Bundesliga Union Berlin: Lustrinelli ärgert sich über Fehler – und über Pizza Hawaii

Lange Gesichter beim 1. FC Union Berlin: Die Eisernen (hier Marin Ljubicic/Mitte) warten nach der 1:3-Niederlage gegen Schalke 04 weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg unter Trainer Mauro Lustrinelli.
Matthias Koch- Union Berlin verliert 1:3 gegen Schalke 04 und bleibt unter Lustrinelli sieglos.
- Zehn Gegentore in drei Spielen zeigen defensive Probleme und fehlende Stabilität.
- Lustrinelli kritisiert Zweikampf- und Umschaltverhalten, Chancenverwertung bleibt schwach.
- Khedira bemängelt Abstände und Abstimmung, Verbesserung soll via Video und Training kommen.
- Nächstes Spiel beim FC Bayern: Rothe fordert auf allen Positionen einen herausragenden Tag.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Die schwache Leistung des 1. FC Union Berlin bei der jüngsten 0:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen hatte Trainer Mauro Lustrinelli mit einer Pizza Hawaii verglichen. Pizza Hawaii? Geht gar nicht. Das findet zumindest der Schweizer mit seinem Faible für italienische Esskultur. Dass Schinken und Ananas hierzulande als beliebter Belag durchgehen, kann der neue Union-Trainer nur mit einem Kopfschütteln quittieren.
Vielleicht war es deshalb kein besonders gutes Omen, dass Lustrinelli vor dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am sogenannten Flutlicht-Freitag vom übertragenden TV-Sender Sky ausgerechnet eine Pizza Hawaii überreicht bekam. Der 50-Jährige nahm das Spaß-Geschenk mit einem höflichen Lächeln entgegen.
Danach war Schluss mit lustig. Der 1. FC Union kassierte gegen den Aufsteiger eine verdiente 1:3 (0:1)-Niederlage und wartet auch nach drei Spielen unter Lustrinelli weiter auf den ersten Sieg.
Zehn Gegentreffer von Union Berlin sind bedenklich
Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei servierte Union zwar keine Pizza Hawaii – von einer italienischen Delikatesse war dieser Auftritt aber weit entfernt. Lustrinelli sah eine Mannschaft, die in der Defensive noch immer nach Stabilität sucht und im Angriff viel zu selten Lösungen findet.
„Schalke war bei den zweiten Bällen besser als wir. Dort haben wir nicht sauber genug gespielt“, konstatierte der Union-Trainer. „Trotzdem haben wir in der zweiten Halbzeit guten Fußball gespielt. Aber wir brauchen zu viel Aufwand, um ein Tor zu schießen. Gleichzeitig geben wir dem Gegner zu viele Torchancen und kassieren zu viele Tore.“ Bereits zehn Gegentreffer in drei Spielen sind eine bedenkliche Größenordnung.
Lediglich die Startphase dieses Heimspiels verlief nach dem Geschmack von Mauro Lustrinelli. Der Rest der ersten Halbzeit war aus Union-Sicht ziemlich fade Kost. Aufsteiger Schalke präsentierte sich kompakter und zielstrebiger und hatte mit Kenan Karaman einen Taktgeber, den man aufseiten der Eisernen vergeblich suchte. Der Führungstreffer durch den Ex-Unioner Robin Gosens in der 25. Minute war deshalb nur eine Frage der Zeit. Dass Union Berlin dann gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit auch noch das 0:2 durch Adil Aouchiche (46.) hinnehmen musste, machte die Aufgabe nicht einfacher.
Erst mit dem Rücken zur Wand wurde die Mannschaft mutiger. Plötzlich war mehr Tempo da, mehr Druck, mehr Entschlossenheit. „Da haben wir angefangen, so zu spielen, wie wir eigentlich spielen wollten. Dass das erst so spät kam, ist sehr ärgerlich“, erklärte Linksverteidiger Tom Rothe. Das Tor von Tim Skarke in der sechsten Minute der Nachspielzeit kam zu spät. Statt des Ausgleichstreffers mussten die Köpenicker auch noch das 1:3 durch Maximilian Wöber (90.+13) hinnehmen.
Vize-Kapitän Rani Khedira machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Oberste Prämisse war, heute zu null zu spielen. Umso ärgerlicher ist es, dass uns das nicht gelungen ist. Die Abstände waren teilweise zu groß, die Abstimmung war nicht gut genug. Das sind Dinge, die wir uns erarbeiten müssen – in Videositzungen und im Training.“ Union kassiere derzeit „zu viele und vor allem zu einfache Gegentore“, warnte Khedira: „Damit verlieren wir ein Stück weit unsere Stärke.“

Pizza Hawaii? Geht gar nicht, findet Trainer Mauro Lustrinelli von Union Berlin. Vor dem Spiel gegen Schalke 04 bekam der Schweizer vom übertragenden TV-Sender Sky ausgerechnet eine Pizza Hawaii überreicht.
Imago/Michael TaegerWie ist diese Leistung gegen einen Aufsteiger wie Schalke also auf Lustrinellis Pizza-Skala einzuordnen? Eine Hawaii war es nicht. Aber viel mehr als eine ziemlich gewöhnliche Pizza Salami wurde den Fans auch dieses Mal nicht serviert. In Sachen Kreativität ist – auf der Pizza und auf dem Rasen – noch viel Luft nach oben. Zumal jetzt das schwere Auswärtsspiel beim deutschen Rekordmeister Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr) ansteht.
„Wir hören am dritten Spieltag nicht auf zu arbeiten und verlieren auch nicht den Glauben“, versicherte Khedira. Trotzdem ist die Sorge vor einer Klatsche in München nicht ganz unberechtigt. „Dort brauchst du auf allen Positionen einen herausragenden Tag“, blickte Tom Rothe voraus.
Übrigens: Die Pizza Hawaii rutschte am Freitagabend bei der Übergabe an Lustrinelli doch glatt vom Teller und plumpste auf den Rasen. Der Schweizer schien darüber nicht besonders traurig zu sein. Für Union wird es trotzdem höchste Zeit, dass wenigstens sportlich etwas auf dem Teller liegt.


