Fußball-Oberliga
: BFC Preussen gegen Mahlsdorf – Video stellt Skandal-Tor in neues Licht

Ein umstrittener Treffer entscheidet das Aufstiegsspiel zwischen BFC Preussen und Eintracht Mahlsdorf. Neue Videoaufnahmen bringen erneut Schwung in die Debatte.
Von
Brian Schmidt
Berlin
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OL BFC Preussen - Eintracht Mahlsdorf 2024/25: Fußball, Herren, Saison 2024/2025, NOFV-Oberliga Nord (30. Spieltag), BFC Preussen - Eintracht Mahlsdorf (1:0), Torwart Paul Büchel (Eintracht Mahlsdorf) fängt nach dem Wembley-Tor von Lenny Stein (nicht im Bild, BFC Preussen) den Ball, 31.05. 2025, Foto: Matthias Koch

Bis in die Mitte des Strafraums sprang der Ball im entscheidenden Spiel zwischen dem BFC Preussen und Eintracht Mahlsdorf von der Lattenunterkante und Aufsetzer zurück, ehe Torwart Paul Büchel (in rot) den Ball sicherte. Dennoch entschied das Schiedsrichtergespann auf Tor.

Matthias Koch
  • Umstrittenes Tor entschied das Spiel BFC Preussen gegen Eintracht Mahlsdorf.
  • Neue Videoaufnahmen zeigen das Tor aus anderer Perspektive und nähren Zweifel an der ursprünglichen Kritik.
  • Das Tor wurde als „Wembley-Tor“ bezeichnet, was zu heftigen Protesten und Polizeieinsatz führte.
  • Der BFC Preussen feiert den Aufstieg in die Regionalliga Nordost.
  • Mahlsdorf protestiert, ob sie gegen die Spielwertung vorgehen, ist unklar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war die wohl strittigste Szene des letzten Oberliga-Spieltags – und sie hat Wellen geschlagen, weit über die Grenzen Berlins hinaus. Der späte Treffer zum 1:0 für den BFC Preussen gegen Eintracht Mahlsdorf löste zunächst Empörung aus: Ein „Wembley-Tor“, hieß es, ein Phantomtreffer, der ein Aufstiegsrennen entschied. Doch nun bringt eine neue Videoaufnahme Bewegung in die Debatte – und stellt die Szene in ein anderes Licht.

Die Aufnahme, die am Tag nach dem Spiel in den sozialen Netzwerken auftauchte, zeigt die strittige Toraktion aus einer anderen Perspektive. Zu sehen ist, wie der Ball nach dem Lattentreffer anscheinend möglicherweise auf oder hinter der Linie aufkommt, bevor er ins Feld zurückspringt. Auch wenn keine kalibrierte Technik zur Verfügung stand, nährt dieses Video zumindest berechtigte Zweifel an der zunächst lauthals vorgetragenen Kritik der Mahlsdorfer. War das Tor womöglich doch korrekt?

Mögliches„Wembley-Tor“ als Entscheidung im Aufstiegskampf

Zunächst hatte es anders ausgesehen: In der fünften Minute der Nachspielzeit trifft Lenny Stein für die Preussen – der Ball prallt gegen die Unterkante der Latte, setzt auf und springt zurück ins Feld. Der Linienrichter gibt das Tor. Eintracht Mahlsdorf protestiert heftig. Auf den ersten Blick und anhand früher Bildmaterialien schien die Entscheidung mindestens zweifelhaft. Der Begriff „Wembley-Tor“ machte sofort die Runde.

Nach dem Abpfiff eskalierte die Lage. Zuschauer beider Lager stürmten den Platz, es kam zu Rangeleien und Reizgas-Einsatz. Die Polizei musste eingreifen.

Der entscheidende Schiedsrichter-Assistent Tim Gerstenberg, der von der Seitenlinie mit seinem Fahnenschwenk ein Tor signalisierte, bestätigte, sich absolut sicher zu sein, den Ball hinter der Torlinie gesehen zu haben. Auch Pierre Seiffert, Sportchef des BFC Preussen, hat den Ball klar hinter der Linie gesehen.

Das legendäre „Wembley-Tor“ von 1966

Als „Wembley-Tor“ gilt ein legendäres und umstrittenes Tor aus dem WM-Finale 1966 zwischen England und Deutschland. Geoff Hurst traf die Latte, der Ball sprang nach unten – ob er die Torlinie vollständig überquert hatte, ist bis heute umstritten. Der Schiedsrichter gab das Tor, England wurde Weltmeister. Seitdem steht der Begriff für zweifelhafte Torentscheidungen.

Der BSV Eintracht Mahlsdorf lud in der Folge die komplette Originalszene hoch. In dieser ist der Ball wohl eher nicht hinter der Linie zu sehen. Ob die Mahlsdorfer tatsächlich versuchen, gegen die Wertung des Spiels vorzugehen, ist bislang nicht bekannt. Aktuell befindet sich die Mannschaft mitsamt Sportchef Jan Meißner auf Mallorca. Ursprünglich sollte dort der Aufstieg gefeiert werden.

BFC Preussen feiert Aufstieg in die Regionalliga Nordost

Trotz aller Aufregung darf der BFC Preussen jubeln: Der Aufstieg in die Regionalliga Nordost ist perfekt. Das Preussen-Stadion soll modernisiert werden, um nicht nur den Anforderungen der höheren Spielklasse gerecht zu werden, sondern auch, um Situationen wie nach Abpfiff am letzten Spieltag der NOFV-Oberliga Nord zu verhindern.

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