Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Warum es Steffen Baumgart als Fan schwer hat

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.
Matthias Koch- Union-Fantreffen seit 1997 meist am ersten Dienstag, heute Unterhaltungsformat mit Podium.
- Baumgart und Heldt zu Gast; Anekdoten, Autogramme, Fotos in der Alten Försterei.
- Baumgart sah Hertha vs. Freiburg im Pokal-Viertelfinale, ist Fan des DFB-Pokals.
- Kindheitsliebe HSV und Union als Herzensklub; Rückkehr nach Hamburg sorgt für Spannung.
- Kritik an Baumgart wegen vieler Klubbindungen; als Trainer und Fan emotional dabei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Fantreffen des 1. FC Union findet seit 1997 in der Regel immer am ersten Dienstag eines Monats statt. Dort können Anhänger auf einem Podium sitzende Spieler, Trainer oder Vereinsfunktionäre in lockerer Atmosphäre befragen.
Die ursprünglichen Anliegen der Fantreffen hatten einen ernsten Hintergrund. Auf dem allerersten Mitte Februar 1997 wurde die berühmte Fandemo für den 23. Februar 1997 beschlossen, mit der die treue Anhängerschar auf das drohende wirtschaftliche Aus ihres Vereins aufmerksam machen konnte
Ums nackte Überleben kämpft Union nicht mehr. Deshalb ist das Fantreffen inzwischen eine Unterhaltungsveranstaltung. Es gibt in der Haupttribüne im Stadion An der Alten Försterei Anekdoten, Autogramme und Fotos. An diesem Mittwochabend sind Trainer Steffen Baumgart und Manager Horst Heldt zu Gast.
Steffen Baumgart sah Hertha-Niederlage im Olympiastadion
Dass der Talk an einem Mittwoch steigt, hat wohl auch mit einem Abstecher von Baumgart ins Olympiastadion zu tun. Der Chefcoach war am Dienstag Zeuge des DFB-Pokal-Viertelfinals zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg, das die Gastgeber unglücklich im Elfmeterschießen verloren.
Baumgart schlug zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen schlüpfte er in die Beobachterrolle. Freiburg gehört Mitte März noch zu den Gegnern von Union in der Bundesliga. Zum anderen genießt er es, Sport live vor Ort zu erleben. Und er ist ein großer Fan des DFB-Pokals. Baumgart hofft, eines Tages mal Trainer eines Finalisten zu sein.
Hamburger SV ist Kindheitsliebe von Steffen Baumgart
Trainer machen ihre Vorlieben selten öffentlich. Von ihnen wird Distanz erwartet. Baumgart hat aber schon offenbart, welche Vereine ihm besonders ans Herz gewachsen sind: der Hamburger SV und Union.
Am Sonnabend treffen beide Teams in Hamburg aufeinander. Baumgart wird im Mittelpunkt stehen, weil er von Februar bis November 2024 noch bei seiner Kindheitsliebe HSV als Coach auf der Bank saß. Fan des HSV blieb er auch nach seiner Entlassung.
In Hamburg haben aber viele nicht verstanden, dass Baumgart bereits im Januar 2025 bei Union anheuerte und dieser Club ebenso eine Herzensangelegenheit für Baumgart ist. Köpenick wurde vor über 20 Jahren seine Heimat, nachdem er sich dort als Spieler zwischen 2002 und 2004 in den Verein, genauer genommen in die Union-Familie, verliebt hatte.
Kritik an Steffen Baumgart wegen Verbindungen zu Klubs
Baumgart-Kritikern missfällt auch, dass er nach seinen langjährigen Trainerstationen beim SC Paderborn (April 2017 bis 2021) und 1. FC Köln (2021 bis Dezember 2023) auch emotionale Verbindungen zu diesen Klubs aufbauen konnte. Das führte in den sozialen Netzwerken zu Schmähungen.
Baumgart polarisiert ohnehin mit seiner offenen Art. Sein Fußball wird auch von so manchem Union-Fan kritisch gesehen. Mit Spannung darf man nun auf seine erstmalige Rückkehr nach Hamburg schauen. Zwischen Applaus und Pfiffen scheint alles drin zu sein.
Immerhin darf der Fußball-Anhänger Baumgart viel dichter als beim Hinspiel (0:0) dabei sein. Da war der eingetragene Union-Fan mit der Mitgliedsnummer 72 rotgesperrt. Er musste die Partie in einem Container direkt neben dem Gästeblock verbringen. Nun kann er seine Leidenschaft besser ausleben: in erster Linie als Trainer, ein Stück weit aber auch als Fußball-Fan.

