Koch aus Köpenick
: Zwischen Trainerfindung, Frauenluxus und Kinder-Druck

Matze Koch spricht in der Kolumne „Koch aus Köpenick“ über einen möglichen neuen Trainer für den 1. FC Union Berlin und die Umzugspläne ins Olympiastadion.
Von
Matthias Koch
Berlin
Jetzt in der App anhören
Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matthias Koch
  • Union prüft neuen Trainer und Umzug: Mitgliederversammlung verlief weitgehend harmonisch.
  • Präsident Zingler sieht Saisonziele erfüllt – Frauen Platz neun, Männer Platz elf.
  • Dank an den entlassenen Coach Steffen Baumgart; seine Punkte reichten zum Klassenerhalt.
  • Kandidat für das Traineramt wohl Mauro Lustrinelli, Meister mit dem FC Thun als Aufsteiger.
  • Frauen streben oberes Drittel an, Spielstätte ab 2027/28 offen – idealerweise in Köpenick.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Mitgliederversammlung des 1. FC Union, an der am Dienstag von den nun 72.172 eingetragenen Fans 1346 teilnahmen, verlief weitgehend harmonisch. Auch wenn Präsident Dirk Zingler nach so mancher Niederlage der Männer eigenen Worten zufolge zu Beleidigungen geneigt haben soll, fällt sein Gesamtfazit positiv aus. Sowohl die Frauen als auch die Männer hätten mit Platz neun beziehungsweise elf ihre Saisonziele erreicht. Zingler dankte auch dem im April gefeuerten Trainer Steffen Baumgart, dessen 32 von 39 Gesamtpunkten bereits zum Klassenerhalt gereicht haben.

Union geht nun in die achte Bundesliga-Saison. Das ist für den Verein die längste Phase der Erstklassigkeit am Stück seit der Clubgründung 1966. Zu Ostzeiten hielt es die frühere Fahrstuhlmannschaft maximal vier Serien am Stück in der DDR-Oberliga aus – zwischen 1976 und 1980 und von 1985 bis 1989.

Die Erfolge der Gegenwart, zu denen auch das dreifache Erreichen des Europacups gehören, sorgt kurioserweise bei heranwachsenden Union-Fans für eine höhere Erwartungshaltung. Zingler stellte fest, dass diese Union nur als Bundesligist kennen würden. Die Kids sorgen also indirekt für Druck! Dabei geht die Vereinsführung bei den Männern jährlich immer davon aus, dass mehr Spiele verloren als gewonnen werden.

Messlatte bei den Frauen von Union Berlin höher

Der neue Trainer, der noch im Mai feststehen soll, hat möglicherweise andere Vorstellungen. Einer von drei Kandidaten der Shortlist dürfte wohl Mauro Lustrinelli sein. Der 50-jährige Schweizer wurde mit dem FC Thun gerade sensationell als Aufsteiger Meister in seinem Heimatland.

Der Titel mit Thun hatte sich lange abgezeichnet. In den letzten acht Saisonspielen gab es aber nur einen Sieg. Unter den sechs Pleiten gab es am Tag der Übergabe der Meister-Trophäe sogar eine 3:8-Heimpleite gegen Young Boys Bern. Verlieren kann Lustrinelli also auch. Das passt zur Gewinn- und Verlust-Rechnung der Union-Bosse.

Bei den Frauen liegt die Messlatte höher. Mit der alten Männer- und zukünftigen Frauentrainerin Marie-Louise Eta wird das obere Tabellendrittel angestrebt. Offen ist weiterhin, wo die Damen spielen, wenn die Alte Försterei ab der Saison 2027/28 modernisiert wird.

Bleiben die Union-Frauen in Köpenick?

Die Männer ziehen ins Olympiastadion um. Für die Frauen ist das nicht vorgesehen. Noch ist keine Lösung in Sicht. Das könnte vor allem zum Problem werden, wenn Union sich schon in der kommenden Saison für den Europacup qualifizieren sollte, räumte Zingler ein.

Das Zoschke-Stadion kommt bei einem aktuellen Frauen-Zuschauerschnitt von 8202 Besuchern größentechnisch nicht infrage. Es werde eine Herausforderung, einen geeigneten Spielort für die Frauen zu finden. „Idealerweise bleiben wir in Köpenick“, sagte Zingler. Das riecht nach einer weiteren Union-Baustelle. Vielleicht im FEZ Wuhlheide?

Alle wichtigen Informationen aus der Sportredaktion per WhatsApp

Die gemeinsame Sportredaktion von Märkischer Oderzeitung und Lausitzer Rundschau bietet alle wichtigen Informationen über zwei WhatsApp-Kanäle an. Egal ob der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga, Energie Cottbus in der 3. Liga oder die packenden Spiele in der Brandenburgliga – auf diesen Kanälen erfahren Sie alle Neuigkeiten.

Für LR-Sport auf WhatsApp folgen Sie diesem Link: LR-WhatsApp-Kanal

Für MOZ-Sport auf WhatsApp folgen Sie diesem Link: MOZ-WhatsApp-Kanal

Einfach auf „Kanal ansehen“ und „abonnieren“ klicken und keine Informationen mehr verpassen.