Fußball in Berlin
: Ungewissheit bei Verein von Max Kruse  wegen Chaos am Saisonende

Die Saison im Berliner Amateurfußball ist längst beendet. Doch noch immer gibt es offene Verbandsgerichtsverfahren. Es herrscht Chaos im Auf- und Abstieg.
Von
Brian Schmidt
Berlin
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KL A Spandauer Kickers III — Al–Dersimspor II 2023/24: Fussball, Herren, Saison 2023/2024, Kreisliga A St. 3 (25. Spieltag), FSV Spandauer Kickers III - BSV Al-Dersimspor II, Max Kruse (BSV Al-Dersimspor II), 28.04. 2024, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Mehr als einen Monat nach dem Ende der Saison sind im Berliner Amateurfußball noch immer nicht alle Auf- und Abstiege geklärt. Mehrere Verfahren liegen beim Verbandsgericht – darunter auch der Fall von BSV Dersim II, bei dem Max Kruse spielt.

Matthias Koch
  • Berliner Amateurfußball bleibt ungeklärt: Auf- und Abstiege sind teils noch offen.
  • Fall BSV Dersim II beim Verbandsgericht: Streit um Gelbsperre und möglichen Aufstieg.
  • Besonderheit im BFV: Gelbe Karten aus Liga und Pokal wurden nicht automatisch addiert.
  • Altglienicke II hofft nach Einspruch gegen Abstieg, Entscheidung steht aus.
  • BSV Hürtürkel droht Zwangsabstieg, BFV prüft Startrecht für Landes- oder Bezirksliga.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Saison im Berliner Amateurfußball ist seit mehr als einem Monat beendet. Die neue Spielzeit rückt näher, doch in der Hauptstadt ist längst nicht alles geklärt. Während in Brandenburg die Staffeleinteilungen und Spielpläne bereits feststehen, herrscht im Berliner Fußball weiterhin Ungewissheit. Selbst Auf- und Abstiege sind noch nicht final entschieden.

Davon betroffen ist unter anderem BSV Dersim II. Die Mannschaft aus Kreuzberg, in deren Reihen auch der ehemalige deutsche Nationalspieler Max Kruse steht, muss um ihren sportlich erspielten Aufstieg bangen. Dersim beendete die Saison in der Bezirksliga-Staffel 3 auf dem ersten Platz. Eigentlich wäre damit der Aufstieg in die Landesliga verbunden.

Doch im Spiel beim abgeschlagenen Schlusslicht FC Brandenburg 03 setzte Dersim einen Spieler ein, der nach Ansicht des Berliner Sportgerichts wegen einer Gelbsperre nicht hätte spielen dürfen. Das Spiel wurde gegen Dersim gewertet. Der Einspruch des Vereins blieb vor dem Sportgericht erfolglos. Seit Wochen liegt der Fall nun beim Verbandsgericht.

Besondere Regelung des Berliner Fußball-Verbands bringt Chaos

Im Zentrum steht eine Besonderheit des Berliner Fußballs: Gelbe Karten aus Liga und Pokal wurden im DFBnet nicht automatisch zusammengerechnet. Die Vereine mussten deshalb selbst überprüfen, ob ihre Spieler gesperrt waren. Dersim soll sich vor dem Spiel telefonisch beim Staffelleiter erkundigt haben. Nach Darstellung des Vereins sei dabei die Auskunft erteilt worden, dass der betreffende Spieler eingesetzt werden dürfe.

Sollte es bei der Spielwertung bleiben, würde Dersim in der Tabelle zurückfallen und den Aufstieg verpassen. Nutznießer wäre der Friedrichshagener SV, der sich neben dem dann neuen Meister Weißenseer FC über den Sprung in die Landesliga freuen dürfte. Für Max Kruse und seine Mitspieler heißt das: Warten auf eine Entscheidung.

Auch in der Berlin-Liga ist ein Abstieg noch nicht endgültig geklärt. Die zweite Mannschaft der VSG Altglienicke ist sportlich abgestiegen, hofft aber nach einem Einspruch im Zusammenhang mit einer Gelbsperre noch auf den Verbleib in Berlins höchster Spielklasse. Auch dieser Fall liegt beim Verbandsgericht.

Zwangsabstieg vom BSV Hürtürkel steht im Raum

Und dann ist da noch der BSV Hürtürkel. Der Verein sorgte mit der Nachricht für Aufsehen, dass ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen wurde. Nach den Statuten des Berliner Fußball-Verbandes könnte ein Zwangsabstieg in die nächsttiefere Spielklasse drohen. Zeitweise stand sogar eine Löschung aus dem Vereinsregister im Raum. Laut dem Portal FuPa Berlin konnte dies jedoch abgewendet werden. Nun muss der BFV prüfen, ob Hürtürkel in der Landesliga starten darf oder in die Bezirksliga zwangsabsteigen muss.

Wir sind bestrebt, so schnell wie möglich Klarheit für alle Vereine zu schaffen.
Martin Meyer
Pressesprecher beim Berliner Fußball-Verband

Das chaotische Saisonende passt zu einer Spielzeit, in der es im Berliner Fußball immer wieder zu Unruhe abseits des Platzes kam. Mehrfach wurden Spiele nachträglich gewertet, weil Vereine gesperrte Spieler eingesetzt hatten oder die Spielerfotos im DFBnet nicht aktuell genug waren. Es folgten zahlreiche Einsprüche – teilweise mit Erfolg. Auch unbeteiligte Vereine suchten bei Spielen der Konkurrenz nach möglichen Regelverstößen und meldeten diese. „Wir sind bestrebt, so schnell wie möglich Klarheit für alle Vereine zu schaffen“, sagte Martin Meyer, Pressesprecher des Verbandes, auf eine frühere Anfrage dieser Sportredaktion.

Der Verband hat auf die turbulente Saison reagiert. Die umstrittene Regelung bei den Gelben Karten wird wieder zurückgenommen. Auch veraltete Spielerfotos sollen künftig nur noch in absoluten Ausnahmefällen zu einer Spielwertung führen. In der Regel sollen zunächst Geldstrafen ausgesprochen werden.

Wie lange Max Kruse und seine Mitspieler noch auf eine endgültige Entscheidung warten müssen, ist offen. Schon am 16. August beginnt die neue Saison offiziell, bis dahin sollten alle Entscheidungen getroffen sein.

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