1. FC Union Berlin
: Kevin Volland leidet und kämpft gegen die Tor-Krise

Union Berlin befindet sich in der Fußball-Bundesliga im Abstiegskampf. Die Eisernen schießen zu wenig Tore. Kevin Volland gibt Einblick in seine Gefühlslage.
Von
Frank Noack
Berlin
Jetzt in der App anhören
Tor? Kein Tor? Union-Stürmer Kevin Volland (rechts) verpasst auch in dieser Szene gegen Torhüter Moritz Nicolas von Borussia Mönchengladbach ein Erfolgserlebnis.

Tor? Kein Tor? Schon wieder kein Tor. Stürmer Kevin Volland (rechts) von Union Berlin verpasst auch in dieser Szene gegen Torhüter Moritz Nicolas von Borussia Mönchengladbach ein Erfolgserlebnis.

Imago/Beautiful Sports/Meusel

Die Leiden eines verhinderten Torschützen standen Kevin Volland auch nach dem Schlusspfiff noch deutlich ins Gesicht geschrieben. Als der Stürmer von Union Berlin nach dem 0:0 in der Fußball-Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach gerade Interviews gab und die Misere erklären musste, waren auf den TV-Bildschirmen noch einmal die ganzen Torchancen der Eisernen zu sehen. „Der Ball kann in so einer Situation halt einfach auch mal reingehen und dann gewinnst du 1:0. Es ist ärgerlich“, schüttelte Volland den Kopf.

In den vergangenen fünf Spielen hat der 1. FC Union nur ein einziges Tor erzielt und steckt deshalb drei Spieltage vor dem Saisonende als Tabellen-14. mitten drin im Abstiegskampf. Auch am Sonntag im Borussiapark vergaben die Köpenicker wieder ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten. Kevin Volland avancierte dabei zum Sinnbild für die Tor-Krise. In der ersten Halbzeit landete ein mächtiger Flatterball des Stürmer an der Latte des Mönchengladbacher Tores. In der zweiten Halbzeit bekam Volland dann eine unerwartete Chance, als sich die Abwehr der Borussia selbst ausspielte und das Tor plötzlich fast leer war. Der Schuss aus spitzem Winkel landete am Außenpfosten.

Es fehlten in beiden Fällen nur Zentimeter – aber sie fehlten halt. „Wir hatten die dickeren Dinger heute. Am Ende fehlt ein bisschen das Quäntchen Glück. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison mit der Chancenverwertung“, räumte der Stürmer ein.

Was man Kevin Volland trotz der vergebenen Chancen zugutehalten muss: Er trifft bei seinen Versuchen in den meisten Fällen wenigstens das Tor. Das konnte man in den vergangenen Wochen nicht von allen Unionern sagen. Deshalb hat sich die Tor-Misere längst zum Existenzkampf ausgeweitet. „Mit fünf oder sechs Toren mehr“, ist Trainer Nenad Bjelica überzeugt, „würden wir nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben.“

Kevin Volland und sein Rezept

Diese Tore soll und muss nicht zuletzt Kevin Volland liefern. Zwei Tore und vier Vorlagen stehen nach 23 Bundesliga-Einsätzen für ihn zu Buche. Das ist eine ausbaufähige Zwischenbilanz. Mit seinen 31 Jahren ist Volland der einzige erfahrene Angreifer im Team des FCU. TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen, AS Monaco – der Ex-Nationalspieler hat in seiner Karriere schon einiges erlebt und entsprechend auch Selbstvertrauen getankt. „Ich weiß, was ich kann. Man muss weiter an sich glauben. Irgendwann wird dann die Muschel auch mal wieder reinfallen“, fasst Volland sein Rezept gegen die Tor-Krise zusammen. „Das Wichtigste ist aber, dass wir auf dem Platz gemeinsam als Mannschaft arbeiten, dass wir füreinander da sind. Das haben wir gegen Gladbach gemacht. Man sieht, dass die Mannschaft lebt.“

Dieses Zusammenstehen wird am Sonntag (5. Mai) im Heimspiel gegen den VfL Bochum mehr denn je gefragt sein. Im Duell des Tabellen-14. gegen den -15. geht es um nichts weniger als das Überleben in der Bundesliga. „Wir haben ein Ziel, wir wollen drinbleiben. Da heißt es in erster Linie, hart zu arbeiten“, blickt Volland auf das wegweisende Duell im Bundesliga-Keller voraus.

Deshalb wird es der Sturm-Routinier auch in diesem Spiel wieder mit dem Tore schießen probieren. Und er wird hoffen, dass die entscheidenden Zentimeter diesmal auf seiner Seite und nicht auf der Seite des Gegners sind. „Als Stürmer macht man immer weiter“, versicherte Kevin Volland.

Um es mit den Worten von Volland zu sagen: So lange weitermachen, bis die Muschel endlich reinfällt. Beim 1. FC Union hoffen sie, dass die Muschel reinfällt, bevor es im Abstiegskampf zu spät ist. Im Heimspiel gegen den VfL Bochum wäre ein idealer Zeitpunkt dafür.