Bundesliga Union Berlin
: Rekord gegen Heidenheim interessiert Trainer Nenad Bjelica nicht

Union Berlin spielt in der Bundesliga gegen Heidenheim. Trainer Nenad Bjelica kann dabei seinen Vorgänger Urs Fischer überflügeln. Bei der Sturm-Besetzung muss Bjelica eine schwierige Entscheidung treffen.
Von
Frank Noack
Berlin
Jetzt in der App anhören
  • Trainer Nenad Bjelica will mit Union Berlin gegen Heidenheim den fünften Heimsieg in Folge erkämpfen.

    Trainer Nenad Bjelica will mit Union Berlin gegen Heidenheim den fünften Heimsieg in Folge erkämpfen.

    Matthias Koch
  • Die Matchwinner beim 1:0-Sieg von Union Berlin in Hoffenheim: Yorbe Vertessen (rechts) legte vor – Braden Aaronson traf.

    Die Matchwinner beim 1:0-Sieg von Union Berlin in Hoffenheim: Yorbe Vertessen (rechts) legte vor – Braden Aaronson traf.

    Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
1 / 2

Ist der 1. FC Union Berlin unter Trainer Nenad Bjelica bereits in ruhigem Fahrwasser in der Fußball-Bundesliga angekommen? Immerhin gab es mit dem Kroaten auf der Kommando-Brücke zuletzt nach langer Zeit erstmals wieder zwei Bundesliga-Siege in Folge. Das gelang den Eisernen aus Köpenick zuletzt Ende August – an den ersten beiden Spieltagen der Saison 2023/24.

Der jüngste Aufwärtstrend lässt sich auch in der Tabelle ablesen. Der 1. FC Union hat sich auf Platz 13 nach oben gearbeitet. Der Abstand zum Relegationsrang 16 beträgt recht komfortable acht Punkte. Und er kann mit einem Heimsieg gegen den FC Heidenheim am Samstag um 15.30 Uhr weiter ausgebaut werden.

Dabei winken Bjelica und dem FCU im Duell mit dem starken Aufsteiger aus Baden-Württemberg sogar ein neuer Heimspiel-Rekord. Die letzten vier Partien im Stadion An der Alten Försterei wurden allesamt gewonnen. Eine solche Erfolgsserie gab es selbst unter Bjelica-Vorgänger Urs Fischer nicht. Der Schweizer schaffte in der Saison 2019/20 vier Siege am Stück. Auch als die Eisernen zwischen Februar 2022 und September 2023 insgesamt 24 Heimspiele unbesiegt blieben, gelangen nie mehr als drei Siege in Serie.

Der mögliche Rekord gegen Heidenheim lässt Nenad Bjelica jedoch kalt. „Wir freuen uns auf das Spiel und erwarten einen starken Gegner, der sehr unangenehm ist. Wir wollen drei Punkte holen. Mit anderen Dingen beschäftigen wir uns nicht“, betonte Bjelica und ergänzte schmunzelnd: „Statistiken und Rekorde sind etwas für Journalisten.“

In jedem Fall hat die jüngste Erfolgsserie die Stimmung in Köpenick zwar nicht auf Rekord-Niveau gehoben. Aber sie hat nach all den schweren Wochen und Monaten immerhin wieder ein freudbetontes Niveau erreicht. Die Stimmung in der Mannschaft sei gestiegen. „Jeder ist mit mehr Freude bei der Arbeit“, berichtete Bjelica.

Die zurückgewonnene Heimstärke ist aus Sicht von Stürmer Benedict Hollerbach ein wichtiger Grund für den Aufwärtstrend. „Ich habe ein mittlerweile richtig gutes Gefühl, wenn ich auf unseren Platz gehe und die Fangesänge höre. Das war am Anfang der Saison noch nicht der Fall. Die Fans geben uns eine extreme Motivation“, sagte Hollerbach.

Schwierige Entscheidung im Sturm

Dazu kommt: Weil die Spieler das Bjelica-System immer mehr verinnerlicht haben, kann die Mannschaft personelle Ausfälle inzwischen besser kompensieren als zu Beginn der Amtszeit des Kroaten im November und Dezember. Auch am Samstag gegen Heidenheim sind wieder personelle Umstellungen nötig. Diogo Leite (5. Gelbe Karte) und Kevin Volland (Gelb-Rot) müssen aufgrund von Sperren pausieren.

Anstelle von Leite dürfte Robin Knoche als Innenverteidiger in die Startelf zurückkehren. Deutlich kniffliger ist für Nenad Bjelica die Besetzung der freien Stelle im Sturm. Mit Winter-Neuzugang Yorbe Vertessen und Branden Aaronson lieferten beim 1:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende gleich zwei Offensivspieler nach ihren Einwechslungen ein Bewerbungsschreiben ab. Vertessen setzte sich in der 84. Minute auf der linken Seite gut durch und bediente Aaronson, der den Siegtreffer erzielte. „Beide sind eine Option für Samstag. Sie haben uns zum Sieg verholfen und sich damit eine Chance verdient“, sagte Bjelica.

Weiterhin Geduld scheint dagegen im Fall von Chris Bedia notwendig zu sein. Der ebenfalls im Winter aus der Schweiz gekommene Stürmer ist laut Bjelica weiterhin damit beschäftigt, sich einzuleben. „Der Fußball ist hier zweikampfbetonter und die Geschwindigkeit höher“, erklärte der Union-Trainer mit Blick auf Bedia.