DEL-Finale 2024: Eisbären Berlin gegen Bremerhaven – Kampfansage von Wissmann

Die Eisbären Berlin um Kapitän Kai Wissmann (Mitte) haben am Freitag das erste Heimspiel in der DEL-FInalserie gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven.
Imago/Uwe KochDiesen Anblick hätte sich Kai Wissmann gern erspart. Während der Kapitän der Eisbären Berlin nach der 2:4-Niederlage im ersten Finalspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven noch Interviews gab, feierten die Gastgeber aus dem hohen Norden gemeinsam mit den Fans geradezu überschwänglich ihren Auftakterfolg.
„Die feiern schon so, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen“, sagte Wissmann mit Blick auf den ausschweifenden Jubel der Fischtown Pinguins Bremerhaven. Und er richtete bei Magentasport gleichzeitig eine Kampfansage an den Kontrahenten: „Wir wissen, dass wir noch lange nicht fertig sind.“ Spiel zwei der Finalserie findet am Freitag (19. April) in Berlin statt (19.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof). Zum Meistertitel sind in der Best-of-seven-Serie vier Siege notwendig.
Eigentlich ist ein solcher Jubel am Anfang oder mitten in einer Playoff-Serie unüblich. Normalerweise verlassen beide Teams – egal, ob Sieger oder Verlierer – relativ zügig das Eis. Immerhin zählt angesichts des engen Terminkalenders jede Minute an Erholungszeit. Aber in Bremerhaven ist in diesen Tagen überhaupt nichts normal. Der Überraschungssieger nach der Hauptrunde steht zum ersten Mal überhaupt im DEL-Finale. „Das ist ein einmaliges Erlebnis. Die ganze Stadt ist so aufgeputscht. Es ist eine unheimliche Euphorie und wir nehmen das gerne mit“, sagte Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch.
Kai Wissmann war am Mittwochabend aber auch aus einem anderen Grund sichtlich genervt. Denn die Eisbären Berlin lagen in Bremerhaven nach sechs Minuten durch die Tore von Zach Boychuk und Leo Pföderl schon mit 2:0 vorn. Sie gaben das Spiel dennoch aus der Hand. Vor allem aber ließ der Rekordmeister aus der Hauptstadt reihenweise beste Torchancen ungenutzt.
Kai Wissmann kritisiert fehlende Effizienz
Kapitän Kai Wissmann haderte mit dieser fehlenden Effizienz. „Bremerhaven hat die Chancen genutzt und wir nicht“, betonte er. „Wir waren sechs, siebenmal ganz alleine vor dem Tor, haben die aber nicht reingemacht.“ Das ungesunde Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen wurde den Eisbären Berlin in Spiel eins zum Verhängnis. Das beweist auch der Blick auf die nackten Zahlen. Beide Teams gab zwar nahezu gleich viele Schüsse auf das gegnerische Tor ab. Bei der Schusseffizienz lag Bremerhaven mit 12,1 Prozent jedoch deutlich vor den Eisbären (5,6).
Woran lässt sich diese Niederlage also festmachen? Nach der schnellen Führung hatte sich bei den Eisbären Berlin eine gewisse Passivität breitgemacht. Bremerhaven dagegen spielte mit den Fans im Rücken wie entfesselt auf. „Wir haben sehr gut angefangen und sind dann einfach von unserem Spiel weggekommen“, räumte Tobias Eder ein. Seine Forderung: „Wir müssen auf jeden Fall über 60 Minuten besseres Eishockey spielen, und nicht nur über zehn, 15 oder 20 Minuten.“
Wenn die Eisbären Berlin diesen am Freitag im ersten Heimspiel nicht erneut machen, dann haben die Gastgeber gute Chance, dass sie diesmal als Sieger vom Eis gehen. Wie groß der Jubel dann ausfällt, ist natürlich eine ganz andere Sache.


