Krebs in Rüdersdorf
: Niclas (14) ist gestorben – Trauerfeier im Union-Stadion geplant

Er ist nur 14 Jahre alt geworden. Niclas aus Rüdersdorf ist an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. Die Anteilnahme ist groß. Wie dem Fußballfan die letzte Ehre erwiesen werden soll.
Von
Annemarie Diehr
Rüdersdorf bei Berlin
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Blumen und Kerzen sind vor einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Marzahn zu sehen. Die Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes. +++ dpa-Bildfunk +++

Viel zu jung ist Niclas aus Rüdersdorf ist Anfang Februar 2025 nach schwerer Krankheit gestorben. (Symbolbild)

Christophe Gateau/dpa
  • Niclas (14) aus Rüdersdorf starb an Krebs; Trauerfeier im Union-Stadion geplant.
  • Im Februar 2025 verstarb er nach langer Krankheit; große Anteilnahme.
  • Sein letzter Wunsch war ein Treffen mit Max Kruse; er kämpfte tapfer gegen den Krebs.
  • Die Abschiedsfeier ist am 19. Februar; Musik und Rituale im Union-Stadion.
  • Bereits 20.000 Euro für die Feier gesammelt; 1. FC Union könnte sich beteiligen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Erinnerung bleiben wird er als Kämpfer. Niclas, der beim MSV Rüdersdorf seine Liebe zum Fußball lebte. Niclas, dessen großer Wunsch es war, einmal sein Idol, Ex-Union-Spieler Max Kruse, zu treffen. Niclas, bei dem im Oktober 2021 eine seltene Form von Knochenkrebs diagnostiziert wurde, der sich zurück ins Leben kämpfte, knapp zwei Jahre später erneut erkrankte und bald darauf erfuhr, dass der Krebs ihn nicht mehr in Ruhe lassen wird.

Anfang Februar ist der 14 Jahre alte Rüdersdorfer an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. „Unsere Herzen tragen tiefe Trauer. Unser Niclas ist gestern über die Regenbogenbrücke gegangen“, schrieb der Verein Kolibri am 3. Februar auf seiner Instagram-Seite.

Einige Tage zuvor sei Niclas noch in Hamburg, bei einem Auswärtsspiel des 1. FC Union, gewesen. „Eine Woche später bist Du einfach nicht mehr da“, drückt der Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, krebskranken Kindern sowie ihren Familien mit Spenden und Beratungsangeboten zu helfen, seine Anteilnahme aus.

Unbeschwerte Momente für schwer kranken Jungen

Durch etliche Monate Chemotherapie, unzählige Krankenhausaufenthalte und eine Beinamputation hat sich Niclas im Verlauf seiner Krankheit tapfer gekämpft. Das Wichtigste für sie sei, sagte seine Mutter im Gespräch mit Moz.de einmal, ihren Sohn lachen zu sehen und ihn die Strapazen der Behandlung, wenn auch nur für kurze Zeit, vergessen zu lassen. Auch der Verein Kolibri hat es der Familie mit seinen Kontakten ermöglicht, solche Momente zu schaffen.

Ob beim Benefizspiel mit Ex-Unionern im Stadion des MSV Rüdersdorf, beim gemeinsamen Playstation-Zocken mit Fußballer Max Kruse oder bei den unzähligen Spielen des 1. FC Union, die Niclas als begeisterter Fan verfolgt hat – stets hat der Rüdersdorfer die Menschen, die ihm begegnet sind, mit seinem Wesen beeindruckt. Niclas habe jeden Tag auf seine unbeschwerte Art genossen und angesichts der Ausweglosigkeit immer an seine Eltern und an seine Schwester gedacht, schrieb der Verein Kolibri auf Instagram.

Große Anteilnahme über Rüdersdorf hinaus

Die Bestürzung über Niclas' Tod ist groß. Über seinen Wohnort hinaus nehmen Menschen Anteil am Schicksal des fußballbegeisterten Jungen, auch in den sozialen Medien. „Als wir Niclas abgeholt haben, standen Ultras Spalier und haben Bengalos gezündet“, sagt Maria Kauffmann vom Berliner Bestattungsunternehmen Ab unter die Erde. Die organisierten Fans des 1. FC Union hatten in der Vergangenheit regen Kontakt zu Niclas und haben ihm beispielsweise mit Transparenten bei Fußballspielen öffentlich Mut gemacht.

Ganz klar, dass Fußball auch bei der Trauerfeier für Niclas eine Rolle spielen soll. „Der große Wunsch der Familie ist eine Abschiedsfeier in seinem Wohnzimmer, dem Stadion An der Alten Försterei“, heißt es in einem GoFundMe-Spendenaufruf. Das erste Spendenziel von 10.000 Euro ist längst geknackt; Stand 13. Februar sind bereits um die 20.000 Euro zusammengekommen.

Abschiedsfeier für Niclas im Union-Stadion

Maria Kaufmann und ihr Geschäftspartner Robert Freitag, die sich auf die Ausrichtung unkonventioneller Bestattungen und Trauerfeiern spezialisiert haben, organisieren den öffentlichen Abschied von Niclas.

Im Union-Stadion wird es dann Musik geben und Rituale, „die Trost spenden und den Beteiligten die Möglichkeit geben, sich zu verabschieden“, wie die Bestatter sagen. Eine Trauerrede sei nicht geplant, „das würde nicht zu Nici passen“, begründet Maria Kauffmann. Stattdessen sollen Familie, Freunde und die Teilnehmenden aktiv in die Feier eingebunden werden.

Gut möglich, dass sich auch der 1. FC Union auf die eine oder andere Weise am Abschied für Niclas beteiligt. Dazu dürfe sie noch nichts sagen, so die Organisatorin. Fest steht: Es soll eine Feier werden, wie sie sich Niclas, der tapfere Junge mit dem großen Fußball-Herz, gewünscht hätte.