Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Bewegte Mitgliederversammlung bei Union Berlin

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt. Diesmal geht es um die Mitgliederversammlung und Verzögerungen beim Stadionausbau.
Matthias Koch- Union Berlin verschiebt den Stadionausbau erneut – Rückkehrtermin soll vor Auszug feststehen.
- Abriss und Neubau sollten in der Saison 2027/28 starten, nun Umzug ins Olympiastadion von Januar 2028 bis Sommer 2029.
- Aufsichtsratswahl sorgte für Unbehagen, aktive Fans kritisierten den Kandidatenstatus von Sylvia Weisheit.
- Fans enthielten sich bei Entlastung und Listenwahl, der Aufsichtsratsvorsitzende bot Gespräche an.
- Nach Vorwürfen zu AfD-Bezügen betonte Weisheit auf Facebook ihre demokratischen Grundsätze.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Auf Mitgliederversammlungen kann man das Herz eines Fußballvereins schlagen hören. So war es auch am Donnerstag im Stadion An der Alten Försterei, wo der 1. FC Union Berlin zur ordentlichen MV eingeladen hatte.
Von den 71.958 Mitgliedern waren in der Spitze zwar nur 1007 zugegen. Das sind in der Regel aber genau jene, die sich nicht nur für das Union-Erlebnis an Spieltagen interessieren. Sie wollen ein Stück jener Mitbestimmung ausleben, die der Verein verspricht, genauer gesagt zulässt.
Dazu gehört es auch, dass man über zu hohe Bierpreise murren kann. Erst recht, wenn die Erweiterung des Stadions zeitlich mal wieder nach hinten verschoben wurde.
Der Vorgang findet seit Jahren aus diversen Gründen seine Fortsetzung. Nun verklickerte Präsident Dirk Zingler den Anwesenden, dass die Stadionerweiterung auf zunächst 34.500 und später 40.500 Besucher noch später erfolgt. Eigentlich sollte der Abriss des alten und der Bau des neuen Stadions nach letztem Stand in der Saison 2027/28 erfolgen. Nun müssen die Unioner sogar anderthalb Jahre ins Berliner Olympiastadion umziehen – von Januar 2028 bis Sommer 2029.
Ich habe vor Jahren spekuliert, dass es vor 2030 nichts wird. Ich will keinesfalls recht behalten. Aber Zingler sagte nun, dass man die Heimat in Köpenick nur verlassen werde, wenn man den konkreten Zeitpunkt der Rückkehr wisse.
Ungemach gab es bei der MV von Union Berlin auch um die Wahl des Aufsichtsrates. Vornehmlich Angehörige der aktiven Fanszene waren nicht einverstanden damit, wie die neue Aufsichtsrätin Sylvia Weisheit ihren Kandidatenstatus erlangt hatte. Das erklärten sie in einem Redebeitrag. Zudem enthielten sie sich bei der Entlastung des alten und der Listenwahl des neuen Aufsichtsrates. Dessen Vorsitzender Thomas Koch bot Gesprächsbereitschaft an.

Mitgliederversammlung des 1. FC Union Berlin: Präsident Dirk Zingler berichtete am Donnerstag, wie es mit dem Ausbau des Stadions an der Alten Försterei weitergeht.
Matthias Koch/dpaZur Demokratie gehört auch Kritik. Unbehagen machte sich allerdings im Union-Kosmos breit, als Weisheit in der Nacht nach der Wahl in die rechte Ecke gestellt wurde. Der beliebten Stadionbau-Leiterin der Jahre 2008 und 2009 wurde vorgeworfen, bei Facebook AfD-Gruppen anzugehören oder Funktionären dieser Partei zu folgen.
Das machte Weisheit zu schaffen. Am Freitagnachmittag meldete sich via Facebook: „Meine Mitgliedschaft in diesen Gruppen dient ausschließlich der Information. Ein Rückschluss auf meine politischen Positionen oder gar Wahlverhalten ist daraus nicht abzuleiten. Ich bin in meinem politischen Denken und Handeln demokratischen und humanistischen Grundsätzen verpflichtet, genau wie mein Verein. Eiserne Grüße Eure Sylvia.“ Ihr Schritt nach vorn könnte die Wogen glätten.
