Union Berlin
: Warum Union-Coach Lustrinelli als Chefarzt gefragt ist

Der Saisonstart von Union Berlin war holprig. Die Umstellungen brauchen Zeit, von der es in der Fußball-Bundesliga nur wenig gibt. Der Weg wird hart.
Von
Matthias Koch
Berlin
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Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matthias Koch
  • Union Berlin startet holprig, Abstiegssorgen kursieren nach zwei Bundesliga-Spieltagen.
  • 0:4 in Leverkusen dämpft Hoffnungen – der Matchplan war nach einer Minute dahin.
  • Lustrinelli stellt auf Viererkette um, doch die Defensive bleibt anfällig mit vielen Gegentoren.
  • Vereinsführung hält am Kurs fest: Veränderungen sind gewollt, der Trainer bekommt Zeit.
  • Nächstes Ziel: Schritt für Schritt Stabilität – Heimspiel gegen Schalke 04 am Freitag um 20.30 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es sind gerade einmal zwei Bundesliga-Spieltage absolviert. Aber bei Teilen der Fans des 1. FC Union geht schon die Abstiegsangst herum. Auch viele Reporter haben Zweifel daran, dass es auch ein neuntes Jahr am Stück im Oberhaus geben wird. Selbst überregionale Experten nennen Union, wenn es um Abstiegskandidaten geht.

Die 0:4-Pleite bei Bayer Leverkusen reichte für so manchen Anhänger und Beobachter aus, die zarten Hoffnungen auf bessere Leistungen gleich wieder zu verlieren. Die gab es trotz der schlechten Vorbereitungsergebnisse nach den ersten erfolgreichen Pflichtspielen im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig (4:2) und zum Bundesliga-Auftakt daheim gegen Eintracht Frankfurt (3:3) durchaus.

Aber in Leverkusen hätte das Team bereits nach einer Minute heimfahren können. Da führte die Bayer-Elf mit 1:0 und der Matchplan, so gut er auch gewesen sein mag, war praktisch futsch. In der Folgezeit präsentierte sich die Union-Defensive immer wieder löchrig. Die taktische Umstellung auf die Vierer-Abwehrkette hat bisher den eigenen Kasten nicht sicherer gemacht. Von den 13 Begegnungen in dieser Saison, alle Test- und Pflichtspiele einbezogen, konnte Union unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli lediglich eine einzige Partie ohne Gegentreffer überstehen. Dies geschah am 5. Juli beim Benefizkick beim Achtligisten Grün-Weiss Lüben (16:0).

1. FC Union Pressekonferenz 2026/27: Fußball, Herren, Saison 2026/2027, 1. Bundesliga, 1. FC Union Berlin, Pressekonferenz, Trainer Mauro Lustrinelli (1. FC Union Berlin), 09.09.2026, Foto: Matthias Koch

Union-Trainer Mauro Lustrinelli setzt auf einen neuen Spielstil in Köpenick.

Matthias Koch

Union Berlin will den Spielstil verändern

In den letzten zwei Monaten schlug es im Tor der Eisernen in der Regel immer zwei- bis viermal ein. Es dürfte schwerfallen, das stets mit eigenen Treffern auszugleichen – zumal die Angreifer Andrej Ilic und Oliver Burke weiterhin verletzt sind, Ilyas Ansah gewinnbringend an Hull City verkauft wurde und Dmytro Bogdanov jetzt für den Zweitligisten Energie Cottbus Tore bejubelt.

Nach Präsident Dirk Zingler bekräftigte nun auch Profifußball-Geschäftsführer Horst Heldt, dass die Veränderungen unter Lustrinelli gewollt sind. „Wenn wir uns nicht verändern, dann bedeutet das Stillstand. Und deswegen kriegt der Trainer die Zeit, die er braucht, damit wir uns verändern“, sagte Heldt. Der Ex-Profi räumte ein, dass der Weg intensiv hart und steinig sein könne. „Wir operieren am offenen Herzen“, so Heldt.

Den Chefarzt muss Lustrinelli geben. Der Meistercoach vom FC Thun zieht die OP bisher durch. „Ich glaube, in diesem Moment braucht man Beharrlichkeit, Konstanz und Mut. Es ist ein Prozess, den man nicht mit einer einfachen Zauberei durchführen kann. Es geht von Tag zu Tag, Schritt für Schritt“, sagte Lustriunelli. Den nächsten soll es am Freitag (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen Aufsteiger Schalke 04 geben.