: In den kommenden Tagen wird eine Sturm-Flut erwartet. (Symbolbild)
Carsten Rehder,dpaDie kommenden Tage sorgen für Sturm im Norden sowie für einen Orkan im Süden. Es besteht die Gefahr einer Sturmflut an der deutschen Ostseeküste. Davor warnt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Schon ab Mittwochabend (18.10.2023) wurde auch an der Küstenlinie westlich von Rügen ein Wasserstand von 30 bis 60 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand erwartet. Östlich von Rügen lag die Vorhersage bei 40 bis 65 Zentimeter – beides mit steigender Tendenz.
Für Donnerstag (19.10.2023) erwartet das Bundesamt in beiden Küstenbereichen einen Anstieg von bis zu 90 Zentimetern. Auch das Kleine Haff vor Ueckermünde ist betroffen. Dort wird demnach am Donnerstag mit einem Wasserstand von 50 bis 70 Zentimeter über dem mittleren Wasserstand mit steigender Tendenz gerechnet. Die Gefahrenlage gelte bis Samstagnachmittag (21.10.2023), so das BSH. Auch an den Küsten Schleswig-Holsteins gibt es eine Hochwasserwarnung.
Wetter in MV: Sturm und Hochwasser an der Ostsee
Grund ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine kräftige Ostströmung der Luft zwischen einem Hoch, das von Spitzbergen nach Skandinavien wandert, und einem Tief auf dem Weg von der Biskaya nach Großbritannien. Ein Ausläufer des Tiefs soll Donnerstagfrüh die Region erreichen. Der Ostwind wird stark bis stürmisch erwartet.
Die Stadt Wismar forderte Anwohner im Bereich des Hafens für Donnerstag auf, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz ihres Eigentums zu treffen und zum Beispiel Fahrzeuge aus dem hochwassergefährdeten Gebiet zu bringen. Bei einer Prognose von über 125 Zentimetern über Normalstand würden am Ziegenmarkt und in der Rabenstraße Sandsäcke zur Verfügung gestellt.
Die Sturmflut an der Ostsee sei ein seltenes Ereignis, so wetteronline.de. Sturmfluten an der Nordseeküste kommen häufiger vor. Das letzte Sturmhochwasser an der Ostsee gab es im Jahr 2020. Damals waren Teile der Stadt Lübeck bei einem Wasserstand von 1,40 Meter über Normalnull überflutet worden.
2017 gab es das schwerste Ostseehochwasser seit 15 Jahren. Damals waren besonders Rügen und Usedom betroffen. Mit Wasserständen von rund 1,80 Meter über Normal wurden größere Stücke der Steilküste sowie des Strandes weggeschwemmt. Das höchste aufgezeichnete Sturmhochwasser an der Ostsee hatte sich im Jahr 1872 mit Scheitelwasserständen von mehr als 3 Metern über Normal ereignet.
Zu wenig Wasser an der Nordsee
Während an der Ostsee vor Überflutung gewarnt wird, wird an der Nordseeküste mit zu wenig Wasser gerechnet, so wetteronline.de. Das Wasser ziehe sich weiter von der Küste zurück und es komme zu einer Sturmebbe. Der lang anhaltende Wind drücke das Wasser auf die offene Nordsee. Es wird vor erheblichen Einschränkungen im Fährverkehr von Donnerstag (19.10.2023) bis Samstag (21.10.2023) gewarnt.
Orkan auf den Alpengipfeln
Zur selben Zeit kommt es zu einem Föhnorkan auf den Alpengipfeln. Orkanböen von 120 bis über 150 Stundenkilometern sind möglich. Die Temperaturen im südlichen Bayern und in Niederösterreich steigen durch den Föhn deutlich an, bis zu 25 Grad. Das berichtet wetteronline.de.
