Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne
: Warum man nie ein Training verpassen sollte

Matze Koch beleuchtet in der Kolumne „Koch aus Köpenick“, welche Überraschungen auf Trainingsbesucher des 1. FC Union Berlin warten können.
Von
Matthias Koch
Berlin
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Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matthias Koch
  • Union-Fans erlebten beim Training die Präsentation eines Neuzugangs in Echtzeit.
  • Michel Aebischer trainierte kurz in Union-Kleidung – nach 17 Minuten ging er wieder.
  • Die Pressemitteilung und seine ersten Schritte auf dem Platz erfolgten zeitgleich.
  • Er fehlte später beim Autogrammeschreiben, da er früh zum Medizincheck abgeholt wurde.
  • Eine 14-Jährige verteilte handgeschriebene Karten an Team und Staff – auch Besucher erhielten eine.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ich habe seit Beginn der 2000er Jahre gefühlt schon tausende Einheiten des 1. FC Union Berlin gesehen. Manchmal fragt man sich vorher, warum man hinfährt. Erst recht, wenn es wie an diesem Mittwoch schon bei der Anfahrt mit dem Fahrrad zu regnen beginnt.

Aber ich gebe es zu. Es ist wie eine Sucht. Man könnte einen Neuzugang, eine Verletzung, eine ungewöhnliche Situation oder eine spannende Information verpassen. In der Vorwoche habe ich dennoch tatsächlich nach dem Union-Trainingslager in Österreich die erste Einheit in Berlin ausgelassen, weil ich mit der werten Gattin an die Ostsee wollte. Wegen meiner WM-„Teilnahme“ in Übersee gab es in diesem Sommer keinen echten Urlaub.

Mein Fehlen wurde von Fans, Ordnern und Spielern bemerkt. Es ist aber noch nicht so weit, dass ich einen Entschuldigungszettel vorlegen musste. Aber den einen oder anderen Spruch durfte ich mir gefallen lassen.

Neuzugang des 1. FC Union Berlin in Echtzeit präsentiert

Heute habe ich wieder meinen angestammten Platz eingenommen. Und ich erlebte etwas völlig Neues. Der vierte Zugang der Eisernen wurde den in der Spitze 234 anwesenden Anhängern quasi in Echtzeit präsentiert. Denn die offizielle Pressemitteilung über seine Verpflichtung und seine ersten Schritte auf dem Trainingsplatz korrespondierten zeitlich miteinander.

Der Schweizer Michel Aebischer wurde schon seit Tagen mit einem Wechsel zu Union in Verbindung gebracht. Ich habe schon versucht, mir sein Gesicht einzuprägen. Bei der WM 2022 in Katar machte ich bereits unbewusst Fotos vom Nationalspieler der Eidgenossen.

Und beinahe wäre das wieder passiert. Doch als er bei der Erwärmung in Union-Kluft gemeinsam mit Angreifer Emmanuel Latte Lath an mir vorbeilief und ich sicherheitshalber mehrfach auf den Auslöser der Kamera drückte, fing es auch in meinem Gehirn an zu rattern: Mensch, das war doch der Aebischer!

Überraschung für Spieler und Berichterstatter

Ich suchte nach den Medienverantwortlichen, um mir das bestätigen zu lassen. Doch die beiden Herren hatten noch anderweitig zu tun. Zudem war ich mir sicher, das ist der Mann, der in der vergangenen Saison vom FC Bologna an Pisa SC ausgeliehen war.

Wer ihn beobachten wollte, musste sich aber beeilen. Bereits nach 17 Minuten verschwand er wieder – aus gutem Grund. Der 29-Jährige soll bereits um 6 Uhr morgens für den Medizincheck abgeholt worden sein.

Er fehlte deshalb später beim traditionellen Autogrammeschreiben der Spieler. Da gibt es für die Fans immer Selfies und Unterschriften satt. Ab und an gibt es auch Geschenke für die Profis. Diesmal verteilte die 14-jährige Xenia aus Frankfurt/Oder an jeden Spieler und Trainer eine größere Klappkarte mit persönlicher handgeschriebener Widmung. Zu meiner Überraschung habe selbst ich eine erhalten – für meine regelmäßige Berichterstattung. Es zahlt sich aus, wenn man fast nie ein Training verpasst.