zur Krankenversicherung für Beamte
: Kein Privileg

Immer mehr Länder wollen die gesetzliche Krankenversicherung für Beamte öffnen. Das ist keine Strafe, sondern eine gute Idee.
Von
Guido Bohsem
Berlin
Jetzt in der App anhören

Guido Bohsem

Thomas Koehler

Als erstes Bundesland hat sich Hamburg vor ein paar Monaten aufgemacht, das zu ändern. Das Land ermöglicht es den Beamten, sich ohne große Nachteile gesetzlich versichern zu lassen. Und siehe da: viele der angeblich besser gestellten Mitarbeiter nutzen die Möglichkeit. Das zeigt zwei Dinge: Zum einen ist die gesetzliche Versicherung  doch nicht so unattraktiv wie immer behauptet. Für die gesetzlichen Kassen bedeutet das einen schönen Werbeeffekt gegen die private Konkurrenz.  Zum zweiten leiden viele Beamte vor allem in den unteren Einkommensgruppen tatsächlich unter dem faktischen Zwang, sich privat zu versichern.

Das gilt insbesondere für zwei Phasen im Leben. Denn wenn der privatversicherte Beamte Kinder hat, wird es für ihn schnell deutlich teurer als in der GKV, weil er ja für jedes extra zahlen muss. Der zweite Nachteil entsteht im Alter, wenn die Prämien für die Private oft drastisch ansteigen und manch einen überfordern. Außerhalb dieser angesprochenen Zeiten können die statistisch überdurchschnittlich gesunden Staatsdiener mit ihren Beiträgen und ihrem Beispiel einen solidarischen Beitrag für eine bessere und anerkanntere gesetzliche Krankenversicherung leisten. Beamte in die GKV — das ist also keine Strafe, sondern eine vernünftige Idee, die Schule machen sollte.