Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Warum Union gegen Elversberg ein kleines Wunder braucht

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.
Matthias Koch- Union Berlin steht vor dem Restart und empfängt die SV Elversberg im Stadion An der Alten Försterei.
- Elversberg überzeugt: Sieg gegen Leverkusen (3:2), knappes 1:2 gegen Bayern, auswärts ungeschlagen.
- Union wartet noch auf den ersten Sieg und hat mit 17 Gegentoren die schwächste Defensive.
- Training erschwert: viele Nationalspieler fehlten, neue Viererkette wurde nur bedingt einstudiert.
- Rückkehrer mit Erfolgserlebnissen – Ilic fehlt weiter, Imeri debütierte im Test in Rijeka über 45 Minuten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Köpenick geht die Angst vor dem nächsten Gegner des 1. FC Union um. Zumindest ist der Respekt vor der SV Elversberg gewaltig, die am Sonnabend im Stadion An der Alten Försterei aufdribbelt.
Zum einen hat der Aufsteiger schon sieben Zähler auf dem Konto. Der 59. Verein der Bundesliga konnte daheim gegen Bayer Leverkusen (3:2) gewinnen. Zudem gab es eine ehrenvolle 1:2-Niederlage gegen Bayern München. Auswärts ist das Team nach den Partien bei Borussia Mönchengladbach (4:3) und Schalke 04 (0:0) noch ungeschlagen.
Die Eisernen müssen sich darauf einstellen, bereits in der eigenen Hälfte aggressiv attackiert zu werden. Eigentlich ist das auch der Plan von Union-Trainer Mauro Lustrinelli. Aber es funktioniert bisher nicht.
Nationalspieler kehren mit Erfolgserlebnissen zurück
Der FCU ist neben Mönchengladbach das einzige Team, das noch nicht gewinnen konnte. Zudem stellt Union mit 17 Gegentoren die Schießbude der Liga. Das ohnehin karge Selbstvertrauen erhielt mit der 0:7-Pleite beim FC Bayern einen weiteren Knacks.
Das ist jetzt fast drei Wochen her. In die Länderspielpause waren etliche freie Tage und das Freundschaftsspiel beim HNK Rijeka (1:0) eingebettet. Wegen der Abwesenheit der fünf Nationalspieler Andras Schäfer (Ungarn), Michel Aebischer (Schweiz), Aljoscha Kemlein, Tom Rothe (beide U21) und Linus Güther (U17) sowie dem verletzungsbedingten Fehlen weiterer Akteure konnte die neue Taktik inklusive Vierer-Abwehrkette nicht vom ganzen Kader verfeinert werden.
Alle Auswahlspieler kehren immerhin mit Erfolgserlebnissen zurück. Rothe und Kemlein konnten sich am Dienstag mit der U21 durch einen 2:0-Erfolg gegen Georgien sogar für die EM-Endrunde qualifizieren.
Aber größtenteils wird es die bisher eher erfolglose Mannschaft richten müssen. Angreifer Andrej Ilic, der größte Hoffnungsträger, trainierte am Dienstag bei der öffentlichen Einheit immer noch nicht mit der Mannschaft. Immerhin warfen sich Verteidiger Marvin Friedrich und Stürmer Oliver Burke wieder in Zweikämpfe.
Neuzugang Kastriot Imeri gab Testspiel-Debüt
Aber ihnen fehlt genauso die Spielpraxis wie Kastriot Imeri. Der Offensivmann von Young Boys Bern erlebte in Rijeka wenigstens ein 45-minütiges Debüt. Union braucht gegen Elversberg in der derzeitigen Verfassung aber schon ein kleines Wunder.
Ende Juli 2000 habe ich den FC Carl Zeiss Jena am ersten Spieltag der damals drittklassigen Regionalliga Süd nach Elversberg begleitet. Im Programmheft bezeichneten sich die Gastgeber selbst als das kleinste „Gallier-Dörfchen“ der Südstaffel.
Jetzt rücken die Kicker aus der 13.000-Einwohner-Gemeinde Spiesen-Elversberg in der Millionen-Metropole Berlin sogar für ein Bundesligaspiel an. Hoffentlich naschen sie vorher nicht zu viel am Zaubertrank.
