über den Parteitag der CDU in Leipzig
: Offenes Visier

Die Erwartungen an den CDU-Parteitag in Leipzig waren so aufgebläht wie selten. Doch die Luft entwich nicht mit einem Knall, sondern mit einem trägen Zischen.
Von
Guido Bohsem
Berlin
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Guido Bohsem

Thomas Koehler/photothek.net

Er schnappte sich den  Werbezollstock von „Haus und Grund“ und klappte daraus den Buchstaben „A“. Die Rede von Annegret Kramp-Karrenbauer  war zwar für ihre Verhältnisse nicht schlecht, doch die Delegierten hatte schon zu Anfang des CDU-Parteitags das Gefühl beschlichen, dass die Luft raus war nach dem monatelangen Streit über Richtung und Führung in der Politik.

Als dann noch der, der den internen Krach am lautesten losgetreten und befördert hatte, auf einen Angriff verzichtete und stattdessen versöhnende Worte wählte, war von Spannung nichts mehr zu spüren. Friedrich Merz hatte wieder mal ... gezögert. Vielleicht war ihm auch rechtzeitig klar geworden, dass dieser Parteitag nicht der richtige war für einen Aufstand. Andererseits nahm er auch keinen seiner Vorwürfe zurück. In der Partei wird jetzt erst einmal Einigkeit herrschen, jedenfalls bis auf Weiteres. Denn gelöst sind die Konflikte der CDU noch lange nicht – zumal die wichtigsten nicht zwischen AKK und Merz liegen, sondern zwischen Beiden und der Kanzlerin.